Mit diesem Banner protestieren Anwohner und Naturschützer am Teilsrain in Steinebach
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„Riesenmarkt und viel Asphalt zerstören nicht nur den Kuckuckswald“: Mit diesem Banner protestieren Anwohner und Naturschützer am Teilsrain in Steinebach gegen die Größe des geplanten Supermarktes.

Bürgerprotest

Protest gegen großen Supermarkt

Anwohner und Naturschützer lehnen den geplanten Supermarkt am Teilsrain in Steinebach in der geplanten Größe ab. Seit Samstag weist ein großes Transparent auf ihr Anliegen hin.

Steinebach – Neben dem genossenschaftlichen Wohnprojekt am Teilsrain in Steinebach soll ein Supermarkt entstehen. Darüber sind sich im Gemeinderat Wörthsee alle einig. Jetzt aber formiert sich Widerstand gegen die Größe des Projekts, über das der Gemeinderat in seiner Oktobersitzung beraten hatte (wir berichteten). Am Samstagabend hängten Bürger und Anwohner, Mitglieder von Bund Naturschutz, Grünen und der Gruppe „Wörthsee für Artenvielfalt“ am Waldrand ein rund 15 Meter langes Banner auf. In großen Buchstaben ist darauf zu lesen: „Riesenmarkt und viel Asphalt zerstören nicht nur den Kuckuckswald.“

„Wir sind nicht unbedingt gegen einen Supermarkt an dieser Stelle“, sagt Roswitha Gahn. Sie unterstützt die Initiative gegen den Supermarkt als Sprecherin, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass es sich nicht um eine Aktion der Wörthseer Grünen handelt, bei denen sie Mitglied ist. In den Reihen der Kritiker befänden sich auch Anwohner und zukünftige Bewohner des genossenschaftlichen Wohnprojekts.

Der Verein „Wohnen am Teilsrain“, der das Projekt gemeinsam mit der Wogeno plant, hatte im Sommer eine Umfrage unter 130 Mitgliedern unternommen. 66 Prozent der Teilnehmer fanden die aktuell vorgesehene Verkaufsfläche zu groß. 62 Prozent betrachteten ihn als nicht sinnvoll an der Stelle, viele beklagten die Flächenversiegelung und die ökologischen Auswirkungen, ist in der Umfrage nachzulesen.

Bei den ersten Planungen im Sommer 2019 war es noch um einen Supermarkt mit rund 800 Quadratmeter Verkaufsfläche gegangen. Damals hatten Professor Hermann Kaufmann von der TU München und Dr. Max von Bredow von der Quest AG, einem Immobilienunternehmen aus Kolbermoor, von einem Supermarkt in Holzbauweise und damit einem „Unikum für Wörthsee“ gesprochen. Im Oktober 2020 ging es um 940 Quadratmeter Verkaufsfläche und weitere 100 Quadratmeter für einen Backshop. Die Rede war von einem 66 Meter langen und rund fünf Meter hohen Gebäude. Ein Eingriff in 2000 Quadratmeter des dahinter befindlichen Bannwalds ist wohl nicht vermeidbar. Es handele sich um einen „wirklich schönen Buchenwald“ hatte Planer Christian Ufer in der Sitzung bedauert.

Roswitha Gahn und ihre Mitstreiter fragen sich auch, ob ein Supermarkt dieser Größe am Teilsrain wirklich rentabel ist. Denn nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt in Richtung Etterschlag befindet sich bereits ein großer Edeka. „Da ist schon die Frage, ob nicht ein kleinerer Supermarkt am Teilsrain reichen würde.“ In einem Schreiben an Gemeinderäte und Verwaltung schlägt der Verein „Wohnen am Teilsrain“ vor, die Umfrage unter den Mitgliedern auf alle Haushalte in Wörthsee auszuweiten.

Rein rechnerisch gehe es bei der jetzt aktuellen und größeren Variante um eine Verlängerung des Gebäudes um rund 15 Meter. Der Verein bittet bei der Neugestaltung dieses Außenbereichs „um höchste Sorgsamkeit und Einfühlungsvermögen“. Das Argument, es finde sich für einen kleineren Markt keine Investoren, will man so nicht stehen lassen. Gahn: „Eine Alternative ist der Lebensmittelfachmarkt Tegut. Er expandiert derzeit deutschlandweit – mit Verkaufsflächen ab 800 Quadratmetern.“

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