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Neue Skulptur „Spindel“ völlig zerstört

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Von: Sandra Sedlmaier

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Flachgelegt: Das 5,40 Meter hohe Kunstwerk „Spindel“ aus Edelstahl wurde zerstört.
Flachgelegt: Das 5,40 Meter hohe Kunstwerk „Spindel“ aus Edelstahl wurde zerstört. © Juliane Seeliger-von Gemmingen

War es ein völlig missglückter Freinacht-Scherz oder ein gezielter Anschlag auf den Skulpturenweg in Wörthsee? In der Nacht auf Sonntag haben Unbekannte das neueste Kunstwerk, die „Spindel“ von Max Mirlach, total demoliert.

Steinebach – Nur etwas über eine Woche lang, von Freitag vorvergangener Woche bis vorigen Samstag, stand die „Spindel“ des Raistinger Künstlers Max Mirlach am Birkenweg in Steinebach. Das jüngste Mitglied des Wörthseer Skulpturenwegs ist in der Nacht auf Sonntag zerstört worden. Unbekannte haben mit massiver Gewaltanwendung das 5,40 Meter hohe Werk aus Edelstahl verbogen, einen Betonpfeiler, auf dem der Name des Werks stand, aus der Erde gerissen und in den nahen Bach geworfen. Juliane Seeliger-von Gemmingen und Johannes Englmeier vom Verein Skulpturenweg Wörthsee sind ratlos und verzweifelt. Sie haben die Tat bei der Polizei angezeigt und recherchieren auch selbst, was in der Nacht auf Sonntag auf der Badewiese am Birkenweg passiert ist.

Bis Mitternacht war es offenbar ruhig. Das hätten Anwohner gesagt, berichtet Kulturreferentin Seeliger-von Gemmingen. Um halb neun am Sonntag habe sie dann ein Foto von der zerstörten Skulptur bekommen. „Das Kunstwerk hat 15 Edelstahl-Bögen – ein Mann reicht nicht, um die abzubiegen“, sagt Englmeier. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass es jemand kaputt machen könnte“, ergänzt Seeliger-von Gemmingen.

Erst am Freitag, 22. April, ist das Kunstwerk aufgestellt worden. 1500 Euro hat der Rotary Club Wörthsee für dessen Ausführung in Edelstahl spendiert (wir berichteten). Auch Rotary-Präsident Andreas Stipp ist entsetzt.

Seeliger-von Gemmingen geht von einem gezielten Angriff aus, nicht von einem Freinacht-Scherz. Sie überlegt auch, ob sich der Vandalismus-Akt gegen das neue Werk auf der Badewiese oder den Skulpturenweg im allgemeinden handle. Der Verein erfahre viel Zuspruch für die Kunst im öffentlichen Raum, aber eben auch Kritik. „Das Angelhakenherz an der Rossschwemme finden viele schön“, sagt die Kulturreferentin. „Das ist eben gefälliger als die rostigen Keile am Schlittenberg – wegen ihnen haben wir schon böse Briefe bekommen.“ Zwar stehe der Gemeinderat hinter dem Skulpturenweg, doch müsste man vielleicht die Bürger noch besser einbinden, überlegt Seeliger-von Gemmngen. Sie ist erschüttert angesichts der jüngsten Tat: „Vielleicht ist Kunst im öffentlichen Raum nicht mehr möglich.“

Der Verein Skulpturenweg Wörthsee will aber nicht aufgeben. Aktuell sind drei neue Kunstwerke kurz vor der Aufstellung. „Wir werden mit den Künstler sprechen, ob sie weiter bereit sind, ihr Werk zu präsentieren“, sagt Juliane Seeliger-von Gemmingen.

Am heutigen Montag soll die kaputte „Spindel“ abtransportiert werden. So, wie sie jetzt daliegt, könnte man sich an ihr wehtun. Der Verein hofft auf Hinweise, auch von den Burschen, die den nahegelegenen Maibaum bis Sonntagfrüh bewacht haben.

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