Über dieses Foto sprechen viele in Wörthsee: Nach der Landung dreier Jungstörche auf dem Turm der Kirche St. Martin sollen die Vögel nun in der Gemeinde angesiedelt werden. Das jedenfalls haben die Gemeinderäte in ihrer Sitzung diese Woche überlegt.
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Über dieses Foto sprechen viele in Wörthsee: Nach der Landung dreier Jungstörche auf dem Turm der Kirche St. Martin sollen die Vögel nun in der Gemeinde angesiedelt werden. Das jedenfalls haben die Gemeinderäte in ihrer Sitzung diese Woche überlegt.

Gemeinde überlegt, Storchen eine Heimat zu bieten

Sehnsucht nach Meister Adebar

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
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Um Ostern herum machten drei junge Störche auf dem Kirchturm von St. Martin in Steinebach Station. Eine Anwohnerin drückte geistesgegenwärtig auf ihr Handy, eine weitere stellte das Foto ins Netz. In der Gemeinderatssitzung diese Woche jedenfalls zerbrachen sich die Räte kurz die Köpfe darüber, wie sich der beliebte Meister Adebar wohl in der Gemeinde Wörthsee ansiedeln lässt.

Steinebach - Jakob Aumiller (CSU) wedelte begeistert mit dem Starnberger Merkur und dessen Bericht zum Thema Störche vergangene Woche. „Viele Ortschaften machen da so einiges“, schloss er aus dem Artikel über Renate Alton und Franz Sanktjohanser in Dießen, die 5000 Euro in einen angefertigten Horst gesteckt haben und nun sozusagen Vermieter eines Storchenpaars sind. Störche seien für die Landschaft wahnsinnig nützlich, fuhr der Landwirt fort, und sie seien gut gegen die Mäuseplage. „Können wir da nicht auch etwas unternehmen? Einen Mast mit einem Gestell drauf?“ Peter Hopmann (WA) wusste, dass die drei Steinebacher Störche wohl auf Wohnungssuche gewesen seien. „Wir sollten vielleicht den Landesbund für Vogelschutz kontaktieren“, schlug er vor. Bürgermeisterin Christel Muggenthal konnte sich mit der Idee ebenfalls anfreunden. „Vielleicht ist das Schluifelder Moos ja geeignet“, überlegte sie. Und möchte nächste Woche mal im Bauamt vorfühlen.

Fachmann im Landkreis ist der LBV-Storchenbeauftragte Wolfgang Bechtel aus Herrsching. „Derzeit ziehen viele Jungstörche, die noch nicht im brutfähigen Alter sind, durch und schauen sich die Gegend an“, bestätigte er am Freitag auf Anfrage. Sie bräuchten aber extensiv und intensiv genutzte sowie feuchte Grasflächen. Versuchen könne man die Ansiedelung natürlich. „Wenn sie es gut finden, kommen sie schon.“ Allerdings trügen Storchen-Vermieter auch eine gewisse Verantwortung. „Man sollte das nicht machen, wen man weiß, dass rundum nur Maisfelder sind.“ Im Voralpenland sei auch stets damit zu rechnen, dass die Brut bei Kälte und Dauerregen eingehe. „Das muss man dann aushalten.“

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