Verschiedene Versionen des Vorfalls

Azubi-Freizeitwoche endet mit Schlägerei - Wörthseer verliert Ausbildungsplatz

Eigentlich sollte die Azubi-Freizeitwoche des Münchner Berufsfortbildungszentrums der Erholung dienen. Zwei der Teilnehmer gerieten jedoch derart aneinander, dass sie vor Gericht landeten. 

Wörthsee – Die Lehrlings-Freizeitwoche des Münchener Berufsfortbildungszentrums galt eigentlich der gemeinsamen Erholung. Zwei Azubis nutzten den Österreich-Ausflug allerdings zum Streiten. Kaum wieder zurück am Münchner Busbahnhof eskalierte die Auseinandersetzung. Dieser Tage musste sich der 18-jährige Wörthseer wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Ursache der Animositäten war offenbar der unterschiedliche Migrationshintergrund der beiden Azubis. Laut Anklagevorwurf soll der 18-Jährige seinen gleichaltrigen Widersacher schmerzhaft gegen den Rumpf getreten, ihn bespuckt und beleidigt haben. Bei einem Schlag ins Gesicht erlitt der 18-jährige Münchner zudem eine Nasenbeinfraktur. Angesichts diverser Flanken- und Gesichtsprellungen war der Münchner anschließend zehn Tage arbeitsunfähig.

Angeklagter auf Jobsuche

Auch für den Wörthseer hatte der Vorfall weitreichende Konsequenzen. „Durch die Sache ist seine Ausbildung verloren gegangen“, ließ sein Verteidiger wissen. Momentan befindet sich der Angeklagte auf Jobsuche. Dabei will der junge Angeklagte die Schlägerei gar nicht begonnen haben. Vielmehr sei es der angehende Münchner Bürokaufmann gewesen, der ihn an jenem Oktobernachmittag zuerst beleidigt und mit der Jacke ins Gesicht geschlagen habe. „Er hat mich getreten und gehauen und ich habe dann auch getreten und gehauen. Auch hat er mich in den Schwitzkasten genommen“, so der Angeklagte. Um sich aus der Umklammerung zu befreien, habe der Wörthseer dann zum Schlag ins Gesicht des Münchners ausgeholt. Einen Nasenbeinbruch hatte der Angeklagte dabei erklärtermaßen nicht im Sinn: „Ich wusste nicht, dass es so schlimm ausgeht.“

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Der Geschädigte schilderte den Tathergang anders. Demnach sei er dem aggressiven Wörthseer völlig passiv gegenübergestanden: „Er hat angefangen zu schlagen und zu treten. Ich bin dabei kurz in Ohnmacht gefallen.“ Auch ein anderer Bürokaufmann-Azubi bestätigte: „Der Geschädigte zeigte keine Aggression. Er hat nur die Hände vor das Gesicht gehalten.“ Ein anderer Azubi schilderte indes, wie der Münchner dem Angeklagten durchaus zugesetzt habe: „Er hat ihn mit der Jacke im Gesicht getroffen. Er hat ihn auch am Hals mit den Nägeln gekratzt.“ Für Jugendrichter Ralf Jehle waren derart kontroverse Aussagen keine Basis für ein stimmiges Urteil. Deshalb soll eine TÜV-Mitarbeiterin als Augenzeugin gehört werden.

nh

Rubriklistenbild: © dpa

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