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Prosit: Auf der sechsten Gewerbeausstellung präsentierten sich um das Rathaus in Steinebach Selbstständige, Firmen und Vereine. Yvonne und Jochen Zierl probieren das Craft-Beer von Raymond Seeliger. 

Gewerbeausstellung

Ein Fest unter Freunden

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Bei der sechsten Gewerbeausstellung präsentierten sich in Wörthsee Selbstständige, Firmen und Vereine. Von einem kleinen Dorffest um das Rathaus war die Rede. Für die Aussteller ging es vorrangig nicht darum, Produkte zu verkaufen.

Wörthsee – Noch passt am Samstagmittag nicht alles. Die Modelleisenbahn, angetrieben von Solarenergie, muss auf einen Akku zurückgreifen. „Das liegt am Schatten unter den Ästen“, sagt die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Josefine Anderer-Hirt, hat bei der Gewerbeausstellung wie 31 andere Aussteller ihren Platz um das Rathaus in Steinebach.

Es ist die sechste Auflage der Gewerbeausstellung, organisiert vom Verein „Die Selbstständigen in Wörthsee“. Im Fokus steht bei der Veranstaltung die Solarenergie. Wenige Meter neben der Modelleisenbahn präsentiert Gerald Grobbel, Ortsvorsitzender des Energiewendevereins, die Solarkampagne des Landkreises. Noch bis Ende September könnten Bürger in Wörthsee kostenlos einen Energieberater buchen, erklärt der Gemeinderat, er habe das Angebot selbst bereits genutzt.

„Der Berater hat sich zwei Stunden lang Kühlschrank, Licht und Heizung angesehen, zwei Wochen später haben wir eine Liste mit möglichen Maßnahmen bekommen.“ 40 Euro spare man sich im Aktionsmonat.

Unterdessen basteln Benedikt (10) und Quirin (13) an einem solarbetriebenen Bagger. „Ich habe daheim schon E-Autos, E-Boote und eine Sprechanlage gebastelt“, erzählt Quirin. Die beiden Buben hoffen, dass das Solarmodul des Baggers neben der Modelleisenbahn später genügend Sonne abbekommt. Bürgermeisterin Christel Muggenthal schlendert vorbei. „Die Solarkampagne ist gut und wichtig“, sagt sie. Vor allem gefalle ihr an der Gewerbeausstellung aber die Vielfalt. „Betriebe, Kunsthandwerk und Floristik präsentieren sich, auch Vereine sind da. Es ist ein Querschnitt von Wörthsee“, sagt sie.

Landrat Karl Roth stellt sich am Stand eines Optikers an. Dort können Besucher ein Foto ihrer Iris machen lassen, Roth bekommt die Nummer zehn. „Die Gemeinde macht die Tür auf“, sagt er, „ein kleines Dorffest.“ Auch er lobt den Mix, der sich wenige Meter weiter zeigt.

Dort fällt ein 1,50 Meter hoher Briefkasten von Alexander Erb auf. Der Metallgestalter hat den Cortenstahl behandelt, der Briefkasten rostet an, ein Trend. Die Möbel um ihn herum seien alle von zu Hause, sagt Erb. „Wenn es jemand unbedingt haben will, muss ich uns halt was Neues bauen.“ Vor allem gehe es ihm bei der Ausstellung aber um den Zusammenhalt in der Gemeinde.

Auch Marco Tommasi ist mit seinen Surf-Produkten nicht in erster Linie wegen des Verkaufs bei der Ausstellung. „Kundenbesuche, ratschen, Präsenz zeigen“, seien ihm wichtig. Ein Vorteil: Die Besucher können seine Boards direkt am Wörthsee testen. „Im Laden ist es oft nur Theorie“, sagt Tommasi.

Eine Erfrischung an dem warmen Wochenende bietet Raymond Seeliger mit seinem Craft-Beer. Mit seinem Stand möchte er auch mit Gerüchten aufräumen. „Die meisten hier wissen noch nicht, was Craft-Beer ist. Viele denken an ein spezielles Bier, wo Holunder oder etwas drin ist.“ Es handle sich aber einfach um handwerklich hergestelltes Bier. Davon überzeugen sich gerade Ursula und Franz Niebler. „Wir haben alles, was hier ist“, sagt er. „Das Craft-Beer interessiert uns, weil es neuartig ist.“ Auch beim Strom wollten seine Frau und er sich über neue Möglichkeiten informieren.

Nicht mehr auf Werbung angewiesen ist die Nachbarschaftshilfe mit ihrem Stand im Rathaus. Der Bedarf an Pflegeplätzen sei ohnehin hoch, sagt die Vorsitzende Marita Heßmann. „Viele wollen auch Infos zur Tagespflege, die wir neu anbieten.“ Die Ausstellung sei für die Nachbarschaftshilfe die größte Möglichkeit, sich zu präsentieren.

„Wir haben ein Zeichen gesetzt, dass wir da sind“, sagt Alex Aumiller, Vorsitzender der Selbstständigen in Wörthsee. „Es macht einfach wieder Spaß.“ Und sollte es doch mal Ärger zwischen den Selbstständigen geben, steht Herbert Müller bereit. Der Konfliktberater sagt: „Ohne eine richtige Streitkultur kann man ganz viel kaputtmachen.“ Zu 80 Prozent bestehe ein Konflikt aus persönlichen Gründen, erklärt er an seinem Stand. Auf der persönlichen Ebene sollte es am Wörthsee nach diesem Wochenende aber erst einmal passen.

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