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Die Il-Kiosko-Chefs: Francesca und Gene Aurigemma vor ihrem Kiosk in Steinebach.

Kioske im Fünfseenland

’O Sole Mio mit Franca und Gene

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Der schönste Tag am See ist nichts, wenn einem der Magen knurrt und die Kehle austrocknet. Ein Glück, dass es im Fünfseenland so viele tolle Kioske gibt. Die schönsten und spannendsten stellen wir in unserer Sommerserie vor. Heute: „Il Kiosko“ am Wörthsee in Steinebach.

Steinebach – Generoso und Francesca Aurigemma, genannt Gene und Franca, sind gefühlt irgendwie das Königspaar unter den Kioskbesitzern. Weil ihr Kiosk-Reich so präsent ist, und einfach auch der Renner in Steinebach. Nach 26 Jahren im eigenen Restaurant eröffneten die Aurigemmas 2010 ihren „Il Kiosko“ an der Seepromenade. Sie hatten sich gegen eine Menge Mitbewerber durchgesetzt und fristeten die ersten Monate noch in zwei Imbisswagen.

Heute führt an ihnen kein Weg vorbei. Il Kiosko ist Kult, und zwar nicht nur wegen der sagenhaften Sonnenuntergänge, sondern auch wegen Chef Gene, der mitunter mit strenger Hand, aber vor allem der Präsenz eines italienischen Patrone seinen Laden in Schwung hält. Seine quirlige Frau Franca ist die meiste Zeit bei ihrem zweiten Kiosk, den sie 2015 am Campingplatz Pilsensee eröffnet hat. Doch wenn es um Pressetermine zum Thema Kiosko in Steinebach geht, legt ihr Mann größten Wert auf ihre Anwesenheit. „Ohne eine Partnerin wie Francesca wäre das alles nicht möglich“, sagt der italienische Hühne.

290 Tage im Jahr, oft auch bei Wind und Wetter

Zehn feste Mitarbeiter sind im Il Kiosko beschäftigt, dazu kommen unzählige Aushilfen und bis zu 290 Arbeitstage im Jahr, oft auch bei Wind und Wetter. „Jedes Jahr ist eine Herausforderung für uns“, sagt Gene Aurigemma. „Du musst Dich immer wieder neu erfinden“, bestätigt seine Frau (51). Beide sind der festen Überzeugung: „Ohne die lange Erfahrung mit unserem Restaurant hätten wir das hier niemals geschafft.“ Denn Kiosk am See, das bedeutet Einsatz beim zartesten Sonnenstrahl, und wenn es nur für fünf Gäste ist.

Das ist heute schwer vorstellbar, aber bis gestern war echt noch Sommer: Aniko Hoetter aus Schöngeising und ihre Söhne (v.l.) Lukas (5 Jahre) und Moritz (4 Jahre) diese Woche am Badestrand beim Kiosko.

Bei Il Kiosko ist immer etwas geboten. Angefangen bei den italienischen Spezialitäten wie Pizza über Besonderes wie derzeit den Filet-Burger für 10,50 Euro, bis hin zu Live-Auftritten von Bands und Sängern, die im Sonnenuntergang plötzlich ’ Sole Mio (neapolitanisch für Meine Sonne) schmettern. Immer wieder mal postet Gene Aurigemma (55) dann auf seiner Facebook-Seite Besonderes, beispielsweise einen Fisch-Grillteller oder so. Wenn es abends kühler wird im Herbst, zündet er in Schalen Feuer an und gibt Decken aus, seine Liegestühle gibt es kostenlos.

„Um 22 Uhr machen wir hier Schluss. Darauf lege ich Wert“

Weil er mit soviel Elan sein Geschäft in Angriff nahm, waren die Steinebacher rund um den Birkenweg anfangs auch mal irritiert. Doch das hat sich laut Gene Aurigemma längst gelegt. „Mit den Nachbarn hat sich alles super eingespielt. Wir sprechen uns ab und unterstützen uns.“ Ein Anwohner schaut sogar nachts ab und an nach dem rechten. Und wenn die Aurigemmas eine Band eingeladen haben, werden die Nachbarn informiert. Dabei achtet Gene Aurigemma grundsätzlich auf Rücksichtnahme. „Um 22 Uhr machen wir hier Schluss. Darauf lege ich Wert.“

So ist die Zeit ins Land gegangen. Nun sind die Aurigemmas schon seit 33 Jahren in Steinebach. Sie haben ihre Stammgäste erwachsen und alt werden sehen, aus Teenagern sind Eltern und sogar Großeltern geworden. „Das ist fantastisch und wenn es nach uns geht, machen wir das so lange wie möglich, und wenn ich mit dem Rollator komme“, lacht Gene.

Ein Blick auf die Preise

Weil er so viele Stammgäste hat, ändert Gene Aurigemma die Speisekarte ständig. Fester Bestandteil des Programms sind die Pizzen, ab 6 Euro aufwärts, dazu kommt Salat mit Scampis für 10,50 Euro oder auch der Filet-Burger für 10,50 Euro. Der Cappuccino ist für 2,40 Euro zu haben, das Bier kommt aus der Brauerei des Grafen zu Toerring und kostet 3 Euro. Außerdem gibt es beim Il Kiosko selbst gemachtes Eis von Martin Engert Saier aus München, die Kugel kostet 1,20 Euro. Im Gegensatz zu vielen Kiosken im Fünfseenland gibt es beim Il Kiosko kein Saisonende. Wenn im Herbst und auch im Winter die Sonne rauskommt, stehen Gene Aurigemma und sein Team parat. „Ruft an und fragt, ob wir da sind“, schreibt Gene auf seiner Website:  (0 81 53) 90 15 03 oder 01 71/3 41 09 55.

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