Baumfällung am Teilsrain in Steinebach.
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Baumfällung am Teilsrain in Steinebach.

Bund Naturschutz kritisiert Vorgehen bei Fällarbeiten am Teilsrain

„So kann man damit nicht umgehen“

  • Hanna von Prittwitz
    VonHanna von Prittwitz
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Ein Supermarkt und Wohnungen sollen am Teilsrain in Steinebach entstehen, dafür sind in den vergangenen Tagen rund 100 Bäume gefällt worden (wir berichteten). Der Bund Naturschutz übt nun harsche Kritik am Vorgehen. „Das war kein guter Start“, schreibt BN-Geschäftsführerin Dr. Helene Falk in einer Stellungnahme.

Steinebach - So gebe es, entgegen der Behauptung der Verantwortlichen, keine ökologische Baubegleitung – dies hätten eigene Recherchen bei entsprechenden Büros und Behörden ergeben. Zumindest bei der Fällung der Höhlenbäume jedoch wäre die Anwesenheit einer erfahrenen Baubegleitung verpflichtend gewesen. Der Amphibienzaun, der die Tiere am Einwandern in den Wald hätte hindern sollen, „ist völlig funktionslos und kann nicht ein Tier daran gehindert haben, in den Wald zu laufen, um dort zu überwintern“, so Falk. Bisher gebe es gar niemanden, „der hier etwas kontrolliert“. Kammmolch, Sprungfrosch und andere geschützte Amphibien hätten ihr Winterquartier in dem Wald sehr wahrscheinlich schon aufgesucht und seien von den Fällarbeiten bedroht. Ob in den geschlagenen Höhlenbäumen Fledermäuse oder andere Tiere umgekommen seien, wisse man nicht. Die Anpflanzung eines Jungwaldes sei so lobenswert nicht, da er kaum ein Ersatz für einen autochthonen, gewachsenen Buchenwald ist, der nach den FFH-Richtlinien sogar hätte geschützt werden müssen. „Wir hoffen sehr, dass die Umsetzung der Maßnahmen nicht in diesem Stil weitergeht. So kann man damit nicht umgehen.“

Investor Dr. Max von Bredow von der Quast AG aus Kolbermoor nahm zu den Vorwürfen schriftlich Stellung – nach Rücksprache mit Bauleiterin Sophie Wohlschläger. „Wir haben eine ökologische Baubegleitung“, stellt von Bredow klar. Diese habe zusammen mit einem Vermesser und dem Unternehmen, welches die Baumfällungen durchführt, den Fällbereich festgestellt. Zugleich seien noch mal alle Bäume auf Höhlen von beispielsweise Fledermäusen untersucht worden. Im speziellen artenschutzrechtlichen Gutachten, welches dem Bebauungsplan zugrunde liege, würde keine Anwesenheit der ökologischen Baubegleitung während der Fällarbeiten gefordert.

„Die Bäume bleiben nun erst einmal liegen und werden erst später entnommen. Zum genauen Zeitpunkt der Entnahme sind wir in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde“, so von Bredow. Der Amphibienzaun sei während der Fällarbeiten entfernt worden und „wird in Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde wieder aufgebaut“.

Wie berichtet, will die Quest-AG in dem Bereich einen Supermarkt bauen. Dem Projekt war ein Bürgerentscheid vorausgegangen. Der Bauantrag liegt dem Landratsamt vor.

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