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Seine Spielsucht brachte einen 28-Jährigen in Starnberg vor Gericht. 

Vor Gericht

28-Jähriger verspielt 15 000 Euro

Der Mitarbeiter eines Kiosks in Wörthsee hat 15000 Euro verspielt. Dafür musste er sich vor Gericht verantworten.

Wörthsee– Seine Spielleidenschaft brachte ihn auf die schiefe Bahn. Als Betriebsleiter eines Kiosks in Wörthsee war ein 28-jährige Münchner mit dem täglichen Gang zur Bank betraut. Er brachte die Tageseinnahmen allerdings ins Casino und verspielte zwischen Mai und Juni 2018 gut 15 000 Euro. Vor dem Starnberger Amtsgericht bekannte sich der Münchner sogleich zu den acht angeklagten Fällen der Unterschlagung: „Stimmt alles. Ich hatte private Probleme, da war auch eine Trennung dabei. Ich dachte, es ist die einzige Lösung, wie ich mich wieder wohlfühle.“

Aus den Glücksgefühlen am Spieltisch wurde schnell die Spielsucht. „Ich denke, man kann das schon als krank bezeichnen. Ich spiele schon, seit ich 18 bin.“ Der Betreiber des Wörthseer Kiosk (44) kam seinem Betriebsleiter nur langsam auf die Schliche: „Ich kenne ihn eigentlich als zuverlässigen Mann.“ Erst als sich sein Mitarbeiter immer mehr in Ausreden verstrickte, flog die Sache auf.

Unmittelbar nach seiner Entlassung suchte sich der Münchner einen Job als Kellner und zahlte dem Kioskbetreiber auch tatsächlich einige Tausend Euro zurück. Als der Münchner dann aber auch seine neue Arbeitsstelle wegen angeblichen Diebstahls verlor, rissen die Zahlungen ab. Den Diebstahl in seiner Zeit als Kellner stritt der Angeklagte zwar entschieden ab, nahm jedoch nach seiner Entlassung keine neue Stelle mehr an, um seine Restschulden beim Kioskbetreiber zu begleichen.

Derzeit absolviert der Münchner eine Umschulung zum Kinderpfleger: „Ich bin auf einem guten Weg. Mache einen ganz anderen Beruf. Raus aus der Gastronomie, nicht mehr nachts. Ich will die Raten auch wieder aufnehmen.“ Der Rechtsanwalt hielt seinem reumütigen Mandanten zu Gute, mit offenem Visier in die Verhandlung gekommen zu sein: „Er hat mit seiner Selbstanzeige den Stein angestoßen.“ Im Spielcasino habe der Münchner schlicht alles auf eine Karte gesetzt, um das verspielte Geld wieder reinzuholen.

Auch Richter Franz von Hunoltstein hielt dem angehenden Kinderpfleger zugute, im Prozess „kein Theater“ aufgeführt zu haben. Die verhängte Freiheitsstrafe von zehn Monaten setzte der Amtsrichter zur Bewährung aus und ordnete die Einziehung von 7590 Euro Wertersatz zugunsten des Geschädigten an. Während seiner dreijährigen Bewährungszeit muss der 28-Jährige zudem 120 Sozialstunden ableisten und ist einem Bewährungshelfer unterstellt.

nh

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