Bürgermeisterin Christel Muggenthal und Vizebürgermeister Josef Kraus waren am Sonntagabend erleichtert.
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Bürgermeisterin Christel Muggenthal und Vizebürgermeister Josef Kraus waren am Sonntagabend erleichtert.

Nach dem Bürgerentscheid

So geht es am Teilsrain weiter

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
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Nach dem Bürgerentscheid zugunsten eines Supermarkts am Teilsrain in Steinebach gehen die Planungen mit neuem Elan weiter. Der Bauantrag für den Supermarkt liegt längst vor, und auch der Architektenwettbewerb für das Wohnungsbauprojekt kann fortgesetzt werden.

Steinebach – Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal hat am Montag einige E-Mails verfasst. „Ich habe an die Beteiligten eine kurze Info geschrieben, dass es weitergehen kann“, sagte sie gestern Nachmittag im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Mit dem Investor des Supermarkts, Dr. Max von Bredow von Quest Immobilien, habe sie noch am Sonntagabend kurz gesprochen. Und später mit ihrem Mann in den eigenen vier Wänden Bilanz gezogen. „Wir haben aber keine Sektkorken knallen lassen“, sagt Muggenthal, die nun darauf hofft, dass in den Ort die Einigkeit zurückkehrt. „Wir würden alle gerne mitnehmen bei der weiteren Planung“, sagt sie und gesteht, „dass mir das alles nicht wurscht war, sondern mich auch belastet hat“.

In einem nächsten Schritt soll nun der Gemeinderat über den Auslobungstext für den Architektenwettbewerb abstimmen. Dieser wurde gemeinsam mit dem Wettbewerbsbüro, der Wohnungsbaugenossenschaft Wogeno und dem Verein Wohnen am Teilsrain formuliert und enthält auch die Maßgabe, dass bei der Planung beispielsweise fußläufige Verbindungen zum Supermarkt eingeplant werden. „Wenn sich das Bürgerbegehren durchgesetzt hätte, hätten wir den Text natürlich ändern und erneut abstimmen müssen“, sagt Muggenthal. Die Abstimmung über den Auslobungstext findet in nicht öffentlicher Sitzung statt, damit niemand einen Wettbewerbsvorteil hat.

Zeitgleich werden in den Bebauungsplan nun die Einwendungen und Stellungnahmen aus der Auslegung eingearbeitet, er wird dann erneut ausgelegt und soll im Anschluss laut Muggenthal „gesatzt“, also beschlossen werden. Sie hoffe sehr darauf, dass in Zukunft wieder mehr Informationsveranstaltungen zu großen Projekten möglich seien „und dass wir wieder miteinander offen diskutieren können“. Den „richtigen Moment“, um bei großen Projekten mit Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen und dadurch auch Bürgerbegehren möglicherweise zu verhindern, „der ist schwer zu finden“, glaubt sie.

„Ich hoffe, dass mit dem Ergebnis alle ihren Frieden finden“, kommentierte Investor Max von Bredow das Ergebnis der Abstimmung. Immerhin seien ein Drittel der Menschen gegen das Projekt, „das ist nicht nichts“. Beide Blickwinkel und Argumentationen seien vertretbar gewesen. „Ich halte viel von diesem demokratischen Instrument.“ Das Planungsteam habe nun sozusagen kurz auf einem Parkplatz gestanden. „Jetzt steigen wir ein und fahren weiter.“ Den Bauantrag habe man schon vor dem Bürgerbegehren eingereicht. Frühestens im Oktober jedoch könnten die Arbeiten am Teilsrain beginnen. „Möglicherweise fangen wir erst im Frühjahr 2022 an, das steht noch nicht fest.“ Von Bredow rechnet mit 18 Monaten Bauzeit. Wie berichtet, gibt es mehrere Bewerber für den Supermarkt. Was die Backstube angeht, so zählt dem Vernehmen nach auch die Bäckerei Kasprowicz zu den Interessenten. Von Bredow: „Wir hatten ein sehr positives Gespräch.“

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