Signalstörung: Verzögerungen auf der Stammstrecke

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Die Grünen stoßen auf den Wahlerfolg an – und auf ihre Wiederwahl. Peter Steinhöfel (v.l.), Martina Neubauer, Kerstin Täubner-Benicke und Bernd Pfitzner bleiben im Vorstand des Kreisverbands.

Kreisversammlung

Grüne stoßen an und schauen nach rechts

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Die Grünen feiern ihr Wahlergebnis, blicken aber bereits voraus. Besonders zwei Themen setzt der Kreisverband auf seine Agenda.

Landkreis – Die Grünen suchen vor möglichen Koalitionsverhandlungen die Nähe zur CDU – zumindest teilweise. „Ihr kennt mich“, sagte Kerstin Täubner-Benicke den 22 Kreis-Grünen am Dienstagabend im Gasthof Raabe zum See am Wörthsee kurz vor ihrer Wiederwahl. Vorstands-Kollege Bernd Pfitzner formte mit seinen Händen passend dazu die Raute.

Pfitzner: Grünen-Vorsitz bis zum Bürgermeister-Amt

Tatsächlich positionieren müssen sich die Mitglieder bei der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen Ende Oktober in Berlin. Wie steht es um die Starnberger Stimmung hinsichtlich einer Jamaika-Koalition? „Ich sehe uns in der Verantwortung. Es gibt eine Verpflichtung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen“, betonte Kreisrätin Martina Neubauer. Es werde aber schwierig werden. „Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die sich in die Verhandlungsrunden begeben.“

Im Kreisverband bauen sie weiter auf die Doppelspitze aus Täubner-Benicke und Pfitzner. Der Tutzinger kündigte allerdings an: „Am 28. Januar werde ich zurücktreten.“ Wie berichtet, möchte Pfitzner Tutzinger Bürgermeister werden. „Ich bin optimistisch, dass ich das werden kann“, verkündete er unter Applaus. Sollte es ihm nicht gelingen, möchte er das Amt als Kreisvorsitzender behalten. „Mir geht es vor allem um das Thema bezahlbarer Wohnraum.“ Auf Vorstands-Kollegin Täubner-Benicke warten nach ihrer gescheiterten Bundestagskandidatur weiter lokale Aufgaben. Für ihren Wahlkampf erhielt sie aber den Applaus der Mitglieder. „Es hat sich gelohnt. 

Neubauer zur AfD: „Habe ein ganz schlechtes Gefühl“

Das Ergebnis ist eine Bestätigung für mich und die Politik der Grünen.“ Gestern vor einem Jahr wurde sie nominiert. „Es war eine ganz, ganz tolle und lehrreiche Zeit für mich.“ An 1000 Türen haben die Wahlkämpfer der Grünen geklingelt. Trotzdem sah es zunächst düster aus. Täubner-Benicke berichtete vom Wahlabend: „Um 17.45 Uhr gab es eine Telefonkonferenz mit dem Landesverband, da war betrübte Stimmung.“ Auf dem Weg ins Landratsamt habe sie mit dem Ergebnis schon gar nicht mehr gerechnet. Als „Highlights“ sehen die Grünen im Landkreis vor allem Weßling (4,3 Prozent Zuwachs im Vergleich zur Bundestagswahl 2013), Pöcking (4,2), und Feldafing (3,8). „Wir haben überall mindestens um 1,5 Prozent zugelegt“, verkündete Pfitzner. „Wir haben allen Grund zu feiern, auch im Landkreis.“

Dafür spenndiert der ebenso wiedergewählte Kassier Peter Steinhöfel den Anwesenden sogar eine Runde Sekt. Noch während die Grünen daran nippten, kippte die Stimmung. „Ich habe ein ganz schlechtes Gefühl“, sagte Neubauer mit Blick auf das Ergebnis der AfD. „Ich erwarte, dass wir da klare Kante zeigen. Nach dem Wahlabend hatte ich das Gefühl: Ich will nur noch weg aus diesem Land. Heute denke ich: Wir müssen kämpfen.“ In einer eigenen Sitzung wollen die Kreis-Grünen Maßnahmen erarbeiten.

Täubner-Benicke: Mehr Bedeutung für Fußgänger 

Dann soll auf Wunsch von Täubner-Benicke auch das Thema „menschengerechte Mobilität“ im Landkreis auf der Agenda stehen. „Bislang ist alles nur auf das Auto fixiert“, begründete die Kreis-Vorsitzende. „Ich möchte, dass Fußgängern und Radfahrern eine höhere Stellung im Verkehr eingeräumt wird.“ Dabei erwähnte sie den jüngsten Unfall am Tutzinger-Hof-Platz in Starnberg, bei dem ein elfjähriges Mädchen mit ihrem Fahrrad von einem Lkw erfasst worden war (wir berichteten). Man müsse für das Thema Mobilität Aufmerksamkeit erregen. Erste Ideen nannte Täubner-Benicke bereits: Parkplatzbesetzungen oder Demos für Verkehrsopfer.

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