KATWARN löst für ganz Nürnberg aus - deutliche Warnung - Rauchsäule über Stadt

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Das Aufbauteam der Triathlon-Wechselzone (v.l.): Walter Neumann, Maxi Krumm, Ralf Lauer, Werner Kern, Angelika Ruf, Sigi Ruf und Günter Ankenbrand. 

Ausnahmezustand in Steinebach

Ein ganzer Ort im Triathlonfieber

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Die Verkehrsbaken für die Straßensperrungen stehen schon: An diesem Sonntagvormittag herrscht wieder Ausnahmezustand in Steinebach. Zum 34. Mal findet dort der Wörthsee-Triathlon statt. Kaum zu glauben, dass diese Veranstaltung mal mit 20 Teilnehmern angefangen hat.

Steinebach – Auf der Wiese hinter dem Rathaus in Steinebach ist am Freitagnachmittag schon jede Menge los: Helfer sind damit beschäftigt, die Wechselzone für den Wörthsee-Triathlon am Sonntag vorzubereiten. Auf der gesamten Wiese legen sie dafür Stangenkonstruktionen aus Stahl und Holz aus, die an diesem Samstag dann aufgestellt werden. Die mehr als 800 Teilnehmer hängen dort am Sonntagmorgen ab sechs Uhr etwa ihre Rennräder auf – griffbereit, für den schnellen Wechsel nach der Schwimmstrecke. Mitten drin im Trubel: Walter Neumann. Der 79-Jährige ist sozusagen der Vater dieser Veranstaltung, die neben dem Starnberger Landkreislauf zu den größten im Fünfseenland zählt .

Angefangen hat alles in Tutzing. Dort schaute Neumann in den 80er Jahren einem Triathlon zu. „Ich hab mir gedacht, das können wir doch auch mal machen“, erzählt der Münchner, der mehr als 30 Jahre in Wörthsee lebte und erst vor Kurzem aus Altersgründen wieder nach München gezogen ist. Immer schon war er Mitglied des Polizeisportvereins SV Funkstreife, der bis heute den Wörthsee-Triathlon veranstaltet. 20 Sportler gingen 1985 in Wörthsee an den Start. „Ich glaube, wir haben nichtmal eine Genehmigung gehabt“, erinnert sich Neumann. Ehefrau Elfriede und Sohn Wolfgang gingen mit auf die Strecke. „Die Zeit haben wir mit der Stoppuhr in der Hand genommen. Und die Räder haben wir einfach in die Wiese gelegt“, sagt Neumann und lacht. „Uns ist es nur um den Spaß gegangen.“

Im zweiten Jahr waren es bereits 100 Teilnehmer

Schon ein Jahr später meldeten sich 100 Teilnehmer an. Von wenigen Ausnahmen abgesehen – wegen des Baus der Autobahn wichen die Organisatoren zwischenzeitlich auf Schondorf am Ammersee aus – fand der Triathlon immer am Wörthsee statt, nie wurde er abgesagt. „Es ist eigentlich mehr ein Sportfest“, findet der Wörthseer Maximilian Krumm (36), der seit einigen Jahren zusammen mit Neumann Rennleiter ist. Der ganze Ort sei involviert. Neumann schätzt die Zahl der Helfer auf bis zu 250: „Da ist die Wasserwacht dabei, die Polizei, die Feuerwehr, der SC Wörthsee, das BRK und ganz viele Leute aus der Gemeinde, die einfach Spaß an der Veranstaltung haben und helfen wollen – wenn sie nicht selbst teilnehmen.“ Bei Neumann, Krumm und Sigi Ruf laufen die Fäden zusammen.

Die Organisation hat es in sich, und auch nach so vielen Jahren sind die Verantwortlichen nicht vor Überraschungen gefeit. Weil sich Anwohner der Hechendorfer Straße im Herrschinger Rathaus beklagten, dürfen die Radler erstmals nicht von Hechendorf aus bis zur Rieder Straße fahren, sondern müssen schon am Ortseingang von Herrsching wenden. „Da fehlten uns plötzlich fünf Kilometer Strecke“, sagt Neumann. Die Gemeinde Inning rettete die Situation: Die Radstrecke führt nun durch Schlagenhofen in Richtung Breitbrunn, am Waldrand oberhalb des Dorfes drehen die Radler um. „Die Schlagenhofener sitzen zweieinhalb Stunden lang fest – da sind wir sehr dankbar, dass sie das mitmachen“, sagt Neumann. Und hofft, dass der ein oder andere sich mit einem guten Platz als Zuschauer trösten kann. Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal, großer Fan der Veranstaltung, hat das Prozedere verfolgt. „Ich bin jedes Jahr beeindruckt, wie engagiert die Organisatoren sind. Und sie finden immer eine Lösung.“

Neumann rechnet heuer mit 1000 Zuschauern

Auch heuer rechnet Neumann mit bis zu 1000 Zuschauern. Die Nachbarschaftshilfe Wörthsee ist mit einem Kleiderbasar vertreten, es gibt Blasmusik und ein Kinderprogramm. Ein heißes Thema sind wie immer Parkplätze. „Am besten parkt man beim SF Wörthsee, beim Edeka oder am Bahnhof“, findet Neumann, auch wenn man dann ein paar Meter zu laufen habe. Die raren Parkplätze sind mit ein Grund, weshalb die Veranstaltung nicht mehr wachsen wird. „Der Ort verkraftet nicht mehr“, sagt Neumann. Von dem großen Andrang auf die Startplätze waren die Organisatoren aber doch beeindruckt: „Schon Anfang Mai waren alle Plätze vergeben“, sagt Krumm.

Die ersten Schwimmer gehen am Sonntag um 8.35 Uhr ins Wasser, die letzten um 9.43 Uhr. Gestartet wird in den Disziplinen Kurz- und Volkstriathlon, dazu kommen jeweils Staffelwettbewerbe. „Da macht dann oft die ganze Familie mit“, weiß Krumm. Aber auch so sei das Teilnehmerfeld bunt gemischt. „Aber im Gegensatz zu den Vorjahren starten keine klaren Favoriten. Es wird spannend.“

Infos zum Triathlon, insbesondere zu den Straßensperrungen gibt es unter www.svf-triathlon.de. Die Siegerehrung beginnt um 13 Uhr auf dem Rathausvorplatz. Um 12.40 werden dort auch alle Teilnehmer aus Wörthsee geehrt.

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