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Kandidatinnen: Sissi Fuchsenberger (l.) tritt für die Kreis-SPD im Bezirk an, Chistiane Kern bei der Landtagswahl.

Landtagswahl

SPD wählt strategisch: Eine Kandidatin von außerhalb

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Christiane Kern tritt für die SPD im Starnberger Stimmkreis zur Landtagswahl an, Sissi Fuchsenberger für den Bezirk.

Steinebach – Als die Starnberger SPD-Kreisvorsitzende Julia Ney kurz vor Weihnachten anruft, ist sich Christiane Kern, 44, noch unsicher. Ihren Giesinger Stimmkreis für die Landtagswahl hat sie an einen parteiinternen Konkurrenten verloren – also für Starnberg antreten? Die in Untergiesing wohnende Kriminalhauptkommissarin sagt erst zu, als sie den Rückhalt des hiesigen SPD-Kreisvorstands bekommt. Den gaben Kern am Dienstagabend im Augustiner am Wörthsee dann auch die Delegierten: 40 von 40 Stimmen.

„Wir haben eine Zweitstimmen-Schwäche“

40 Minuten lang versuchte Kern, die Genossen zu überzeugen, dass sie die Richtige für den Stimmkreis 129 ist. „Ich kenne die Region Starnberg nicht nur durch Staumeldungen“, betonte die gebürtige Berchtesgadenerin mit einem Schmunzeln.

Warum hat die SPD keinen Kandidaten aus dem Landkreis gekürt? Laut Kreisrat Tim Weidner liegen die Gründe im besonderen Wahlsystem, bei dem Erst- und Zweitstimmen für einzelnen Kandidaten wichtig sind: „Wir haben ganz bewusst über den Landkreis hinausgeschaut, weil wir es aus eigener Stärke nicht schaffen würden.“ Denn, so Weidner weiter: „Wir haben eine Zweitstimmen-Schwäche.“ Mit den Erststimmen aus dem eigenen Stimmkreis hätte er es selbst zweimal in den Landtag geschafft – durch fehlende Zweitstimmen aber überholten ihn Konkurrenten auf der Liste. Also: Die Kandidatin von außerhalb war eine strategische Wahl.

Kern möchte bei Wahlerfolg in den Landkreis ziehen

Kern überzeugte die Delegierten. Sie setzt mit ihrem beruflichen Hintergrund vor allem auf das Thema Innere Sicherheit. „Das überlasse ich ungern der CSU. Die verunsichert die Bevölkerung und möchte den öffentlichen Raum überwachen.“ Es brauche Investitionen in Ausstattung und Personal, auch im Landkreis. Für bezahlbaren Wohnraum möchte sie sich auch einsetzen. Klare Themen, klare Positionen – das kam gut an bei den Genossen. Sie trauen der Polizei-Gewerkschafterin die nötigen Ellenbogen-Qualitäten zu.

Die bringt auch Sissi Fuchsenberger aus Berg mit, die zur Kandidatin für den Bezirkstag gewählt wurde. Ihre Themen sieht die stellvertretende Kreisvorsitzende vor allem in der Sozialpolitik. Schon bald wollen die Sozialdemokraten über ihren Wahlkampf beraten. Kern mag Infostände. „Ich kann um 5.30 Uhr Flyer an der S-Bahn verteilen, alles kein Thema“, ruft sie den Mitgliedern zu. „Es wäre wichtig, dass du herziehst“, mahnte Vorstandsmitglied Marion Koppelmann. Das wolle sie, sagte Kern und gab eine mündliche Annonce auf: Eine Wohnung mit 70 Quadratmetern, für sie und ihren Freund. „Und ein Garten wäre schön.“

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