Die Höhenkontrolle am Etterschlager Tunnel löst etwa dreimal pro Woche aus. Das sorgt für Staus und Ärger bei den Autofahrern.

Etterschlager Tunnel

Neues System soll Staus verhindern

  • Sebastian Raviol
    VonSebastian Raviol
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Die Höhenkontrolle am Etterschlager Tunnel löst etwa dreimal pro Woche aus. Das sorgt für Staus und Ärger bei den Fahrern. Mit einer Millionen-Investition möchte die Autobahndirektion das Problem nun beheben.

Etterschlag – Mal sind es 20, mal sind es 40 Minuten, bis der Verkehr wieder läuft. Ärger gibt es unter den Fahrern in jedem Fall, wenn die Höhenkontrolle am Etterschlager Tunnel auslöst und sie auf der A96 stehen bleiben müssen. Ein neues System soll künftig dafür sorgen, dass Lkw schon vor der Höhenkontrolle ausgeleitet werden, wie Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal in der Gemeinderatssitzung ankündigte. Eine mobile Höhenkontrolle soll Lkw frühzeitig erkennen, die höher sind als die im Tunnel zugelassenen vier Meter. Der Fahrer bekommt dann ein Leuchtsignal und den Hinweis, dass er die nächste Ausfahrt nehmen soll. Je nach Fahrtrichtung wird er dann an der Anschlussstelle Wörthsee oder Greifenberg ausgeleitet und fährt über Begleitstraßen weiter. 

„Jeder Lkw, der ausgeleitet wird, erspart den Anwohnern Stau“, sagt Muggenthal im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Wenn der Tunnel kurzzeitig gesperrt war, nahmen bisher Autofahrer den Umweg über die Orte und sorgten dort stellenweise für Verkehrschaos. Von Januar bis Mitte März wurde die Höhenkontrolle am Etterschlager Tunnel laut Autobahndirektion Südbayern 23-mal ausgelöst. „Viele Lkw-Fahrer wissen es ganz genau, probieren es aber trotzdem“, sagt der zuständige Dienststellenleiter Olaf Weller. Sie würden dann 240 Euro Strafe zahlen wären einsichtig – die Autofahrer sind aber verärgert. „Dann wird uns die Schuld in die Schuhe geschoben.“ In manchen Fällen seien die Planen der Lkw gewölbt und machten das Fahrzeug einige Zentimeter größer. „Aber eine Fehlauslösung gab es bislang nicht“, betont Weller.

„Wir hatten an der Decke viele Schäden“

Die Höhenkontrolle gibt es, seitdem der Etterschlager Tunnel bis 2017 sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht wurde. „Wir hatten an der Decke viele Schäden“, erklärt Weller. Immer wieder haben Lkws mit ihrem Dach oder ihrer Dachbeleuchtung die Decke gestreift. Mit Einführung der Höhenkontrolle begann dann der Ärger: Zu hohe Lkw fuhren in den Etterschlager Tunnel, obwohl Warnschilder auf die maximale Höhe hinweisen. Anfangs waren es vor allem regionale Lkws, sagt Weller. „Wir haben dann 80 Firmen angerufen und sie darauf hingewiesen – das hat ein bisschen was gebracht.“ Mittlerweile seien es vor allem überregionale Lkw.

Das neue System soll Abhilfe schaffen und im Laufe des Jahres eingeführt werden. Es kostet zusammen mit anderen Maßnahmen etwa eine Million Euro. Damit soll es weniger Sperrungen im Tunnel geben. Schlägt bei einem Lkw doch erst die zweite Höhenkontrolle an, soll es ab Spätsommer eine Besserung geben: Dann sollen Pkw über die linke Spur weiterfahren können, nur Lkw müssen dann auf der rechten Spur stehen, bis das betroffene Fahrzeug entfernt ist.

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