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Noch eine Sperrung mehr vor Ostern

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Von: Hanna von Prittwitz

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Gesperrt: Beim Kirchenwirt in Steinebach ist die Weßlinger Straße seit Monaten dicht. Eine temporäre Öffnung wegen der Sperrung der Kuckuckstraße vor Ostern steht nicht zur Debatte.
Gesperrt: Beim Kirchenwirt in Steinebach ist die Weßlinger Straße seit Monaten dicht. Eine temporäre Öffnung wegen der Sperrung der Kuckuckstraße vor Ostern steht nicht zur Debatte. © hvp

Seit Monaten ist die Weßlinger Straße in Steinebach wegen der Kirchenwirt-Baustelle gesperrt. In den Osterferien ist nun auch die Kuckuckstraße für vier Tage nicht befahrbar. Das sorgte für eine Debatte über Zumutbarkeiten und die Informationspolitik der Gemeindeverwaltung.

Steinebach – Die Gemeinde Wörthsee baut in Steinebachs Mitte bezahlbare Mietwohnungen, außerdem saniert sie den Kirchenwirt. Aus diesem Grund ist die Weßlinger Straße seit Monaten gesperrt – und wird es auch noch eine Zeit lang bleiben. Daran ändert auch der Bau von Wasserleitungen an der Kuckuckstraße nichts, der dort von 11. bis 23. April zu einer weiteren Sperrung führt.

„Wir wollten eine Ampellösung an der Kuckuckstraße, damit sie zumindest einspurig offenbleibt“, berichtet Bürgermeisterin Christel Muggenthal im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Geplant sei der Bau von Wasserleitungen zum in Bau befindlichen Supermarkt. Die Ampellösung habe das Landratsamt aber nicht genehmigt. „Es befürchtete einen Rückstau auf die Etterschlager Straße“, erklärt Muggenthal. Also wird die Kuckuckstraße nun kurzerhand komplett gesperrt. Davon betroffen sind erneut die Menschen im Wohngebiet am Kuckucksheim, das sich östlich auf Höhe des Kirchenwirts bis in Richtung Etterschlag und Kuckuckstraße zieht. Die Anwohner müssen schon wegen der Sperrung der Weßlinger Straße Umwege fahren und nutzen dabei auch Schleichwege, weshalb wiederum Anwohner von Nebenstraßen genervt sind. „Wir hatten viele Anrufe anfangs“, berichtet Muggenthal. „Aber jetzt haben sich die Menschen daran gewöhnt.“

Dr. Harald Lossau (FW) empfindet das anders. „Die Leute finden die lange Sperrung schlimm“, sagte er am Montag in der Gemeinderatssitzung. „Die Gemeinde nimmt sich hier ein Recht, das sie anderen verwehrt.“ Das habe eine Signalwirkung, „die ich nicht für förderlich halte“. Er schlug vor, wegen der Sperrung am Kuckucksheim die Weßlinger Straße vor der Kirchenwirt-Baustelle für die vier Tage vor Ostern zu öffnen.

Bei Muggenthal biss er damit auf Granit. „Ein Abbau der Baustelle am Kirchenwirt ist ein zu großer Aufwand“, sagte sie. Damit sei sie nicht einverstanden. Muggenthal wohnt selbst im Kuckucksheim, ist also von den Sperrungen ebenso betroffen. „Aus dieser Sicht heraus halte ich es für zumutbar“, stellte sie fest. Abgesehen davon baue die Gemeinde am Kirchenwirt nicht zu ihrem privaten Vergnügen. „Sondern dort entsteht bezahlbarer Wohnraum.“

Auch Dirk Bödicker (WA) sah eine temporäre Öffnung am Kirchenwirt kritisch: „Das weckt Begehrlichkeiten“, sagte er. Allerdings halte auch er die Dauer der Sperrung „für eine Belastung und irgendwann auch eine Zumutung“. Bödicker kritisierte die Verwaltung deutlich: „Die Gemeinde muss an ihrer Informationspolitik arbeiten.“ Sie habe auch gegenüber den Menschen eine Fürsorgepflicht, die an den Umleitungsstrecken wohnen. „Die müssen es einfach wissen.“ Muggenthal kündigte Veröffentlichungen auf der Internetseite der Gemeinde diesbezüglich an. Geschäftsstellenleiterin Christa Heintel wartet derzeit noch auf die verkehrsrechtlichen Anordnungen des Landratsamts.

Im Moment findet sich auf der Seite der Gemeinde die Ankündigung der Sperrung der Kuckuckstraße mit einer Karte des Bereichs. Die Sperrung am Kirchenwirt dauert voraussichtlich noch bis Mitte 2023. „Pflasterarbeiten auf der Kreuzung werden aber auch nach Aufhebung der Sperrung für Behinderungen sorgen“, so Muggenthal.

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