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Macher auf der Baustelle: Hanna Weber und Johannes Englmeier sind zuversichtlich, den Dorfladen in Steinebach spätestens Anfang Juni eröffnen zu können. Vorher gibt es noch eine Abrissparty.

Steinebacher Initiative fast am Ziel

Zwei Monate noch bis zur Dorfladen-Eröffnung

Demnächst feiern die Dorfladen-Initiatoren eine Abriss-Party, spätestens Anfang Juni wird der Laden in den ehemaligen Räumen der Kreissparkasse in Steinebach eröffnen. 

Steinebach – Die vielen ehrenamtlichen Stunden der Initiatoren haben sich gelohnt: Es sieht ganz danach aus, als ob der Steinebacher Dorfladen spätestens Anfang Juni in den ehemaligen Geschäftsräumen der Kreissparkasse eröffnet. „Mit Bio- und regionaler Ware“, verrät der neue Geschäftsführer Johannes Englmeier (51), der von Hanna Weber die Leitung übernommen hat. Hingeschmissen, wie Wörthsees Gerüchteküche zu wissen glaubt, habe sie nicht, betont die Steinebacherin, die das Konzept Dorfladen seit 2014 begleitet. „Ich übergebe die Leitung in kompetente Hände.“ Fortan fließt die Energie der Sozialpädagogin zunehmend in „ein Dorfladen-Café als Treffpunkt für alle Generationen“.

An ihrer Stelle steuert Englmeier die Geschicke des Verkaufsladens. Die Qualifikation des Wörthseers gibt der Lebenslauf vor: Der ausgebildete Koch führt ein Catering-Unternehmen in Walchstadt und ist Pächter des Kiosks an der Maistraße. Lebensmittel seien für ihn Beruf und Berufung – und sein lang gehegter Wunsch, ausschließlich mit biologischen beziehungsweise regionalen Produkten zu arbeiten, setze er in dem kleinen Laden im Herzen Steinebachs fortan um. Zu durchaus wettbewerbsfähigen Preisen, betont er. Wurst und Fleisch liefert Seefelds Metzgerei Ruf, die Bio-Ware kommt größtenteils von Mammendorfs Großhändler „Ökoring“. Nur eine Bäckerei fehle noch. Eine Vision hat der 51-Jährige noch für das Geschäft: Auf Vorbestellung eine mit hochwertigen, teilweise vorbereiteten Zutaten bestückte Kochkiste mit Rezepten.

Mittags ins Bürger-Café

Bereits in trockenen Tüchern ist der Mittagstisch im Bürger-Café. Für die Zubereitung ist Köchin Bea Meisner verantwortlich. Bis zur Eröffnung schwebt dem Gastronomen eine Art „Bau-Café“ vor, dessen Gäste die Fortschritte des Ausbaus bei einer guten Tasse Kaffee verfolgen können. „Von der Idee bis zur Umsetzung hat es länger gedauert als erwartet“, gesteht Weber. Der Mietvertrag wurde erst am 1. März unterschrieben, vorher konnten sie nicht ins Gebäude. Unterdessen sind Elektrik, Sanitäranlagen und die Kältetechnik in Auftrag gegeben. Das Malern und das Bodenlegen werde in Eigenleistung gemacht, sagt Weber, die dringend noch helfende Hände dafür sucht. Regale und Kühltruhen konnten sie günstig aus Ladenauflösungen erstehen. Deshalb nahmen sie den LEADER-Zuschuss nicht in Anspruch, der nur Neuware bezuschusst.

Die acht Aktiven im Kreis der Initiatoren rechnen damit, dass sich ihr Stunden-Pensum für den Dorfladen in den letzten Wochen weiter erhöhen wird, vermutet Weber, die Gesellschafterin bleibt. Susi Biskup und Mani Schamper hingegen scheiden aus, weil sich „ihre Lebensumstände verändert haben“. Birgit Dietrich und Englmeier rücken nach. Für den Ausbau und den Warenbestand stehen rund 85 000 Euro der Anteilseigner zur Verfügung. „Das ist ausreichend“, betont der Geschäftsleiter. Allerdings wäre ein Puffer ganz schön: „Es können noch Anteilsscheine gezeichnet werden.“

Am Freitag, 13. April, feiert die Dorfladen-Gemeinschaft ab 19 Uhr in den ehemaligen Sparkassen-Räumen eine „Abrissparty“ für alle Interessierten.

Von Michèle Kirner

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