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Trauerfeier in Steinebach: Zahlreiche Menschen nahmen gestern Abschied vom Tiger Willi alias Wilhelm Raabe. 

Große Anteilnahme

Trauerfeier am Wörthsee: Letzter Applaus für den „Tiger Willi“

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In Steinebach haben die Menschen heute Abschied genommen von einem Original, dem Tiger Willi alias Wilhelm Raabe.

Steinebach– Familie, Freunde, Weggefährten und Fans haben am Freitag in Steinebach Abschied genommen von Wilhelm Raabe alias Tiger Willi. Der Künstler war am vergangenen Sonntag in seinem Haus in Steinebach im Alter von 70 Jahren verstorben (wir berichteten). Vor etwa fünf Jahren war er an Alzheimer erkrankt.

„Es sollte keine lästige Pflicht sein, sondern Ehrensache, von Willi Abschied zu nehmen“, begann Pfarrer Roland Böckler seine Trauerrede vor den dicht besetzten Kirchenbänken. Entspannt, „beinahe fröhlich“, habe Wilhelm Raabe nach seinem Tod in seinem Bett gelegen, „angekleidet, wie man ihn als Tiger Willi kannte“. „Er ist hinübergegangen in das Licht und die Liebe Gottes“, tröstete Böckler die Trauergemeinde.

„Er konnte sehr viel Wärme geben“

Bewegende Worte fand Raabes enger Freund Wolfgang Berends. Als uneheliches Kind habe sich Wilhelm Raabe als unerwünscht empfunden und dies in seiner Kunst verarbeitet. Er sei ein begnadeter Pädagoge und Menschenkenner gewesen, „seinem Gegenüber begegnete er auf Augenhöhe“. Dafür hätten ihn die Menschen geliebt und respektiert. „Wilhelm konnte sehr viel Wärme geben und ohne Erwartung Liebe schenken“, sagte Berends. „Für ihn waren alle Menschen gleich.“ Manchmal sei es nur so aus ihm herausgesprudelt. „Dass war nur dann befremdlich, wenn er zugleich sein Auto durch den Verkehr manövrierte.“ 

So bleibt er den Weggefährten in Erinnerung: Der Tiger Willi war auf der Bühne in seinem Element. 

Die reale Welt habe Wilhelm Raabe oft vor Probleme gestellt, „er wollte immer eine einvernehmliche Lösung finden und schwankte zwischen Nächstenliebe und Selbstbehauptung“. Er habe viel gelitten und aus diesem Grund auch keine Kinder gewollt. Wie gespenstisch sei das Verstummen und Schweigen im Endstadium seiner Erkrankung gewesen.

Noch einmal brandet Applaus auf

Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal lernte den Tiger Willi sehr bald kennen, nachdem sie mit ihrem Mann und vier Kindern vor 27 Jahren nach Wörthsee gezogen war: Sie habe ihn gleich bei einem Auftritt erlebt. „Was waren das für unerhörte Lieder – der Mann war eine Offenbarung“, erinnerte sie sich bei ihrer Rede während der Trauerfeier, und ein zustimmendes Raunen ging durch das Kirchenschiff. „Den Tiger Willi konnte man nicht erklären, man musste ihn hören und sehen“, sagte sie. „Der Ort hat eine Persönlichkeit verloren, die ihn geprägt hat. Er hat die Tage heller gemacht.“

„Seine letzte Vorstellung ist vorbei. So viel Publikum, das hätte ihm hier heute gefallen“, sagte zum Abschluss der Trauerfeier Wilhelm Raabes Ehefrau Andrea. Als Freunde den Sarg aus der Kirche trugen, brandete für den Tiger Willi der letzte Applaus auf. Die anschließende Beisetzung fand im engsten Kreis statt.

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