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Weit und breit kein Apfel mehr: Franz Schlechter vom Gartenbauverein vor einem abgeernteten Obstbaum in Walchstadt. 

Apfeldiebe plündern Streuobstwiese

Das ist ein starkes Stück. Zum dritten Mal in Folge haben Unbekannte sämtliche Apfelbäume auf einer Streuobstwiese in Walchstadt geplündert. Der Obst- und Gartenbauverein ist ratlos, und verärgert über die Kaltblütigkeit der Apfeldiebe.

Walchstadt– Das ist ein starkes Stück. Zum dritten Mal in Folge haben Unbekannte sämtliche Apfelbäume auf einer Streuobstwiese in Walchstadt geplündert. Der Obst- und Gartenbauverein ist ratlos, und verärgert über die Kaltblütigkeit der Apfeldiebe.

„Bitte nur Kleinmengen zum Eigenverbrauch mitnehmen“, steht auf einem Schild am Rand der Wiese beim alten Waldfriedhof in Walchstadt. „Das ist nicht so gedacht, dass einer alles mitnimmt“, ärgert sich Franz Schlechter, Schriftführer des Obst- und Gartenbauvereins Wörthsee. Die Gemeinde hatte dem Verein die Wiese 2006 zur Verfügung gestellt. Zahlreiche Sponsoren stifteten die mehr als 40 Obstbäume, die seitdem mit viel Herzblut gehegt und gepflegt werden.

Anfangs taten sich die Bäume auf dem schroffen Boden schwer. Zwetschgen und Birnen wollen dort so gar nicht, aber die Äpfelbäume hatten sich zuletzt doch gemausert. „Wir haben uns beraten lassen“, verrät Schlechter. Denn Dünger und Schnitt wirken Wunder, wenn sie fachgerecht und zur richtigen Zeit angewendet werden. In diesem Jahr sorgten zudem hohe Maisfelder ringsum dafür, dass die Wiese windgeschützter war als sonst. „Da taten sich die Bienen leichter.“

Kurzum, seit einigen Jahren tragen die zahlreichen Apfelbäumchen Früchte. Vor drei Jahren dann, Ende August 2016, wollten die Gartler bei einem Besuch ihrer Wiese ihren Augen nicht trauen. „Alle Äpfel waren abgeerntet. Und auch auf dem Boden lag nichts“, erzählt Schlechter verblüfft.

Im vergangenen Jahr – nach dem wunderbaren Sommer bogen sich die Bäume auch in Walchstadt unter dem Kernobst –, wiederholte sich die Geschichte. Wieder reckten die Bäume Äste ohne Obst in den Himmel. Reif waren viele der Äpfel da noch lange nicht gewesen. „Das sind ja verschiedene Sorten, die unterschiedlich reifen“, erklärt Schlechter. Die Apfeldiebe kümmerte das offensichtlich nicht: Sie nahmen auch die grünen, sauren Äpfel mit und hinterließen erneut auch kein Fallobst.

In diesen Tagen hat sich der Spuk zum dritten Mal wiederholt, und langsam langt es dem Verein. „Es geht uns nicht um den Ertrag“, betont Schlechter. Sondern darum, dass sich an dem Obst jeder bedienen soll, „und nicht nur einer“. Möglicherweise stellen die Apfeldiebe mit den zum Teil unreifen Früchten auch eine Art Apfelwein her, überlegt Schlechter. Ob die Apfeldiebe die Wiese binnen einer Nacht oder über mehrere hinweg abernten, ist nicht bekannt. „Wir schauen dort nicht täglich vorbei.“

Der Gartenbauverein hofft nun darauf, dass er aus der Öffentlichkeit Hinweise auf die Apfeldiebe erhält. Wer etwas melden möchte, kann sich über die Internetseite www.ogv-woerthsee.de mit dem Verein in Verbindung setzen. 

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