Die Tage des Wasserwachthäusls in Steinebach sind gezählt. Bürgermeisterin Christel Muggenthal und Vizebürgermeister Josef Kraus hoffen, dass die Planung für den Neubau im Gemeinderat eine Mehrheit findet.
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Die Tage des Wasserwachthäusls in Steinebach sind gezählt. Bürgermeisterin Christel Muggenthal und Vizebürgermeister Josef Kraus hoffen, dass die Planung für den Neubau im Gemeinderat eine Mehrheit findet.

BRK legt Bauantrag für Wasserwachtstation in Steinebach vor – Steg für Badegäste geplant

Neuer Anlauf für neue Bleibe

Vor zwei Jahren scheiterten die Ehrenamtlichen der Wasserwacht Wörthsee und des BRK mit einer ersten Planung für den Neubau einer Wasserwachtstation in Steinebach. In der Bauausschusssitzung am kommenden Montag geht es nun um eine abgespeckte Version.

Steinebach - Seit Herbst 2017 ist die Wasserwachtstation in Oberndorf am Wörthsee wegen Baufälligkeit geschlossen. Das rund 40 Jahre alte Wachhäusl in Steinebach indes ist zu klein, feucht, nicht beheizbar und für die Anforderungen an die Rettungskräfte nicht mehr ausgelegt. „Wir befassen uns schon seit vier Jahren mit dem Thema“, sagt Wörthsees Vizebürgermeister Josef Kraus, der zugleich Kommandant der Feuerwehr Steinebach-Auing ist und das Vorhaben gemeinsam mit Bürgermeisterin Christel Muggenthal der Presse präsentierte.

Ewig habe man nach einem Standort gesucht, da das rund 600 Quadratmeter große Grundstück gegenüber dem Rathaus in Steinebach zu schmal schien. „Aber die Rossschwemme ist im Sommer schlecht erreichbar, an der Maistraße ist es ebenfalls zu eng, und am Birkenweg herrscht zu viel Betrieb“, erklärte Muggenthal. Daher sei man doch wieder bei dem jetzigen Standort gelandet.

In seiner neuen Planung sieht das BRK ein Gebäude mit 128 Quadratmetern Grundfläche vor, acht Meter breit, 16 Meter lang und 6,80 Meter hoch. Im Erdgeschoss befinden sich neben einem Schrank- und Sanitätsraum zwei nebeneinanderliegende Bootsplätze. Im Obergeschoss ist ein 50 Quadratmeter großer Gruppenraum vorgesehen.

Vor allem um die beiden Bootsliegeplätze hat es seit jeher viele Diskussionen gegeben. Derzeit liegt eins der beiden Boote an der Boje und das andere in der Hütte. Das könnte so bleiben, finden Kritiker. „Aber es macht keinen Sinn. Denn heutzutage müssen Boote und Ausrüstung immer einsetzbar, die Geräte geladen sein“, erklärte Kraus. Ein Boot von der Boje zu holen oder die Boote hintereinanderzulegen und dann je nach Einsatz umzutauschen, koste zu viel Zeit. Die Anzahl der Boote sei auch nicht verhandelbar. „Sie bemisst sich an der Zahl der Einsätze und dem, was bei uns mittlerweile im Sommer los ist.“

Auch der Gruppenraum wurde diskutiert. „Es gibt die Meinung, er könne sich irgendwo an einem anderen Ort befinden. Aber wenn es bei Schulungen um Geräte für den Einsatz geht, sollte man diese griffbereit haben“, findet Kraus.

Der jetzige Standort in Steinebach ist bei einigen Bürgern auch wegen seiner Lage umstritten. Sie fürchten um ihren öffentlichen Badeplatz. Doch sie kann Muggenthal beruhigen. Die neue Planung sieht einen langen Steg vor, der von den Badegästen benutzt werden darf. Außerdem verhandelt die Gemeinde gerade mit einer Nachbarin und dem Besitzer des Wörthsees, dem Grafen Cajetan zu Toerring-Jettenbach, über eine kleinere Verbreiterung des Grundstücks, damit die Badenden genug Platz haben.

Ein Ausbau der alten Wachstation in Oberndorf steht laut Kraus und Muggenthal nicht mehr zur Debatte. Die Hütte ist seit 2017 geschlossen. Ein Ausbau hätte einen zu großen Eingriff in den Schilfgürtel des Wörthsees an dieser Stelle bedeutet. „Das wäre im Naturschutzgebiet gar nicht umsetzbar“, schätzt Muggenthal. Von Steinebach aus ist Oberndorf mit dem Rettungsboot in maximal sechs Minuten und damit schnell genug erreichbar.

Bei der Wasserwacht Wörthsee engagieren sich derzeit rund 40 Aktive, dazu kommen 50 Jungmitglieder. Die Kosten für den Neubau schätzt Muggenthal auf rund 600 000 Euro. Der Landkreis beteiligt sich mit rund 350 000 Euro, mit im Boot sind die Nachbargemeinden, das BRK und der Freistaat. Im Vordergrund steht für Muggenthal und Kraus die Nachhaltigkeit der Lösung. „Sie muss zukunftsfähig sein, und das ist sie auch.“ Dennoch rechnet Muggenthal am Montag nicht mit einer einstimmigen Entscheidung. „Aber ich bin auf jeden Fall dafür.“

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