Arbeiten im Moor: Ein Moorbagger hat eine Sohlschwelle verbaut, die eine Austrocknung verhindert.
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Arbeiten im Moor: Ein Moorbagger hat eine Sohlschwelle verbaut, die eine Austrocknung verhindert.

Sohlschwelle soll Wasserstand sichern

Rettungsaktion für das Schluifelder Moor

Baggerarbeiten im Naturschutzgebiet scheinen ungewöhnlich. In diesem Fall jedoch ging es um den Schutz der Natur. Denn Anfang Januar hat das Landratsamt Starnberg die lange geplante Sohlschwelle in den Bulachgraben im Schluifelder Moor in Wörthsee einbauen lassen. „Diese verhindert einen zu starken Abfluss des Moorwassers und sichert einen mittleren Wasserstand im Naturschutzgebiet“, so die Behörde in einer Pressemitteilung.

Wörthsee - Nur der Name „Schluifelder Moor“ erinnert noch an den „Schluisee“, der an dieser Stelle einmal gewesen ist. Der See ist schon seit dem Mittelalter durch zunehmende Entwässerungsmaßnahmen völlig verschwunden. An seiner Stelle dehnt sich heute das Schluifelder Moor aus, das seit den 60er Jahren unter Naturschutz steht und ein Hort seltener Pflanzen- und Insektenarten ist. „Durch die fortdauernde Entwässerung, bestärkt durch die Klimaveränderungen der vergangenen Jahrzehnte, war dieses Paradies bedroht“, so Sprecherin Barbara Beck vom Landratsamt. Abhilfe habe nun der zweitägige Einsatz eines Moorbaggers geschaffen, der Spundwände zu einer Sohlschwelle verbaute. Cornelia Siuda, bei der Regierung von Oberbayern zuständig für das Klimaschutzprogramm „Bayern Moore“, erklärt die Schwierigkeit dabei: „Es musste genau abgestimmt werden, dass der Wasserstand im Moor die Höhenlage der Keller im weiteren Umgriff nicht erreichen kann.“

Mit der durchgeführten Maßnahme können die Torfmoose jetzt wieder wachsen. „Damit wird nicht nur das Ökosystem auf lange Frist erhalten, das renaturierte Moor hat auch eine wichtige Funktion bei der Senkung des CO²“, so das Landratsamt. Jedes Jahr könnten damit etwa 315 Tonnen eingespart werden. Das Projekt führte die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt in enger Kooperation mit Naturschutzbehörden und dem Wasserwirtschaftsamt durch.  

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