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Lernen in und von der Natur

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Von: Hanna von Prittwitz

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Anpacken im kleinen Paradies: Uschi Anlauf vor dem kleinen Ziegenstall, der – wenn es die Pandemie wieder erlaubt – im neuen Umweltgarten des LBV Platz für Umweltbildung bietet.
Anpacken im kleinen Paradies: Uschi Anlauf vor dem kleinen Ziegenstall, der – wenn es die Pandemie wieder erlaubt – im neuen Umweltgarten des LBV Platz für Umweltbildung bietet. © Dagmar Rutt

Am Wörthsee entsteht derzeit der erste Umweltgarten des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), Kreisgruppe Starnberg. Eine erste Veranstaltung ist auch schon geplant.

Steinebach – Das Bienenvolk hat es nicht weit, in der herrlichen alten Kastanie wenige Meter entfernt herrscht Hochbetrieb. Auf der Wiese ringsum zirpen die Grillen und blühen die ersten Stauden, angelegte Beete warten auf tatkräftige Hände: An der Seeleite in Steinebach entsteht gerade der erste Umweltgarten des LBV Starnberg (Landesbund für Vogelschutz). Am kommenden Samstag findet dort die erste Veranstaltung für Familien statt, eine Anmeldung ist noch möglich.

Das war einfach Glückssache. Eine Erbengemeinschaft hat ein zauberhaftes Stück Grünland in Seenähe, auf dem bis vor Kurzem Ziegen grasten, und bietet diese dem LBV an. „Wir haben dann gleich an Umweltbildung gedacht, was Tolleres gibt es doch gar nicht“, berichtet die Biologin Uschi Anlauf, die beim LBV für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Wir, das sind sie und Stefan Schilling, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe. Corona verzögerte dann zwar eine Menge, doch ein Jahr später ist auf der knapp zwei Hektar großen Fläche viel passiert. Im Ziegenstall legten Helfer die Bohlen des alten Flussseeschwalbenfloßes vom Starnberger See als Boden aus, der Imker Günter Schmitt platzierte unter der prächtigen Mirabelle einen Bienenstock, Steine umfassen mehrere frisch angelegte Beete, auf denen unter unterschiedlichen Bedingungen Stauden gedeihen sollen. Sogar Strom gibt es schon, eine Solaranlage auf dem Dach des Stalls ist installiert.

„Wir haben uns entschieden, wir machen es so, wie wir können, Schritt für Schritt“, erklärt Anlauf. Vieles fügte sich dann fast von allein. Schnell waren mit Claudia Trepte, Petra Gunkel, Franz Pommer, Johanna Krause und Edith Kirchberger Umweltbildnerinnen und
-bildner gefunden. Tobias Stieger, Gärtner aus Andechs, zeigte den Naturschützern, wie man aus Totholz eine sogenannte Benjeshecke anlegt. Gartengestaltung, Bau und Umweltbildung, in diesen drei Gruppen legten die Ehrenamtlichen mit Begeisterung los. „Wir sind mittlerweile rund 15 Leute, die sich kümmern“, zählt Anlauf zusammen. Eine Arbeit mit Zukunft: Der LBV darf das Areal vorerst für zehn Jahre pachtfrei nutzen.

„Es ist ein ganz besonderer Ort“, sagt die Biologin Anlauf. Üblicherweise pachtet oder erwirbt der LBV Flächen, auf denen er dann die empfindlichen Biotope pflegt. „Da ist immer die Frage, ob man dort viele Leute haben möchte. Hier ist das einfach toll, weil viel Natur da, aber nicht in Gefahr ist.“ Ideen haben die Naturschützer für ihr kleines Paradies am Wörthsee jede Menge. Im Vordergrund steht die Umweltbildung, „ein Herzensprojekt für mich“, wie Anlauf sagt. Geplant sind verschiedene Angebote für Familien, aber auch für Kindergarten- und Grundschulkinder. Nach dem Leitsatz „Man liebt nur, was man kennt, und man schützt nur, was man liebt“ des Zoologen Konrad Lorenz. Beim Wirken im Naturgarten sollen die Menschen miteinbezogen werden und Erlerntes mit nach Hause nehmen, auch die Erwachsenen. „Sie lernen für den eigenen Garten und wie man der Natur dort Gutes tut“, sagt Anlauf.

Bei der ersten Veranstaltung am kommenden Samstag stehen „Unsere Gartenvögel“ im Mittelpunkt. Willkommen sind Familien mit Kindern ab sechs Jahren. Welcher Vogel schläft im Fliegen? Welcher singt morgens als erster? Die Teilnehmer lernen spielerisch die zwölf häufigsten Gartenvögel kennen, am Ende gibt es Tipps für die Gestaltung eines vogelfreundlichen Gartens oder Balkons, und jede Familie kann einen Nistkasten für daheim bauen. Die Aktion dauert von 11 bis 12.30 Uhr sowie von 14 bis 15.30 Uhr. Anmeldungen werden per E-Mail an umweltbildung.starnberg@lbv.de entgegengenommen. Die Teilnahme kostet 12 Euro pro Familie, pro Nistkasten-Bausatz kommen 11 Euro hinzu. Wer sich als Helfer für den Umweltgarten einbringen möchte: Uschi Anlauf freut sich auf Mails an uschi.anlauf@lbv.de.

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