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Grüne behandeln Themen von Aiwanger bis Amazon

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Viel Politik und guten Fisch gab’s bei den Grünen in Steinebach: (v.l.) Florian Tyroller (Bürgermeisterkandidat in Wörthsee), Erhard Grundl (Mitglied des Bundestags), Kerstin Täubner-Benicke (Bürgermeisterkandidatin in Starnberg), Bernd Pfitzner (Kreissprecher) und Martina Neubauer (Landratskandidatin). © Andrea Jaksch

Über Besuch aus Berlin freute sich der Grünen-Kreisverband beim politischen Aschermittwoch im „Augustiner am Wörthsee“. Erhard Grundl, Mitglied des Deutschen Bundestags, begeisterte die rund 60 Besucher mit unverkennbarem Dialekt und klaren Ansagen.

Steinebach – Als einen Bayern und Sozialpolitiker, dessen Herz für das grüne Gedankengut schlägt, beschreibt sich Bundestagsabgeordneter Erhard Grundl. Bayern und die Grünen hätte man in Berlin noch nicht miteinander in Verbindung gebracht, als er 2017 sein Amt als Sprecher für Kulturpolitik im Deutschen Bundestag angetreten habe. „Damals hat mich die freundliche Dame am Empfang hartnäckig in die Räume der CSU-Fraktion schicken wollen“, erzählte der 57-jährige Straubinger unter Gelächter. Spätestens nach ihrem guten Abschneiden bei der Europawahl in Bayern hätten aber auch „die Berliner“ kapiert, dass die Partei eine ernstzunehmende Konkurrenz der CSU geworden ist.

Auf einzelne Politiker wolle man nicht einschlagen, hatte Landratskandidatin Martina Neubauer angekündigt, sparte dann aber nicht mit Kritik an der AfD. „Jeder, der sie wählt, weiß, wofür diese Partei steht“, polterte die 55-Jährige. „Die AfD versucht, auch in Starnberg Fuß zu fassen“, sagte sie. „Liebe Leute, das dürfen wir nicht zulassen.“

Klare Kante gegen die AfD

Die Ankündigung des Redners übernahm Wörthsees Bürgermeisterkandidat Florian Tyroller. Kürzlich in Straubing habe er einige Plakate mit Grundls Antlitz gesichtet. Grundl kandidiere dort als Stadtrat. Aufs Geratewohl habe Tyroller einen Passanten gefragt: „Wer isn des?“ Die Antwort: „Des is einer der Großkopfertn aus Berlin. Aber der is ganz normal bliabn.“ Grundl knöpfte sich dann nochmals die AfD vor. Scharf kritisierte er, dass diese erst ganz spät mit der Liste an die Öffentlichkeit gegangen sei und sie am liebsten erst an der Wahlurne preisgegeben hätten. „In der Kommune steht jeder für das ein, was er ist“, unterstrich er und rückte die Behauptung der sogenannten „Hufeisentheorie“ gerade, die die rechte und die linke Gesinnung gleichsetzt. „Es ist belegt, dass das Humbug ist.“

Schelte für stellvertretenden Ministerpräsidenten

Kurz und knackig holte er dann doch noch gegen Hubert Aiwanger aus. Dieser vertrete als stellvertretender Ministerpräsident mittlerweile CSU-Entscheidungen, auf die der Freie Wähler früher geschimpft habe. Schelte bekamen auch Amazon und Co., die sich um die Steuern drückten. Grundl forderte: „Einzelne dürfen nicht ihre eigenen Regeln erfinden und andere zahlen lassen.“ Alles Themen, die die Grünen auf dem Schirm hätten, stellte Grundl fest und schloss seine Rede mit dem Aufruf, unbedingt zur Kommunalwahl zu gehen. „Denn dann bleiben die Rechten draußen.“ 

Michèle Kirner

Lesen Sie auch: So war der politische Aschermittwoch der FDP.

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