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Ein herrliches Bild: Mit der Kutsche haben Steinebachs Burschen am Samstag ihren zukünftigen Maibaum nach Steinebach geholt. 
Der Maibaum wird reingebracht
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Tradition

Steinebacher holen ihren Maibaum

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Was für ein Bild: Vorweg Bürgermeisterin und Blaskapelle Wörthsee auf einem alten Traktor, dann vier stattliche Kutschpferde, die einen 42 Meter langen Baumstamm durch den Ort ziehen: Die Steinebacher Burschen haben am Samstag ihren zukünftigen Maibaum geholt.

Steinebach – Die Sonne strahlte vom Himmel, die Blasmusik tönte durch den Ort, zwischendrin war das Klappern der Pferdehufe zu hören: Ein besonderer Zauber lag am Samstag über Steinebach am Wörthsee, als die Burschen traditionell ihren Maibaum einholten. „Das ist für uns schon einer der Höhepunkte im Jahr“, bekannte Oberbursch Simon Kahl.

Bereits in den Morgenstunden waren die Burschen ausgerückt, um den in einem Wald bei Gilching versteckten Baumstamm per Bulldog zu holen. Beim Ziegelstadel verluden sie ihn auf zwei Radachsen. Vier festlich aufgezäumte Kutschpferde standen bereit, und los ging’s Richtung Steinebach. Schaulustige säumten die Straßen, und immer mehr Menschen – darunter auch zahlreiche Ausflügler mit Fahrrädern – schlossen sich dem Zug an, um schließlich gemeinsam beim Bauhof in Steinebach die Ankunft des Baums zu feiern. „Das Wetter ist natürlich super“, freute sich Oberbursch Kahl.

Alle Hände voll zu tun hatte die Freiwillige Feuerwehr: Sie musste die Autofahrer, einige von ihnen doch recht ungehalten, zu Geduld ermahnen und immer wieder am Zug vorbeileiten. Eine Stunde brauchten die Burschen schließlich, bis der zukünftige Baum am Bauhof eintraf.

Schon im November war die stattliche Fichte geschlagen worden, und zwar mit Rücksicht auf die Mondphasen. Schließlich soll der zukünftige Maibaum einige Zeit halten. Und den Mondphasenbäumen wird nachgesagt, dass ihr Holz besonders stabil, haltbar und auch trocken ist.

Nach der Ankunft und der Einlagerung des Baums floss erstmal das Bier in Strömen. Denn die Burschen hatten Freibier versprochen an diejenigen Vereine, die mit den meisten Mitgliedern in Steinebach aufkreuzten. Die Hadorfer und die Etterschlager Jugend schließlich waren mit je 17 Mitgliedern ordentlich vertreten. Für sie gab es je 30 Liter Freibier und ein bisschen Schnaps. Bis in den frühen Abend hinein wurde gefeiert. Und dann begann gleich die erste Maibaumwache.

„Das geht jetzt drei Wochen durch“, berichtet Kahl. Die Wachen dauern immer bis 7 Uhr, dann übernehmen sozusagen die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs. „Also die bewachen den Baum natürlich nicht direkt, aber es ist ab 7 Uhr immer jemand in seiner Nähe“, sagt Kahl. Dass der Baum geklaut wird, davon geht er erst mal nicht aus. „Der ist unter dieser Plane so verzurrt, das schafft man nicht im Vorbeigehen“, sagt er. Und unter dem Stamm stehen Feldbetten für die Wachposten – und dass die in dieser Position einen Diebstahlversuch verschlafen, scheint doch eher unwahrscheinlich.

Unwahrscheinlich ist auch, dass die Steinebacher Burschen selbst auf Beutezug gehen – „obwohl die jungen natürlich heiß drauf sind“, wie Kahl weiß. Aber die Motivation sei schon höher, wenn man keinen eigenen Baum habe. Die Steinebacher waren auch schon als Maibaumdiebe ziemlich erfolgreich in den vergangenen Jahren. In diesem jedoch sind sie beschäftigt. Denn der Baum macht jetzt erst mal Arbeit.

Heute beginnen die Burschen damit, den Baum abzuhobeln. Das wird etwa fünf Tage dauern. Nächste Woche erhält der Stamm seinen weißen Anstrich, in der dritten Woche schließlich kommen die blauen Streifen hinzu. Der katholische und auch der evangelische Kindergarten haben sich bereits angekündigt. „Wir erklären den Kindern, was wir tun“, sagt Kahl – warum der Baum bewacht wird und wie aus dem jetzt noch naturbelassenen Stamm ein weiß-blauer Maibaum wird. „Das machen wir immer so, wenn wir einen eigenen Baum haben“, sagt Kahl.

Er freut sich über das Interesse und auch darüber, dass sein Verein so aktiv ist. Dabei ist die Burschenschaft Steinebach erst seit sieben Jahren ein eingetragener Verein – hat aber schon an die 80 Mitglieder.

Was die Organisation der Veranstaltung am Samstag angeht, so hatte auch die Burschenschaft Steinebach im Vorfeld mit der Bürokratie zu kämpfen. „15 Seiten musste ich ausfüllen“, sagt Kahl. Fragen zu den Parkplätzen, Toiletten, Besucheranzahl und mehr waren zu beantworten. „Wir brauchten Genehmigungen vom Landratsamt und von der Gemeinde und mussten mit der Polizei sprechen.“ Das nehme überhand und führe dazu, dass immer weniger Vereine solche Veranstaltungen überhaupt durchführen würden. Kahl weiß auch, dass sich einige Autofahrer bei der Polizei beschwert haben – „weil sie anhalten und kurz warten mussten“. Aber er will sich nicht ärgern. „Es ist ein guter Tag gewesen.“

Am Dienstag, 1. Mai, werden die Burschen den Baum gemeinsam mit dem Trachtenverein d’Donarbichler aufstellen. Los geht’s um 12 Uhr.

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