Die Beschilderung ist eindeutig. Trotzdem fahren auch viele Radler durch das Bacherner Moos.
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Die Beschilderung ist eindeutig. Trotzdem fahren auch viele Radler durch das Bacherner Moos.

Spaziergänger und vor allem Radler beschädigen die Wege – Rotary Club auf Lösungssuche

Pandemie bringt Moos in Gefahr

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
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Die Pandemie sorgt für viele Ausflügler insgesamt, und auch viele Liebhaber des Rundwanderwegs um den Wörthsee. Das bringt das Bacherner Moos in Gefahr.

Walchstadt - Der Rundwanderweg um den Wörthsee ist beliebt. Google spuckt in weniger als einer Sekunde mehr als 1490 Ergebnisse zu ihm aus, es gibt keine Wanderplattform mehr, ohne eine ausführliche Beschreibung der gut elf Kilometer langen Strecke, die einst vom Rotary Club Wörthsee gemeindeübergreifend konzipiert wurde. In Zeiten einer Pandemie ist das ein Problem, wie sich in diesen Wochen vor allem im empfindsamen Bacherner Moos zwischen Walchstadt und Bachern zeigt.

Hunderte von Menschen nutzen vor allem an Wochenenden den Wanderweg, der sich dort malerisch durch das Moor schlängelt und über einen 110 Meter langen Holzbohlenweg führt. Bei Nässe weichen die Fußgänger auf die Ränder der Zuwegungen aus. Die Wege werden dadurch immer breiter. Dazu kommen Radler, die trotz Verbotsschilder durch das Moor heizen und Furchen in den Untergrund drücken. Zwischen Anrainern und Rotary Club ist nun eine Debatte darüber entstanden, ob das mit dem Weg so eine gute Idee war und wie man das Moos schützen könnte. „Wir sind für Ideen dankbar“, sagt Dr. Joachim Muffler, der bei der Realisierung des Rundwanderwegs 2014 federführend dabei war.

Radler machen triefe Furchen in die Wege

„Damals sind die Menschen kreuz und quer durch das Moos gelaufen“, erinnert sich Muffler. Für das Wegeprojekt verhandelte er auch mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Landesbund für Vogelschutz, dem in dem Bereich Flächen gehören. „Erst waren die Bedenken groß. Doch dann waren alle glücklich.“ Tatsächlich sorgt der Holzbohlenweg dafür, dass die Natur dort unberührt ist. Doch die Zuwegung leidet. „Wir haben gerade erst Hackschnitzel gestreut und aufgekiest“, sagt Muffler. Ein Problem seien die Menschenmengen, und eben die Radler. „Sie machen tiefe Furchen in die Wege. Das ist auch für uns ärgerlich, wir wollen ja nicht unentwegt Wege reparieren müssen.“

Angefacht hat die Diskussion ein Anrainer, der nicht namentlich genannt werden will. Er spricht von „Kampfradlern“, die sich rücksichtlos in Gruppen einen Weg durch das Moos bahnen und dort Schaden anrichten. „Vielleicht kann man einsehen, dass es ein Fehler war, Menschenmassen durch dieses empfindliche Stück Natur zu jagen und zur Rennstrecke für E-Mountainbiker auszubauen“, schreibt er auf seiner Facebookseite. Und zeigt Bilder vom Moos, wie es einst ausgesehen hat. „Wenn man zur Erkenntnis gelangt, das Moos nicht wirksam schützen zu können, sollte man es sperren und sich Gedanken um einen Weg außen herum machen.“ Die Kommentare unter dem Facebook-Post zeigen: Viele Einheimische teilen seine Meinung und sorgen sich um das Moor.

„Wir überlegen, was wir tun können“, sagt Muffler. Er will Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde aufnehmen, und dort um Rat bitten. Rotary-Präsident Ralf Weiler hat gestern bereits Bürgermeisterin Christel Muggenthal angerufen. „Es tut mir leid, dass diese schöne Idee des Rotary Clubs nun so in der Kritik steht“, sagte Muggenthal. Vermutlich werde nur eine Schranke oder Ähnliches helfen können. Christoph Breit, der als Mitglied des Rotary Clubs 2014 am Bau des Stegs beteiligt war, hat sich ebenfalls in die Diskussion per Facebook eingemischt. Dort verteidigt er den Rundwanderweg. „Und ich schreibe immer wieder auf den Wanderplattformen im Internet, dass man dort keinesfalls Fahrrad fahren darf.“

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