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Diskussion am Modell: Wörthsees Gemeinderäte waren in Klausur.

Klausurtagung

Eineinhalb Tage nur für Wörthsee

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Blick hinter die Kulissen: Wörthsees Gemeinderäte haben sich im Rahmen einer Klausurtagung blockweise durch die großen Themen gearbeitet. 

Wörthsee – Klausurtagungen sind in vielen Gemeindegremien längst ein probates Mittel, um komplexe Themen aufzuarbeiten und – hinter verschlossenen Türen – abseits der Sitzungsroutine Lösungen zu finden. Doch wie läuft so ein Prozess eigentlich ab? Und wie effektiv ist er letztlich? Die Gemeinde Wörthsee gewährte einen Blick hinter die Kulissen.

„Wir haben mittlerweile so gewichtige Themen – in den Sitzungen lässt sich das gar nicht mehr meistern“, sagt Bürgermeisterin Christel Muggenthal. Sie ist überzeugt von dem Nutzen der Klausurtagungen, die sich im Allgemeinen über eineinhalb Tage hinziehen. „Wir fahren oftmals freitags los und arbeiten dann bis Samstagabend“, erklärt sie. Einmal im Jahr lassen die insgesamt 16 Gemeinderäte also zuhause alles stehen und liegen und fahren miteinander „in Klausur“. und zwar ehrenamtlich. Das Ziel war kurz vor Weihnachten zum zweiten Mal die Schule für Dorf- und Landentwicklung in Thierhaupten. Bis auf einen Gemeinderat, der im Ausland weilte, war das Gremium komplett.

Konzipiert und moderiert wurde die Klausur von dem Planungsteam für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). Dazu zählen die Büros Salm & Stegen, Dirtheuer Architekten und Stadtplaner sowie das Verkehrsplanungsbüro INGEVOST von Christian Fahnberg. Im Anschluss gab es eine umfangreiche Pressemitteilung: „Ich finde es anerkennenswert, dass die Gemeinderäte ihre Zeit in diese Tagungen investieren. Das ist für mich nicht selbstverständlich, und das kann man ruhig mal benennen“, meint Bürgermeisterin Muggenthal.

Vor der Brust hatten Planer und Gemeinderäte die großen Themen der Gemeinde: Wohnraumschaffung, Verkehr, Ortsentwicklung sowie Städtebau und Bürgerinformation. Blockweise wurden diese dann abgearbeitet. Anhand eines überdimensionalen Luftbilds beispielsweise ließ sich nachvollziehen, wie sich die geplante Bebauung der Fläche am Teilsrain auf die Umgebung auswirken wird. Dazu kam ein dreidimensionales Modell, das ganz konkret Bauvolumen und städtebauliche Strukturen veranschaulichte. Auch in den Pausen entwickelten sich dazu rege Diskussionen, wie Muggenthal berichtet.

Herausgearbeitet wurde, dass die Gemeinde Wörthsee auf den regelmäßigen Zuzug von Familien mit Kindern angewiesen ist – auch wenn die Wohnungen dafür fehlen. Aber um die bestehende Infrastruktur weiter auslasten zu können, muss hier Baulandentwicklung in moderater, dem Ortsbild angepasster und sozial verträglicher Form stattfinden. Neben den bekannten Baustellen Kirchenwirt und Teilsrain ging es daher auch um weitere Entwicklungsflächen, beispielsweise Arbeiten und Wohnen in alten Hofstellen.

Kontrovers diskutiert wurde laut Muggenthal beim Thema Verkehr. „Insgesamt sind es nur wenige Tage mit extrem hohen Belastungen. Die Gemeinde muss sich fragen, ob der Aufwand für verkehrslenkende Maßnahmen und ergänzende Parkplätze angesichts der wenigen Tage sinnvoll und gerechtfertigt ist“, hatte Fahnberg argumentiert. Sollte man nicht den Durchgangs und Parksuchverkehr eher so unattraktiv wie möglich machen und zugleich Fußgänger, Radler und Busverkehr stärken? In einem nächsten Schritt soll das Büro nun konkrete Möglichkeiten einer Parkregelung in den wichtigsten Straßen erarbeiten. Zugleich soll ein interkommunaler Dialog mit den Nachbargemeinden begonnen werden, um gemeinsam Lösungen für das Seeufer zu erarbeiten.

„Es wurde viel gearbeitet bei der Klausurtagung“, sagt Bürgermeisterin Muggenthal. Eine Klausurtagung sei immer auch eine Möglichkeit „sich auszusprechen“. Und: „Wir kommen in jedem Fall voran.“ Ein gutes Beispiel ist die Klausurtagung vor einigen Jahren zum Thema Grundschule: Danach stand die Entscheidung, heute steht die Schule.

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