Millionen-Projekt

Nächtlicher Geistesblitz Ende des Schutzstreifens?

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Wörthsee - Wasserversorger soll Leitungen an Etterschlager Straße erneuern – Zwei Jahre Arbeiten mit Wanderbaustelle geplant

Eines Nachts war es. Da kam Martina Jursch (CSU) die Erkenntnis, dass der Fahrradschutzstreifen auf Probe, dem auch sie zugestimmt hatte, für die Etterschlager Straße nicht die Optimallösung ist. In einer Pilotphase sollte sich zeigen, ob sich der Streifen bewährt. Jursch fiel nun eine bessere Lösung ein, das, was sie im Bauausschuss am Montag einen „nächtlichen Geistesblitz“ nannte. Warum nicht den Bürgersteig an der Etterschlager Straße auflösen und dort markierte Parkplätze anbringen? 

Wegen Baumaßnahmen: Fahrradschutzstreifen kommt erst mal nicht

Hat eine Idee parat: Gemeinderätin Martina Jursch (CSU)

„Der Bürgersteig wird fast gar nicht genutzt“, erklärte Jursch. Alle drei Parkplätze solle ein Baum gepflanzt werden. „Dadurch würde die Straße schöner werden.“ Und der Verkehr würde langsamer fließen. „Ich finde die Idee toll“, warb Jursch und blickte bange zu Bürgermeisterin Christel Muggenthal: „Aber die Idee ist zu spät dran, oder?“ Noch sei der Fahrradschutzstreifen nicht in Auftrag gegeben worden, sagte Muggenthal. 

Das hat einen guten Grund: Die Wasserleitungen an der Etterschlager Straße sollen erneuert werden. „Sie sind 60, 70 Jahre alt. Langsam ist es Zeit zum Austauschen“, erklärt Thomas Tinnes, technischer Leiter der zuständigen AWA Herrsching. Der Wasserdruck spielt eine Rolle – so soll unter anderem Etterschlag durch die neuen Leitungen einen höheren Wasserdruck bekommen. „Es geht aber auch um Brandschutz“, sagt Tinnes, „der ist teilweise verbesserungswürdig.“ Schließlich braucht auch die Feuerwehr Druck, wenn sie Wasser aus dem Hydranten nimmt. Die neuen Leitungen sollen die Voraussetzungen für eine Löschgruppe bieten. 

Zwei Bauphasen von Mai bis Oktober 2017 und 2018

Zum Austauschen der Leitung muss die Etterschlager Straße auf einer Länge von 1,6 Kilometern aufgerissen werden (ab Pizzaservice Richtung Edeka). Geplant sind zwei Etappen: 2017 und 2018 jeweils von Mai bis Oktober. Der Verkehr wird während der Arbeiten nur halbseitig geführt werden und per Ampeln geregelt. Allerdings, so Tinnes, sei der abgesperrte Baubereich nur etwa 60 Meter lang. Nicht die gesamte Strecke muss also gesperrt werden. 20 Meter an Wasserleitungen pro Tag sollen dann ausgetauscht werden. 1,15 Millionen Euro investiert die AWA dafür. „Es ist eine sehr große Maßnahme. Sie ist sehr kompliziert, bringt aber am meisten“, sagt Tinnes. 

Deshalb wurde sie von mehreren Maßnahmen im strategischen Plan vorangestellt, fügt AWA-Vorstand Hermann Doblinger hinzu. Von Seiten der Gemeinde habe er bereits positive Rückmeldungen erhalten. „Es ist fest eingeplant.“ Ein Projekt, das Auswirkungen haben könnte auf die Etterschlager Straße und ihren Fahrradschutzstreifen. Den wird es nämlich während der Arbeiten nicht geben. Und danach? Könnte Jurschs nächtlicher Geistesblitz ein Thema werden. Auch wenn Muggenthal bereits anmerkte: „Das ist eine Staatsstraße. Die können wir nicht einfach verengen.“ Die Gemeinde könnte die AWA beim Verschließen der Straße bitten, Freiräume zu lassen und sich dafür finanziell beteiligen. Bereitschaft dazu äußerten beide Parteien. 

Projekt wird bei Bürgerversammlung vorgestellt

Das Projekt ist auch Thema bei der morgigen Bürgerversammlung: 19 Uhr in der Aula der Grundschule. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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