„Knorr Fix“-Würzmischung wird zurückgerufen - aus einem absurden Grund

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Will den Dorfladen in Wörthsee neu aufstellen: Nina Henzel, zweifache Mutter aus Walchstadt. 

Crowdfunding gestartet

Schon 6000 Euro gespendet: Dorfladen Wörthsee vor Neustart

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Der insolvente Dorfladen Wörthsee könnte schon bald wiederbelebt werden: Nina Henzel setzt mit einem neuen Konzept auch auf soziale und kulturelle Angebote. Die Spendenkampagne startete vielversprechend: In nur zwei Tagen kamen rund 6000 Euro zusammen.

Wörthsee– Es sind auch die überwältigenden Emotionen, die Nina Henzel für den Dorfladen Wörthsee kämpfen lassen. „Menschen standen im Laden und waren den Tränen nahe“, berichtet die 39-Jährige von den letzten Tagen in dem Geschäft an der Etterschlager Straße. Die Verzweifelten wünschten sich, dass der Treffpunkt im Ort nicht verloren geht. 

Das passiert faktisch gerade: Henzel gehört zu den Mitarbeitern, denen zum heutigen Tag gekündigt wurde. Wegen steigender Kosten und sinkender Umsätze hatte der Dorfladen Ende Dezember, nur eineinhalb Jahre nach seiner Eröffnung, Insolvenz angemeldet.

Doch schon wenige Wochen später steht er vor dem Neustart. Das Konzept grob zusammengefasst: weniger Bioladen, dafür mehr sozialer und kultureller Treffpunkt. Mit zwei Mitstreitern, ebenfalls Ex-Mitarbeiter, rief Henzel eine Crowdfundingkampagne auf dem Online-Portal „Leetchi“ ins Leben. Einige ältere Unterstützer ließen sich einfach die Kontonummer geben, um zu spenden. Schon innerhalb von zwei Tagen kamen insgesamt rund 6000 Euro zusammen. „Das ist beeindruckend – zumal viele Unterstützer Anteile am alten Dorfladen hatten und durch die Insolvenz gerade erst Geld verloren haben“, sagt Henzel.

Dorfladen Wörthsee: Das Ziel der Kampagne sind 20 000 Euro

Das Ziel der Kampagne sind 20 000 Euro, aber schon mit 12 000 Euro würden die Engagierten einen neuen Dorfladen-Versuch starten. Vier Mitarbeiter sollen weiterbeschäftigt werden. Damit der Start gelingt, sollen sie in den ersten Monaten nur geringe Bezüge erhalten. Geräte wie die Theke oder einige der Retromöbel sollen weitergenutzt werden. „Wir könnten uns aus der Insolvenz freikaufen. Der Insolvenzverwalter hat keine utopischen Preise angesetzt“, sagt Henzel. Die Kreissparkasse zeige sich bei den Neuverhandlungen über die Miete sehr zugewandt.

Nina Henzel, zweifache Mutter, wohnt in Walchstadt und erreicht den Dorfladen in fünf Minuten mit dem Rad. Die 39-Jährige will ihre „überschüssige Energie“ in das Projekt stecken. Am Montag informierte sie vor knapp 70 Interessierten im Augustiner über ihre Pläne. Sie kalkuliert mit 1000 Euro Einnahmen pro Tag. Ihr Konzept unterscheidet sich deutlich von dem des alten Dorfladens. Einen Konkurrenzkampf mit anderen Bioläden will sie vermeiden und so auch die Kosten für Wareneinkauf, Personal und Strom reduzieren. „Wir setzen auf Spezialitäten aus der Region“, sagt Henzel.

Dorfladen Wörthsee will kein reiner Bioladen sein

Das Angebot konzentriere sich auf den Café- und Bistrobetrieb, Backwarenverkauf der Bio-Bäckerei Cramer sowie die Weiterführung der Käsetheke und des Weinsortiments. Außerdem soll es eine Frühstücksauswahl mit Coffee-to-go, Rührei mit Vollkorntoast, Müsli mit frischen Früchten und Smoothies sowie eine Kuchentheke geben. Dazu kämen aktionsweise ausgewählte regionale Produkte wie Gin, Leinöl oder Wörthseer Bier. Drei bis viermal pro Woche sei ein Mittagstisch geplant. Den Treffpunktcharakter sollen ein Kindercafé mit Spielecke für junge Mütter und Seniorenzusammenkünfte stärken. Per Beamer könnten auch Kinder- oder Kulturfilme gezeigt werden, lokale Künstler sollen ihre Werke im Dorfladen ausstellen.

Und die räumliche Gestaltung? „Einladend gemütlich“, aber auch „anregend lebendig“ soll sie sein. Henzel will auf den rund 200 Quadratmetern mit klaren Linien, Wandfarben und saisonaler Dekoration arbeiten. Die Verkaufsfläche soll mit flexiblen Trennelementen versehen werden. Doch all das steht und fällt mit der Finanzierung. Sollte die Kampagne nicht erfolgreich sein, geht das Geld an die Spender zurück.

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