(v.l.) Heinz Süß und Peter Guntz von der Jugendbande.
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Video-Gruß aus dem Internet: (v.l.) Heinz Süß und Peter Guntz von der Jugendbande.

Viele Informationen über Vereine und Institutionen

Online-Botschaften als Alternative zum traditionellen Neujahrsempfang in Wörthsee

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Der traditionelle Neujahrsempfang in Wörthsee musste heuer ausfallen. Doch wollte die Gemeinde das so nicht einfach hinnehmen. Sie hat sich eine Alternative einfallen lassen – und ihre Vereine und Geehrten nun in einer Online-Präsentation zu Wort kommen lassen.

Wörthsee – Der Neujahrsempfang ist in Wörthsee gelebte Tradition. Jahr für Jahr lädt die Gemeinde besonders engagierte Bürger und Vereine Anfang Januar ins Rathaus ein, um sich zu bedanken und zugleich nach vorne zu schauen. Nicht jedoch in diesem Jahr. Corona hat der beliebten Veranstaltung die Lichter ausgeblasen. Also zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn wenn das Virus schon irgendetwas Gutes mit sich bringt, dann ist es wohl das: Die Menschen werden kreativ. Und so hat die Gemeinde Wörthsee den Neujahrsempfang dieses Mal eben ins Internet verfrachtet.

„Wir wollten einfach nicht, dass diese tolle Aktion ersatzlos wegfällt“, sagt Juliane Seeliger-von Gemmingen. Auf der Homepage der Gemeinde hat Wörthsees Kulturbeauftragte daher eine Übersicht erstellt, auf der sich jeder durch die verschiedenen Vereine und Institutionen des Ortes klicken kann. Dahinter verstecken sich jeweils einige Informationen, beispielsweise darüber, was der entsprechende Verein im vergangenen Jahr alles geleistet hat und was in der Zukunft womöglich ansteht. Zudem sind ein paar Video-Grußbotschaften mit dabei. Etwa von der Tanzlmusi Zwiderwurzn oder der Jugendbande, dem Nachwuchs der Blaskapelle.

Auch sie ist mit dabei: Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal.

Unterm Strich findet sich so ziemlich der gesamte Ort auf die 21 Kategorien verteilt wieder. Vom Rotary Club über den Sportverein bis hin zum Seniorenbeirat und der Nachbarschaftshilfe ist alles dabei. „Das war zumindest unser Ziel“, betont Seeliger-von Gemmingen. Sie möchte den Vereinen die Möglichkeit geben, sich einer möglichst breiten Masse zu präsentieren. Schließlich würden einige von ihnen aufgrund der Corona-Krise gerade sehr viele Mitglieder verlieren. Die Idee: Durch den Online-Neujahrsempfang könnte sich ja womöglich der eine oder andere dazu berufen fühlen, sich zukünftig selbst in einem der Vereine zu engagieren. „Dann hätte unser Plan funktioniert“, sagt Seeliger-von Gemmingen und lacht.

Sind ebenso Teil des digitalen Neujahrsempfangs: die Wasserwacht aus Wörthsee.

Das erste Fazit zu dem Pilotprojekt fällt positiv aus. Sowohl Bürgermeisterin Christel Muggenthal als auch ein Großteil der involvierten Vereine hätten sich bereits bei ihr gemeldet und sich für die digitale Alternative zum Neujahrsempfang bedankt, sagt Seeliger-von Gemmingen. Die wohlwollende Resonanz lässt die Kulturbeauftragte nun sogar darüber nachdenken, aus der Not eine Tugend zu machen. „Eigentlich könnten wir das ja ab sofort jedes Jahr machen“, findet sie. Also natürlich nicht wie heuer als Ersatzprogramm, sondern schlichtweg als zusätzliches Angebot. Zumindest wenn das Coronavirus Großveranstaltungen wieder zulässt. „Das wird hoffentlich nächstes Jahr so sein“, sagt Seeliger-von Gemmingen. Denn an den echten Neujahrsempfang, mit echten Gesprächen und gemeinsamem Essen – da kommt selbst die beste Online-Variante nicht ran.

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