Grund zur Freude: Die Ehrenamtlichen der Wasserwacht Wörthsee erhalten eine neue Bleibe.
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Grund zur Freude: Die Ehrenamtlichen der Wasserwacht Wörthsee erhalten eine neue Bleibe.

Gemeinderat genehmigt Bauantrag

Wasserwacht darf in Steinebach bauen

Die Steine der Erleichterung konnte man am Montagabend in der Grundschul-Aula fast fallen hören. Mehrheitlich beschlossen Wörthsees Gemeinderäte, dass die Wasserwacht ihr altes durch ein neues Gebäude an gleicher Stelle ersetzen darf. Doch die Stimmung stand zwischendrin auf der Kippe.

Steinebach – Vier Jahre lang währt die Debatte um ein neues Gebäude der Wasserwacht Wörthsee nun schon. Grundstücke wurden sondiert, Pläne vorgelegt und abgelehnt, Bedürfnisse diskutiert. Am Mittwochabend nun haben die Gemeinderäte die Bahn freigemacht und einen Bauantrag des BRK für das Grundstück an der Seestraße mit 11 zu 6 Stimmen durchgewinkt.

Geplant ist wie berichtet ein Gebäude mit zwei integrierten Bootsanlegeplätzen, einem breiten Steg samt Leiter auch für die Nutzung durch Badegäste, Lagerräumen und Behindertentoilette im Erdgeschoss sowie einem 50 Quadratmeter großen Gruppenraum im Obergeschoss. Der Planung liegt ein Raumprogramm zugrunde, außerdem wird sie in dieser Variante vom Freistaat gefördert. Die Gemeinde verhandelt zudem über ein kleines Eck an der südlichen Grundstücksgrenze, die das Areal und damit den Seezugang für Badende um einige wenige Meter erweitern könnte.

Alle Gemeinderäte unterstützen und schätzen die Arbeit der Ehrenamtlichen, das ging aus der Diskussion stets hervor. Die meisten lobten auch die Planung. Mit dem Standort und der Größe des Gebäudes allerdings waren nach wie vor längst nicht alle glücklich. Der dortige Badeplatz soll zwar erhalten bleiben, aber die Befürchtung besteht, dass er zu klein wird.

Robert Wihan (FW) wünschte sich daher, „dass so viel Platz wie möglich für den Badeplatz herausgeholt werden sollte“. Abgesehen davon lobte er die Planung. „Ich dachte ursprünglich, der Flachpark wäre das bessere Grundstück dafür, aber ich habe mich überzeugen lassen.“ Fraktionskollege Dr. Harald Lossau (FW) hingegen würde am liebsten das Baufenster auf dem Grundstück nach Norden verschieben. Dies ist jedoch aufgrund der Abstandsflächen nicht möglich, stellte Bürgermeisterin Christel Muggenthal fest. Dirk Bödiker (FW) gefällt das Obergeschoss nicht, ihm wäre ein Anbau Richtung Seestraße lieber. Er befürchtete, dass das gute Verhältnis zwischen Wasserwacht und Bürgern Schaden nehmen könnte. „Es entsteht der Eindruck, die Wasserwacht würde der Bevölkerung etwas nehmen.“ Der Steg sei „eine Totgeburt“. Eine Nutzung durch Badegäste werde nicht funktionieren, wenn die Wasserwacht im Einsatz sei. Das Gebäude müsse so nah wie möglich an die nördliche Grenze gebaut werden. Ute Bigale vom Bauamt ärgerte sich derart über dieses „Wunschkonzert einer Grenzbebauung“, dass Muggenthal sie einbremsen musste.

Doch auch Peter Hopman (WA) kritisierte die mögliche Einschränkung der Badestelle. Das Gebäude sei zu breit, die Boote könnten schließlich auch hintereinanderliegen. Johanna Benz (WA) stellte fest, dass dieser Seezugang einer der wichtigsten für die Bevölkerung sei. „Darauf sollten wir Rücksicht nehmen.“

Philip Fleischmann (CSU) relativierte. „Wir haben einen Steg, einen schönen Badeplatz und eine tolle Wasserwacht.“ Thomas Ruckdäschel wies darauf hin, dass es sich die Gemeinde nicht leisten könne, mit anderen Lösungen auch Fördergelder zu verspielen. Thomas Bernhard (FW) beharrte indessen vergeblich auf einen Ortstermin, er störte sich auch an möglichen Plänen zum Thema Bachlauf, der an dieser Stelle in den See mündet. Josef Kraus (CSU) stellte schließlich den Antrag, endlich abzustimmen. „Ich habe den Eindruck, der Stellenwert des Badegastes ist höher als der des Ehrenamtlichen, der ihn retten soll.“

Er habe „bibbernd zugehört“, gestand im Anschluss Wasserwacht-Vorstand Christoph Aumiller, der gemeinsam mit der zweiten Vorsitzenden Valentina Kaplaner die Sitzung verfolgt hatte. „Jetzt sind wir unglaublich erleichtert.“ Schon jetzt nutzten die Badenden im Sommer den kleinen Steg an der Wasserwacht. „Da gab es nie Probleme“, so Kaplaner. „Wenn wir einen Einsatz hatten, war er immer sofort geräumt.“ Die Ehrenamtlichen hoffen nun sehr, dass im Herbst mit den Bauarbeiten begonnen wird. „Dann haben wir im Sommer beim Wachdienst keine Einschränkungen und nächstes Jahr eine neue Wasserwacht.“

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