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Fingerzeig auf ein erfolgreiches Projekt: Christoph Winkelkötter, Chef der gwt, DKS-Gebietsleiter Bayern Alexander Eberl, Innings Bürgermeister Walter Bleimaier und Wörthsees Gemeindeoberhaupt Christel Muggenthal (v.l.). 

Interkommunales Gewerbegebiet

Zuschlag für die letzten drei Unternehmer

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Der Kreis ist geschlossen: Die Flächen auf dem Gebiet des Interkommunalen Gewerbegebietes Inning/Wörthsee sind komplett vergeben.

Wörthsee/Inning – Sechseinhalb Jahre nachdem das interkommunale Gewerbegebiet Inning-Wörthsee in die Wege geleitet wurde, zeichnet sich der Abschluss ab. Bis 9. März sollen zu den 51 ansässigen Unternehmen drei weitere hinzukommen – dann sind alle Parzellen der 82 000 Quadratmeter großen Fläche belegt. Bei einem Treffen blickten Christoph Winkelkötter (gwt-Chef), Alexander Eberl (Leiter der beauftragten Entwicklungsgesellschaft) sowie Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal und deren Inninger Amtskollege Walter Bleimaier zurück – und voraus. Denn die anwesenden Unternehmer hatten auch etwas zu monieren.

Entstehung

„2009 gab es den ersten Kontakt der beiden Gemeinden“, sagt Eberl. Zwei Jahre später habe sich das Projekt konkretisiert, Verträge wurden geschlossen. Muggenthal erklärt: „Die Basis war, dass sich die beiden Gemeinden sehr ähnlich waren.“ Beide wollten Gewerbeflächen entwickeln und taten dies nach Hinweis von Winkelkötter gemeinsam. „Der Wörthseer Gemeinderat war schnell dabei, die Inninger haben die Vorteile nicht gleich gesehen.“ Bürgermeister Bleimaier erinnert sich: „Weil die Fläche und Ausgleichsflächen auf Inninger Flur liegen.“ Dennoch werden die Gewerbesteuereinnahmen 50:50 aufgeteilt. „Inzwischen wissen die Inninger aber, dass es ein Erfolgsmodell ist“, sagt Bleimeier. Es sei das erste Interkommunale Gewerbegebiet in ganz Oberbayern gewesen.

Entwicklung

Im Mai 2012 begannen die Planer, die Fläche an der A96 und B471 zu vermarkten. Schon fünf Monate später war die Hälfte der Parzellen reserviert. Im November 2014 waren mehr als 60 Prozent verkauft. „Es gab dann eine kleine Durststrecke, weil die Flächen so groß waren“, sagt Eberl. Über 150 Unternehmer waren interessiert – die Branchen Logistik, Einzelhandel, Kfz und Industrie schieden aber von vornherein aus. Mittlerweile sind 51 regionale Unternehmen angesiedelt. Sie bilden die unterschiedlichsten Branchen ab: von Juwelen-Versicherung, Katamaran-Herstellung bis hin zu Rasenmäher-Reinigungstechnik sind besondere Dienstleistungen vorhanden. „Viele kleine mittelständische Unternehmen mit Expansionsbedarf“, sagt Winkelkötter, „von denen wir ja auch profitieren. Wir wollen ihnen eine Heimat bieten.“ Die Nachfrage ist weiter enorm. Eberl berichtet: „Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht ein Unternehmen anfragt.“

Finanzen

14,4 Millionen Euro nehmen Inning und Wörthsee mit dem Flächenverkauf ein. 10,83 Millionen Euro hat das Projekt bis dato gekostet, davon sind 5,61 Millionen Euro Erschließungskosten. Noch haben nicht alle Unternehmen den Geschäftsbetrieb aufgenommen. Im vergangenen Jahr flossen 352 000 Euro an Gewerbesteuer. „Das Steueraufkommen ist gut“, sagt Muggenthal. Zum Überschuss für Wörthsee sagt sie: „Wir werden sicher nicht den ganzen Topf aufbrauchen.“ Auch Amtskollege Bleimaier betont, mit dem Überschuss wolle Inning Rücklagen bilden. Derzeit wird mit insgesamt 3,58 Millionen Euro gerechnet, die übrig bleiben.

Probleme

Der Überschuss wird allerdings noch geschmälert. „Es kommt noch eine unerwartete Rechnung auf uns zu“, sagt Bleimeier. Archäologische Grabungen (April 2012 bis Mai 2013) förderten zu Tage, dass der Boden der unbebauten Fläche belastet ist. „Für Landwirtschaft wäre die Grenze nicht überschritten, für einen Erdwall schon.“ Die „Reinigung“ koste mehrere hunderttausend Euro. Unternehmer kritisierten die Parkplatzsituation im Gewerbepark. „Wir haben schon über ein Parkhaus nachgedacht“, sagte Bleimeier, „am Kreisverkehr würde es sich anbieten.“ Während die Kantine eines Unternehmers von mehreren Betrieben genutzt wird, könnte die ansässige Kita mehr Zulauf aus dem Gewerbepark vertragen. Bislang kommen dort nur fünf „Unternehmenskinder“ unter.

Zukunft

Die vorerst letzten Parzellen des Gewerbeparks sollen bei einem Notartermin am 9. März an Unternehmen übergehen werden.

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