Der Parkplatz an der Rossschwemme in Walchstadt im August 2020. Das Parken am See soll heuer teurer werden.
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Der Parkplatz an der Rossschwemme in Walchstadt im August 2020. Das Parken am See soll heuer teurer werden.

Die Gemeinde erhöht ihre Parkgebühren

Parken am See deutlich teurer

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
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Die Gemeinde Wörthsee erhöht ihre Parkgebühren auf den Stellplätzen am See. Einmal mehr entfachte das Thema eine Diskussion, denn nicht allen Räten ist die Erhöhung von vier auf acht Euro für ein Tagesticket hoch genug. Die Gemeinde steckt in einem Dilemma.

Steinebach – Die Gemeinde Wörthsee ist durch ihre direkte Nähe zum See vom Ausflugsverkehr besonders betroffen. An Sommertagen gibt es fast kein Durchkommen. Das Patentrezept, die Ausflügler dazu zu bewegen, mit Bahn oder Bus zu kommen, ist noch lange nicht gefunden. Zumindest die Parkgebühren könnten den einen oder anderen abschrecken. Auf der anderen Seite soll sich die Familie aus Etterschlag, die wegen Kind und Kegel mit dem Auto kommt, nicht benachteiligt fühlen. Nach langwierigen Sitzungen hinter verschlossenen Türen hatten sich Arbeitskreis und Rechnungsprüfungsausschuss schließlich auf Folgendes geeinigt: Auf den insgesamt 160 Parkplätzen der Gemeinde am Rathaus, an der Maistraße und an der Rossschwemme ist die erste Stunde gratis. Bis zwei Stunden kosten zwei Euro, bis vier Stunden vier Euro. Ab vier Stunden sind acht Euro für ein Tagesticket zu entrichten – dies kostete bisher vier Euro.

Am Mittwochabend ging es grundsätzlich nur um die Satzung, doch nicht alle Gemeinderäte kannten wohl die Ergebnisse der vorhergegangenen Besprechungen und traten erneut eine Diskussion los. „Warum ist die Tageskarte so günstig?“, wollte Thomas Ruckdäschel (CSU) wissen. Es gehe um Stellplätze in bester Lage. „Aber acht Euro sind nicht mal die Hälfte des MVV-Tickets.“ Die Autofahrer zahlten acht Euro dafür, „dass sie direkt ans Wasser fahren können“. Auch Busse hätten dadurch einen monetären Nachteil. „Wie sollen wir da die Leute in den MVV bringen?“ Auch Fraktionskollege Philip Fleischmann fand die acht Euro „viel zu günstig. „Warum bieten wir überhaupt Tageskarten an? Nach vier Stunden ist Schluss.“ In München zahle man ein Vielfaches. „Es ist nicht notwendig, den Münchnern anzubieten, dass sie von morgens bis abends hier parken dürfen.“

Satzung wird nächstes Jahr erneut diskutiert

Geschäftsstellenleiterin Christa Heintel argumentierte, dass die Parkgebühren in Wörthsee weit und breit die höchsten seien. In Inning etwa koste das Tagesticket sechs Euro. „Wir dürfen nicht nur die Fremden sehen, sondern auch die Familie, die aus Etterschlag kommt.“ Ab einer gewissen Gebührenhöhe bestehe auch die Gefahr, „dass die Leute die Parkuhr nachfüttern“. Und gerade im kommenden Sommer fahre die S-Bahn an vielen Wochenenden nicht. Florian Tyroller (Grüne) erklärte, dass bei den Vorgesprächen die niedrigen Strafgebühren ein Thema gewesen seien. „Auf diese Gebühren jedoch hat die Gemeinde keinen Einfluss.“ Er räumte auch ein, dass sich die Satzung im nächsten Jahr ändern lasse. „Dann können wir vielleicht über zehn Euro diskutieren.“ Dirk Bödicker (WA) stören zwar auch die vielen Naherholer. „Aber wir können sie nicht von unseren Bürgern trennen.“ Höhere Gebühren machten es auch den Einheimischen schwerer.

„Uns erschien das moderat“, kommentierte Bürgermeisterin Christel Muggenthal die Erhöhung. Im Gespräch mit dem Starnberger Merkur äußerte sie sich skeptisch über noch höhere Sätze. „Die Leute parken doch jetzt schon in den Nebenstraßen.“ Nach wie vor hoffe die Gemeinde beispielsweise auf ein MVV-Badeticket. Letztlich beschlossen die Räte die Satzung. Sie soll im nächsten Frühjahr erneut diskutiert werden.

Regelungen für Seestraße und SUP-Paddler

Im vergangenen Sommer galt die Seestraße in Steinebach von der Wasserwacht bis zur Kreuzung Maistraße befristet als Fahrradstraße. Es galt also Tempo 30, Radfahrer durften nebeneinander fahren, Autofahrer mussten sich gedulden. Zugleich ordnete die Gemeinde beidseitig ein absolutes Halteverbot an. Beides hat sich bewährt – und soll nun unbefristet gelten. Damit die Ausweisung besser sichtbar ist, bringt die Gemeinde zudem Piktogramme auf, die 3200 Euro kosten, jedoch vermutlich gefördert werden. Die Holzpoller an den Gehwegen sollen 2022 entfernt werden.

Beschlossene Sache ist auch, dass SUP-Paddler zwar von der Maistraße, am Birkenweg und an der Rossschwemme aus ins Wasser gehen können, ihre Bretter dort aber nicht auf den Liegewiesen lagern dürfen.  

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