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Baumfällungen für Bauprojekt mit Wohnungen und Supermarkt gestartet

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Von: Peter Schiebel

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Am Freitag haben die Baumfällarbeiten am Teilsrain in Steinebach begonnen. Nach dem positiven Ausgang des Bürgerentscheids im Frühjahr entstehen dort ein Supermarkt sowie 21 Wohnungen. 
Am Freitag haben die Baumfällarbeiten am Teilsrain in Steinebach begonnen. Nach dem positiven Ausgang des Bürgerentscheids im Frühjahr entstehen dort ein Supermarkt sowie 21 Wohnungen.  ©  Quest

Am Teilsrain in Steinebach haben die Baumfällarbeiten für den geplanten Supermarkt mit Wohnungen begonnen. Insgesamt werden rund 100 Bäume entfernt, an anderer Stelle dafür allerdings 1300 neue gepflanzt.

Steinebach – Gut sechs Monate nach dem Bürgerentscheid wird es am Teilsrain in Steinebach langsam ernst. Am Freitag haben die Baumfällarbeiten auf dem Grundstück begonnen, auf dem Anfang nächsten Jahres die Bauarbeiten für einen Supermarkt und 21 Wohnungen beginnen sollen. Nach Angaben von Sophie Wohlschläger von der Quest AG aus Kolbermoor, die das Grundstück entwickelt, werden rund 100 Bäume, vorwiegend Buchen, entfernt. Dazu kommen Stauden und Gestrüpp.

Die Arbeiten würden „ökologisch begleitet“, erklärt Wohlschläger im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Dafür verantwortlich sei der Diplom-Biologe, der auch das artenschutzrechtliche Gutachten für das Gebiet erstellt hatte. Er überwache in regelmäßigen Abständen zum Beispiel, dass Höhlenbäume für Spechte erhalten bleiben oder neue Quartiere geschaffen werden, teilt die Quest AG mit. Außerdem werden insgesamt 16 Fledermauskästen, zwei große Nistkästen für Vögel, ein rund 300 Meter langer Amphibienschutzzaun zwischen Baugrundstück und Wald sowie Amphibienverstecke aus organischem Material aufgehängt, gebaut und angelegt. Aus diesem Grund bleibt auch ein Teil der Wurzelstöcke der nun gefällten Bäume noch bis März kommenden Jahres stehen. „All diese Maßnahmen unterliegen strengen Kontrollen und werden durch Fachleute durchgeführt“, betont Wohlschläger – wohlwissend, dass Umwelt und Artenschutz beim Bürgerentscheid eine Rolle gespielt hatten.

So sieht es gerade auf dem Grundstück aus.
So sieht es gerade auf dem Grundstück aus. © Andrea Jaksch

Ausgleichsflächen für die Baumfällungen und die Versiegelung befinden sich an zwei Stellen im Gemeindegebiet. Am Ziegelstadel in Etterschlag soll auf gut 2943 Quadratmetern Fläche ein „neuer, standortgerechter Buchenwald angepflanzt und naturnah entwickelt“ werden, wie die Firma erklärt. In Abstimmung mit dem Revierförster sollen dort 950 Rotbuchen mit beigemischt je 50 Elsbeeren, Vogelkirschen und Winterlinden sowie im südlichen Bereich der Fläche je 100 Stieleichen und Spitzahorn gepflanzt werden – insgesamt also 1300 Bäume. Darüber hinaus wird ein gleich großes, ehemals intensiv landwirtschaftlich genutztes Grundstück östlich des Günteringerfeldbachs (südlich von Steinebach) in artenreiches Extensivgrünland umgewandelt. Die Umsetzung der Maßnahmen werde durch das Büro Terrabiota aus Starnberg und die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt überwacht, teilt Quest mit.

Die Baugenehmigung für Supermarkt und Wohnungen liege im Übrigen noch nicht vor, sagt Sophie Wohlschläger. Der Bauantrag liege derzeit noch im Landratsamt. Wörthsees Gemeinderat hatte im Mai bereits seinen endgültigen Segen für das Projekt gegeben. Die Verkaufsfläche des Vollsortimenters beträgt maximal 940 Quadratmeter, hinzu kommen höchstens 100 Quadratmeter für einen Backshop. Im Obergeschoss entstehen 21 Wohnungen. Oberirdisch sind 55 Stellplätze vorgesehen. ps

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