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Der Kirchenwirt in Steinebach: Das Foto entstand im Februar 2017, da stand die Wirtschaft schon seit Wochen leer. 

Entscheidungen im Gemeinderat

Mehrfamilienhäuser auf Kirchenwirt-Areal: Projekt kommt in Fahrt

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Es geht weiter beim Kirchenwirt-Areal in Steinebach. Wörthsees Gemeinderäte haben in ihrer jüngsten Sitzung wichtige Entscheidungen getroffen. Bis Ende 2021 soll das Projekt abgeschlossen sein. 

Steinebach – Zwei wichtige Entscheidungen haben Wörthsees Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Montagabend getroffen: Die beiden geplanten Mehrfamilienhäuser auf dem Kirchenwirt-Areal in Steinebach werden in Holzbauweise errichtet. Und die Energieversorgung für das gesamte Areal übernimmt die Energiegenossenschaft Fünfseenland (EGF). Beide Entscheidungen fielen einstimmig.

Das Büro Hirner & Riehl-Architekten in München verantwortet die Sanierung des Kirchenwirts sowie den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern, die in lockerer L-Form um den Kirchenwirt angeordnet werden. Der Biergarten der Gaststätte wird ein bisschen kleiner, dafür entsteht in einem der Gebäude ein Veranstaltungssaal für bis zu 80 Menschen. Vorgesehen sind eine Tiefgarage und mehrere, unterschiedlich große Appartements. In einem der Häuser ist außerdem eine kleine Verkaufsfläche möglich.

Am Montagabend konzentrierte sich Architekt Michael Riehl vor allem darauf, die Gemeinderäte von der Holzbauweise zu überzeugen. „Holz kann mehr als die meisten anderen Baumaterialien“, argumentierte er. Es sei einfach zu bearbeiten, dämme, reguliere die Raumfeuchte und verbessere die Raumakustik. „Holzbau ist Ressourcenschonend und kann CO2-neutrales Bauen ermöglichen.“

Hirners Büro ist auf den Bau öffentlicher Vorhaben spezialisiert. Schulen, Kindergärten, Sporthallen, Kichen und vieles mehr zählen zum Bestand – und zwar in Holz und konventioneller Bauweise. „Wir bauen für Sie auch konventionell, aber Holz hat einfach überragende Eigenschaften und passt in den ländlichen Raum.“ Die Planung dauere zwar länger, „dafür geht der Bau dann schneller“. Da die Gebäude beim Kirchenwirt zum Teil in den Hang gebaut werden müssen, entstehe der Sockel ohnehin in Massivbauweise, so Hirner.

Die Gemeinderäte konnten sich Holz grundsätzlich gut vorstellen. Jakob Aumiller (CSU) hatte nur Bedenken wegen möglicher Schädlinge. „Wir arbeiten mit verleimten Platten, da mag man kein Käfer mehr sein“, beruhigte ihn Hirner. Dr. Monika Ofer (SPD) interessierte die Lebensdauer der Häuser. „Gibt es da Prognosen?“ Nein, sagte Hirner. „Schlimmstenfalls blättern nach 100 Jahren ein bissl die Außenbretter.“ Auch der Brandschutz sei gewährleistet. Florian Tyroller (Grüne) war zufrieden: „Das alles zerstreut sämtliche Bedenken. Das kann ich so unterschreiben.“ Seinen Kollegen am Ratstisch ging es offensichtlich ähnlich, alle hoben die Hand für Holzbauweise.

Gerd Mulert, Vorstandsvorsitzender der Energiegenossenschaft Fünfseenland (EGF), und Dr. Andreas Jordan vom Büro für die Energiewende (BFDE) informierten im Anschluss über die Möglichkeiten der Energieversorgung. Auch hier war das Gremium überzeugt. Die EGF soll die Fachplanung übernehmen, möglicherweise können auch die Nachbarn eingebunden werden – entsprechende Verträge soll die Verwaltung ausarbeiten.

Schließlich war Projektmanager Harald Grund vom Baufachbüro EDR GmbH aus München an der Reihe. Er legte dem Gremium einen Zeitplan vor. Danach sollen im Herbst die Gebäude rund um den Kirchenwirt abgerissen werden. Sanierung und Neubau beginnen nicht vor 2020. Bis spätestens Ende 2021 aber soll das Projekt fertig sein. „Das ist nicht übersportlich kalkuliert, sondern mit Puffern“, erklärte Held. Bürgermeisterin Christel Muggenthal war nicht zu 100 Prozent zufrieden. „Ich möchte eigentlich den Altbestand nicht noch einen Winter so stehen lassen, sondern mit der Trockenlegung vorher beginnen“, sagte sie. Das soll zeitnah besprochen werden.

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