+
Die zukünftigen Betreiber des Kiosks an der Rossschwemme in Wa lchstadt: (v.l.) Valentin Girstenbrey und Moritz Naumann.

Kiosk Rossschwemme

Jungunternehmer macht das Rennen

  • schließen

Bewerber für den Kiosk Rossschwemme in Walchstadt hofieren den Gemeinderat Wörthsee mit Köstlichkeiten.

Steinebach – Meistens gibt’s in Gemeinderatssitzungen Wasser, manchmal auch Saft. Am Donnerstag, bei der Sondersitzung zum Thema Kiosk Rossschwemme in Walchstadt, kreisten im Wörthseer Rathaussaal jedoch die Köstlichkeiten. Die Bewerber hatten kleine Hamburger dabei, Salat im Glas und Kuchen. War alles gleich gut. Das Rennen machte trotzdem nur eine Bewerbercrew: Moritz Naumann aus Schondorf, mit Valentin Girstenbrey und Thomas Glashauser.

„Let’s make Rossschwemme great again“ – mit diesem Slogan stellten sich Naumann und Girstenbrey den Gemeinderäten vor. Ein bisschen schief vielleicht, schließlich haben sie diesen Satz dem amerikanischen Präsidenten Trump entliehen. „Ich bin auch kein Trump-Unterstützter“, betonte Naumann gleich. Am Inhalt aber wollen er, Girstenbrey und Glashauser nicht rütteln. „Die Rosschwemme müsste man entstauben“, findet Naumann. Kompagnon Glashauser weist 20 Jahre Gastronomieerfahrung vor und ist Inhaber zweier Betriebe. Naumann, 38 Jahre alt, ist Jurist und Geschäftsführer eines Startups. Der 24-jährige Girstenbrey hat bei ihm gelernt, ist Veranstaltungskaufmann und auch Barista. Er soll den Kiosk an der Rossschwemme hauptverantwortlich führen, im Hintergrund unterstützt von Naumann und Glashauser. „Für keinen von uns ist der Kiosk das Haupteinkommen. Sondern wir sehen es als Projekt für unseren Jungunternehmer Girstenbrey“, erklärte Naumann

Das Trio hat sich den Kiosk angeschaut und die Zielgruppen studiert. Neben Familien, Studenten und Sportlern schwebt ihnen eine weitere Gruppe vor, die „Sundowner“, die sich nach der Arbeit noch am See entspannen wollen. Für diese soll es abends eine kleinere Karte geben, abgesehen davon aber rund um die Uhr frische Burger, Salate und Wraps, keine Tiefkühlkost. Auch das Eis würden Naumann und Co. gerne selber machen, vorausgesetzt, sie können den derzeitigen Vertrag mit einer Eisfirma auflösen. Und auch beim Bier haben sie die Hoffnung, dass sie einen neuen Vertrag machen können. „Weil das auch Geld für die Ausstattung bringt“, wie Naumann weiß.

Es gab auch noch jede Menge andere potenzielle Bewerber an diesem Abend. Mosafer Haghighi Saeed, der seit 20 Jahren nahe des Rathauses einen Gemüseladen betreibt, machte kein Geheimnis daraus, dass die Tage seines Geschäfts gezählt sind und er eine neue Herausforderung sucht. Die sich wandelnden Umstände rund um seinen Laden macht er dafür verantwortlich. Robin Kinner und Gerhard Randi, Köche im neuen Augustiner, hatten sich eine Menge Gedanken gemacht darüber, wie man den Kiosk an der Rosschwemme zu einem Erlebniskiosk machen könnte – was den Räten dann fast zu viel der Ideen schien.

Auch Cathrin Dierks zählte zu den Interessenten: Die 50-jährige Architektin aus Hamburg betreibt seit drei Jahren den Kiosk „Steg 1“ am Starnberger See in Possenhofen. Gemeinsam mit Bado Schleifenbaum würde sie auch gerne die Rossschwemme übernehmen – und landete in der Gunst der Räte, die nach einem Punktesystem die Bewerber sortierten, auf Platz zwei.

Sebastian Eisenschmid Konditor und Ladenbauer aus Icking sowie Markus Zakrzewski aus München schließlich träumten immer schon von einer eigenen Gastronomie. Ihnen ist Nachhaltigkeit und Regionalität wichtig. Im Ranking wurden sie an diesem Abend Dritte.

Die Wahl des Gremiums war eindeutig. Und dies nicht nur, weil die Burger schmackhaft waren. Los gehen soll es am 1. April. Auf dem Parkplatz am Kiosk sollen in Zukunft Parkuhren installiert werden. Der Kiosk ist während Schönwetterperioden von 9 bis 20 Uhr geöffnet, im Winter nach Bedarf.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Jagdrecht und Natur Hand in Hand
Dr. Bernhard Ernst, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Ammersee, sieht keinen Widerspruch bei der erweiterten Ausübung des Jagdrechts auf dem See. Im Gegenteil, …
Jagdrecht und Natur Hand in Hand
Handtasche mit Papieren weg
Wertsachen nicht im Auto lassen, wenn man baden geht! Eine Frau hat in Percha nicht daran gedacht und wurde Opfer eines Diebes.
Handtasche mit Papieren weg
Tutzings Bürgermeister Rudolf Krug ist gestorben
Tutzing trauert um seinen Bürgermeister: Rudolf Krug ist in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 60 Jahren gestorben. 
Tutzings Bürgermeister Rudolf Krug ist gestorben
Kleben für die Demokratie
Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf, und einige negative Randerscheinung auch: Plakatvandalismus, unter dem wohl alle Parteien leiden. Wie sind überhaupt die Regeln fürs …
Kleben für die Demokratie

Kommentare