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Gute Laune beim Aufstellen der steinernen Bohnenschote mit dem Namen „Saat“: Johannes Englmeier, Juliane Seeliger-von Gemmingen, Tanja Schmalzl, Sonya Schreyögg und Künstler Peter Heesch.

Weitere Station

Neue Skulptur am Wörthsee: Das steckt hinter der steinernen Bohnenschote

Der Skulpturenweg am Wörthsee hat eine neue Station. Am Badeplatz Maistraße wurde am Freitag ein markantes Schwergewicht aus Säulenbasalt aufgestellt. Das steckt hinter der Bohnenschote.

Wörthsee – Bildhauer Peter Heesch gab seiner steinernen Bohnenschote den Namen „Saat“ nicht ohne Hintergedanken. „Wie die Menschen hat auch die Natur außen eine raue Schale, aber innendrin keimt etwas“, sagt der Münchner Künstler und spricht vom Reiz, mit einem spröden Stein etwas Organisches darzustellen.

Den dichten und harten Basalt hat Heesch in seiner Werkstatt zwei Wochen lang mit der Flex bearbeitet. Die Diamantscheiben werden dabei so heiß, dass sie verglühen würden, wäre der Winkelschleifer nicht wassergekühlt. Die Bohnenschale ist gewollt grob und rau. Manche Stellen hat der Künstler auch im Naturzustand des Steines belassen: „Ich lasse gerne Spuren, Außenkanten stehen. Weil wir alle irgendwo unsere Geschichte haben.“ An den aufgeplatzten Innenstellen der Schote lässt sich spiegelglatt der geschliffene Kontrast sehen und ertasten.

Maßarbeit beim Aufstellen der Skulptur war gefragt.

Geboren wurde die gewichtige Schote in einer ehemaligen Zwangsarbeitersiedlung, deren Baracken heute rund 15 Künstlerwerkstätten beherbergen. Heesch, der in Hechendorf aufwuchs, und auch Holzbildhauer ist, weiß die Vorteile des Gesteins zu schätzen: „Draußen bietet sich Stein mehr an. Gerade Basalt in Säulenform ist unheimlich kraftvoll und gibt in der Bearbeitung viele Möglichkeiten her.“ Beim Transport des 1,5 Meter langen Schwerkalibers packte Gemeinderat Paul Grundler mit seinem Teleskoplader mit an. Immerhin hat der Wörthseer Landwirt direkt am Hof auch schon zwei Stahlkunstwerke stehen und weiß: „Der Skulpturenweg ist eine Bereicherung.“ Vorstandsmitglied Juliane Seeliger von Gemmingen freut sich über die 14. Dauerleihgabe seit Gründung des Vereins Skulpturenweg Wörthsee im Herbst 2019 und sagt: „Der Skulpturenweg wächst. Bis zu den Sommerferien kommen noch drei hinzu. Im Herbst geht es dann weiter.“

Die sieben Vereinsmitglieder rekrutieren ihre Künstler hauptsächlich aus der Region und legen auch selbst Hand an. „Wir wollen Kunst außerhalb von Museen zugänglich machen“, sagt Vorsitzender Johannes Englmeier. Er machte sich bereits als Vater der Fremdlinge am Birkenweg einen Namen. Metallschrott wird bei Englmeier einfach zu Kunst recycelt: „Es gefällt mir gut, wenn die Sachen ein zweites Leben bekommen.“ Sein Metallsockel für die 350 Kilogramm schwere Basaltschote war eine echte Herausforderung. „Er musste das Gewicht halten und filigran aussehen. Das haben wir von einem Statiker ausrechnen lassen. Wir mussten davon ausgehen, dass Kinder drauf rumturnen“, so Seeliger von Gemmingen.

Die Kunstwerke des Skulpturenwegs stehen größtenteils zum Verkauf. Zum Preis der „Saat“ will der Künstler vorerst nicht konkret werden, lässt aber durchblicken: „Im vier- oder fünfstelligen Bereich.“

Nilda Höhlein

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