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Über eine Umbenennung des S-Bahn-Halts von Steinebach in Wörthsee diskutiert aktuell der Gemeinderat. (Symbolbild)

Diskussion um Umbenennung

S-Bahn-Halt Wörthsee?

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Die Gemeinde Wörthsee diskutiert derzeit über die Umbenennung eines S-Bahn-Halts. Damit sollen die Münchner dazu bewegt werden, mit S-Bahn statt Auto zu fahren.

Steinebach – Die Gemeinde Wörthsee ächzt an jedem Sonnentag unter dem Ansturm von Tagesbesuchern, die mit ihren Autos die Straßen verstopfen und vogelwild parken. In ihrer Sitzung am Mittwochabend überlegten die Gemeinderäte, ob die Umbenennung des S-Bahn-Halts von Steinebach in Wörthsee vielleicht mehr Münchner dazu bringen könnte, für ihre Fahrt ins Grüne auf die S-Bahn umzusteigen. Sicher waren sie sich da nicht.

Nikola Richter vom Verkehrsplanungsbüro Ingevost hatte im Auftrag der Gemeinde bereits recherchiert. Laut DB Station & Service AG sei eine Umbenennung grundsätzlich möglich, aber mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden. Bis zu 100 000 Euro standen im Raum, bei einer Vorlaufzeit von mehreren Jahren. Zu tragen hätte die Summe die Bahn. Außerdem sei eine Abstimmung mit dem MVV, der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und der S-Bahn München erforderlich. Die DB Station & Service AG hatte außerdem angeführt, dass auf der Internetseite bahn.de bei Angabe von Wörthsee immer auch der S-Bahn-Halt Steinebach genannt werde.

Der MVV sieht das Vorhaben positiv

Der MVV hat sich bereits positiv geäußert. „Es gab auch schon Umbenennungen von Stationen beim MVV“, sagte Richter. Auch der Zeitpunkt sei günstig: „Im Rahmen des zweigleisigen Ausbaus der Strecke Steinebach-Seefeld ist die Umbenennung deutlich einfacher, und die Kosten geringer“, erklärte Richter. Möglicherweise koste das Prozedere nur rund 10 000 Euro.

Grundsätzlich lasse sich eine Umbenennung auch als Anpassung an den Gemeindenamen Wörthsee sehen, so Richter. Seit der Eingemeindung 1972 gebe es den Ort Steinebach nicht mehr, gemeinsam mit Walchstadt, Etterschlag, Waldbrunn und Auing entstand die Gemeinde Wörthsee.

Einige Gemeinderäte glauben nicht an den Erfolg der Umbenennung

Die Gemeinderäte waren skeptisch. Dr. Harald Lossau (FW) bezweifelte, dass man mit der Umbenennung Autofahrer motiviere, umzusteigen. „Womöglich locken wir eher Leute an.“ Für Birgit Dietrich (WörthseeAktiv) war es keine Frage: „Damit kriegen wir unser Problem nicht in den Griff.“ Florian Tyroller (Grüne) betrachtete das Vorhaben als Angelegenheit, „die unbekannte Geldmengen kostet und von der wir nicht wissen, was sie bewirkt“. Sehr unterschiedliche Meinungen bei den Bürgern hatte Thomas Bernhard (FW) erfragt. „Und wenn das einmal als beschlossen durchgeht, ist das nicht mehr reversibel.“ Er schlug daher eine Onlinebefragung vor. Gerhard Grobbel (Grüne) warnte davor, zu viel Geld und Zeit in das Projekt zu stecken. Und Dr. Monika Ofer (SPD) befand: „Ich könnte auch mit Steinebach gut leben.“

Schließlich einigten sich die Gemeinderäte darauf, die Anfrage an die Verantwortlichen locker weiterlaufen zu lassen. Und in einem Punkt waren sich alle einig: „Sagen Sie ihnen, wir wollen nichts zahlen“, gab Bürgermeisterin Christel Muggenthal der Verkehrsplanerin Richter unter allgemeinem Gelächter mit auf den Weg.

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