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Die Nachbarschaftshilfe Wörthsee hat gewählt: (hinten v.l.) Sybille Siersch, Barbara Berg-Schlosser, Evi Schinharl, Christiane Schmalz sowie (vorne v.l.) Petra Grabmaier, Marita Heßmann und Angelika Rothenanger.

Nachbarschaftshilfe Wwörthsee

Hohes Defizit für eine gute Sache

Steinebach – Es ist geschafft und war daher auch großes Thema bei der Jahreshauptversammlung der Nachbarschaftshilfe (NBH) Wörthsee: Die ersten Gäste der Tagespflege sind 2016 im renovierten Urban-Dettmar-Haus (UDH) eingezogen (wir berichteten).

Im einstigen Pflegeheim ist eine Art Mehrgenerationenhaus entstanden, denn die Kleinen der Spielgruppe im Untergeschoss besuchen „regelmäßig die Gäste der Tagespflege und zaubern ihnen ein Lächeln ins Gesicht“, freute sich Vize-Vorsitzende Petra Grabmaier. Damit ist das Haus an der Dorfstraße ein Treffpunkt für Jung und Alt und bietet Entlastung für die pflegenden Angehörigen – auch wenn die Ausstattung ein Loch in die Kasse der NBH gerissen hat.

Projekte wie das UDH sind wohl einer der Gründe, dass die Mitgliederzahl des Vereins kontinuierlich steigt. Aktuell gibt es 451 Mitglieder, berichtete Vorsitzende Marita Heßmann. 2016 leisteten die zehn Pfleger rund 17 500 Einsätze und 100 Stunden Fortbildung. Seit 15 Jahren bieten die Wörthseer eine Mittagsbetreuung für unterdessen 50 Schulkinder an, die dort essen und über den Hausaufgaben brüten. Gut angenommen werde auch der wöchentliche Obsttag in der Schule, erzählte Heßmann den knapp 60 Besuchern der Versammlung.

In der NBH reichen Ehrenamtliche und Angestellte den Menschen die Hand. So organisierten sie auch ein Ferienprogramm mit 16 Aktivitäten, an denen 213 Kinder teilnahmen. Ein Erfolgsmodell sind die Kleidermärkte im Frühjahr und im Herbst, die 2000 Euro einspielten.

Das Hilfsangebot kommt allen Altersgruppen zugute. Ehrenamtliche begleiten Hilfsbedürftige zum Arzt oder kaufen mit ihnen ein, legen im Haushalt Hand an oder arrangieren Aktivitäten. Im Erzählcafé wiederum kümmern sie sich um an Demenz Erkrankte oder verkaufen am Adventsmarkt Weihnachtliches.

Es war ein gutes Jahr, sieht man vom Defizit in Höhe von 20 000 Euro ab, das Christiane Schmalz verkünden musste. Das hänge mit Anschaffungen für das UDH zusammen, begründete die Kassenwartin das Minus und bedankte sich beim Freundeskreis, der beispielsweise die Investition des rollstuhlgerechten Autos komplett übernommen hatte. Die Mietkosten von 30 000 Euro für die Räume in der Etterschlager Straße und Am Teilsrain bezahle die Gemeinde. „Das tun wir gerne“, betonte Bürgermeisterin Christel Muggenthal. Denn: „Ohne die Nachbarschaftshilfe geht es nicht.“

Einstimmig wählten die Mitglieder den Vorstand: Marita Heßmann bleibt 1. Vorsitzende, ihre Stellvertreterin Petra Grabmaier. Die Kasse übernimmt wie gehabt Christiane Schmalz, Schriftführerin ist Barbara Berg-Schlosser, die Stellvertretung übernimmt Sybille Siersch von Lydia Doeffinger, die das Amt neun Jahre lang innehielt. Beisitzer sind Evi Schinharl und Angelika Rothenanger. Kassenprüfer ist Dr. Ludwig Macher.

Geehrt wurden für 40 Jahre Mitgliedschaft Christa Franke und Ursula Maier. 30 Jahre dabei sind Hans-Jürgen Schmehling, Renate Brügel, Cornelia Dahmen, Monika Schweigert und Hildegard Dau.  mk

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