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Ein Teil der treuen Mitglieder der Wasserwacht Pilsensee.

Wasserwacht Pilsensee

Ein Jahr mit Licht und Schatten

Hinter der Wasserwacht Pilsensee liegt ein bewegtes Jahr. Es war so viel los, dass sogar der 60. Geburtstag ins Wasser fiel. 

Drößling – Platzwunden, eine Reanimation, Vermisstensuche oder gekenterte Boote: Auf die Wasserwacht Pilsensee konnten sich die Seebesucher auch 2018 wieder verlassen. Am Freitag blickten rund 80 Gäste bei der Jahreshauptversammlung im La Fattoria in Drößling auf ein ereignisreiches Jahr zurück.

Viele Mitglieder, Förderer, Bürgermeister Wolfram Gum, Verantwortliche aus der Geschäftsstelle und Vertreter der Wasserwachtler aus dem Landkreis sowie der Germeringer lauschten dem Jahresbericht der Freiwilligen. 2018 waren die Pilsenseer „still und leise“ 60 Jahre alt geworden, gestand Vorsitzende Susanne Breuer. Groß feiern wollten die 47 Aktiven und 25 Jungendmitglieder den Geburtstag nicht, denn der Bezug und die Arbeiten im neuen Vereinshaus banden alle Energie.

Der Dienst um und auf dem See begann im Mai – bei einem so tiefen Wasserstand, dass das Motorboot wortwörtlich auf dem Trockenen lag. Der Segelclub nahm das Rettungsboot auf, und somit haben die Ehrenamtlichen erneut ein Projekt vor Augen: Maßnahmen, damit sie ihr Wasserfahrzeug auch bei wenig Wasser in den See lassen können. Vorher musste aber das neue Zuhause innen auf Vordermann gebracht werden. Die Umkleide bestückte die Oberaltinger Schreinerei Schreyegg mit fest installierten Regalen und berechnete dafür lediglich das Material. Und der Eingang erhielt eine barrierefreie Rampe und eine Treppe. Möglich gewesen sei der Ausbau dank großzügiger Spenden etwa von der Kochschule Eisenherz oder der Kreissparkasse genauso wie dem persönlichen Einsatz der jungen und alten Aktiven, sagte Breuer. All das stemmten die Ehrenamtlichen neben 5451 Wachstunden, die der technische Leiter Timo Kempf bilanzierte. Bevor aber die Wasserwachtler mit der Wache loslegten, befreiten sie die Ufer vom Müll. Danach versorgten sie kleine Wunden oder suchten Vermisste. In trauriger Erinnerung geblieben ist der Fischer, der im Juni nur noch tot geborgen werden konnte (wir berichteten). Dem Mann konnten die Wachdienstleistenden nicht mehr helfen. Dafür kamen einem Campingplatzbesucher die vielen Ausbildungsstunden zugute, die die Ehrenamtlichen unter anderem in die Erste Hilfe steckten: Der Mann war zusammengebrochen und atmete nicht mehr. „Wir konnten ihn reanimieren“, freute sich Kempf.

Neu im Vorstandsteam ist Richard Schneiders. Im Juli wurde der 19-Jährige gefragt, ob er die Jugendleitung übernehmen wollte. „Nach einer Minute Bedenkzeit“ sagte er zu. Unter seiner Anleitung gelang den Jugendlichen im Jugendrettungsschwimmwettbewerb der zweite, vierte und fünfte Platz. Im Akkord buken sie Plätzchen und verpackten sie, damit ihr Taucher im Dezember als Seeneptun traditionell aus dem Wasser steigen und die Packerl den Kindern überreichen konnte.

Alles in allem war es ein gutes Jahr für die Wasserwacht Pilsensee. Auch weil die Kasse exakt 148 Euro im Plus liegt. Darüber freuten sich Kreisgeschäftsführer Jan Lang – und Christoph Aumiller, Vizevorsitzender der Kreiswasserwacht, der die Arbeit einer „sensationellen Vorstandschaft“ lobte.

Für ihre fünf bis 50 Dienstjahre geehrt wurden Stefanie Kuchler (5), Jessica Pfaffenberger (10), Sandra Rothhaar und Marion Schlosser (15), Simone Schöttner und Vorsitzende Susanne Breuer (30), Martin Gebhard (35) und Claus Hieke (50). Christian Schlosser bekam für 25 Dienstjahre die silberne Ehrennadel des BRK verliehen. Die Wasserwachtmedaille in Bronze nahm Vize-Vorsitzende Maria Neuberger und die Wasserwachtmedaille in Silber Manuela Wunderl entgegen. Die silberne Ehrennadel erhielten Michael Breuer und Bettina Leger und die goldene Simone Schöttner und Ludwig Zitzelsberger. Die meisten Wachstunden leisteten bei den ab 16-Jährigen Richard Schneiders (438 Stunden), Klaus Schöttner (330,5) und Manuela Wunderl (250,5). In der Jugend folgten Ferdinand Geiger (239,5) Katharina Hilgenstock (184,5) und Johanna de Riese (181,5).

Michèle Kirner

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