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Dicht beparkt und befahren sind manche Teilen Wörthsees, wenn im Sommer Badegäste anfahren. Strafzettelhaben bislang nicht für Abschreckung gesorgt. Deshalb denkt die Gemeinde über weitere Maßnahmen nach.

Parkplatzsituation

Nach dem Chaos ist vor dem Chaos

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Im Sommer geriet die Parkplatzsituation am Wörthsee aufgrund der vielen Autofahrer teilweise außer Kontrolle. Bürgermeisterin, Verkehrsplaner und Kiosk-Betreiber denken über Maßnahmen nach, damit sich das nicht wiederholt.

Wörthsee – Bei „Dinner for one“ ist es auch nicht anders. Jedem ist klar: Der 18-minütige Streifen aus dem Jahr 1963 gehört zur Winterzeit. Ebenso gehört das Park-Chaos im Sommer zum Wörthsee. Deshalb war es heuer „eigentlich wie jedes Jahr“, sagt Bürgermeisterin Christel Muggenthal. Nur, dass sich nun etwas ändern soll. Die Zahl derer, die ungehemmt Falschparken, sei gestiegen, sagt Muggenthal. „Die Strafen sind auch nicht allzu hoch. Münchner zahlen in ihren Parkhäusern mehr.“ 

„Wir können aber nicht überall Rettungswege machen“

Zwischen 15 und 25 Euro würden verlangt. „Das müsste teurer werden.“ Ab 50 Euro würden Falschparker eventuell umdenken, glaubt die Bürgermeisterin. Doch die Höhe der Strafen festzulegen, liegt in der Hand des Staates. Vor Ort hat die Gemeinde mit mehr Kontrollen reagiert und nach Antrag beim Kommunalen Prüfungsverband in Bad Tölz das Stundenkontingent der zuständigen Mitarbeiter erhöht. „Das übernehmen wir auch für den Winter“, sagt Muggenthal. Als 2016 der Wörthsee an zwei Wochenenden zugefroren war, „war es mit dem Parken noch schlimmer als im Sommer.“ 

Die Bürgermeisterin stellt aber klar: „Uns geht es nicht ums Geldverdienen – es geht einfach nicht, dass jemand auf dem Gehweg oder im Halteverbot parkt.“ Besonders zugeparkte Rettungswege waren ein Problem. Versperren Fahrer einen Rettungsweg, drohen ihnen 75 Euro und ein Punkt in Flensburg. „Wir können aber nicht überall Rettungswege machen“, sagt Muggenthal. Als eine Maßnahme werden nun Poller erneuert. 

Anwohner fordern Halteverbote - und ärgern sich dann

Die seien auf Bitten von Anwohnern entfernt worden – die Straße war so sehr zugeparkt, dass diese mit ihren Autos nicht mehr rangieren konnten. „Außerdem waren die hölzernen Poller nach 26 Jahren leicht verfault.“ Aus der Bevölkerung würden in Zeiten des Park-Chaos auch mehr Halteverbote gefordert, berichtet Muggenthal. Das hält sie für eine Lösung. „Manche vergessen dabei aber, dass ihre Besucher auch irgendwo parken müssen.“ 

Nach Halteverboten habe sie deshalb sogar schon Protestschreiben von Anwohnern erhalten. Die Bürgermeisterin setzt auf langfristige Maßnahmen. „Saisonale Lösungen halte ich für schwierig.“ Dafür müssten Schilder auf- und abgebaut oder mit Hinweisen auf zeitliche Beschränkung versehen werden. „Wir sind in der Experimentierphase“, stellt Muggenthal fest. Ein Verkehrsplaner, der derzeit für die Gemeinde das ISEK erstellt, habe die Situation angeschaut. 

Kiosk-Betreiber: Es braucht Parkplatz-Einweiser

Seine Rückmeldung laut Muggenthal: Seefeld und Herrsching haben ähnliche Probleme. Wörthsee sei da im mittleren Bereich. Mehr Parkuhren hätten in Herrsching keine Lösung gebracht, mehr Parkfläche habe etwa in Inning nicht geholfen. Eine Lösung sieht Muggenthal daher im Abschleppen. „Die Polizei müsste mehr zum Abschleppen kommen. Aber die ist an so schönen Tagen überlastet.“ 

Die Gemeinde könne Autos im Halteverbot oder Rettungsweg zwar abschleppen lassen – „aber dann muss es der Eigentümer auf einem öffentliche Gelände abholen können, wo sein Auto gesichert ist. Wo soll ich auf die Schnelle so ein Grundstück herbekommen?“ Eventuell könnten sich für eine geeignete Fläche die Gemeinden zusammenschließen, sagt Muggenthal. Von Parkproblemen am Wörthsee hat Valentin Girstenbrey oft gehört. 

Einige Gäste erzählten es dem Betreiber des Kiosks Rossschwemme. „Oft haben sie auch auf meinen Mitarbeiterparkplätzen geparkt“, berichtet er. „Wenn es 32, 33 Grad hat, parken die Leute rücksichtslos. Das war schon nervig.“ Er sieht nur eine Lösung: „Es braucht jemand, der die Leute an solchen Tagen einweist.“ 30 Parkplätze mehr könnten so besetzt werden, glaubt Girstenbrey. Er hofft wie viele Bürger, dass es das Park-Chaos im Sommer 2018 nicht mehr gibt. Wenn es doch so kommen sollte, gehört es eben auch irgendwie zum Sommer am Wörthsee.

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