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Erben ist gar nicht so leicht: (v.l.) der Notar (Korbinian Polz), Jungbauer Flori (Roland Freymann) und Haushälterin Zenzi (Karolina Ginner). Nicht im Bild: Altknecht Wastl (Uli Wischnewski). 

Bauernbühne Wörthsee

Von Heiratsmuffeln und biestigen Nachbarinnen

Die Darsteller der Wörthseer Bauernbühne feierten mit ihrem Stück „Erben ist gar nicht so einfach“ am Samstag Premiere. Die Schauspieler zeigten eine gekonnte Darstellung in Mundart.

Wörthsee – Flori hat die Qual der Wahl. Will er das lukrative Hoferbe antreten, muss er laut Testament in Windeseile unter die Haube. „Erben ist gar nicht so leicht“, heißt es im Dreiakter von Marianne Santl, den die Bauernbühne Wörthsee heuer präsentiert. Am Samstag galt der Premierenandrang im Augustiner Festsaal nicht nur Santls beschwingtem Lustspiel. Eine gekonnte Premiere in Mundart gaben die Nachwuchsschauspielerinnen mit „Zwoa Kampfhenna“ zum Besten.

Mit zarten zehn Jahren stand Katharina Schmöller als Gerichtsdienerin Genoveva zum ersten Mal auf der Bühne, um zwei biestige Nachbarinnen in der Gerichtsszene von Berta Schinko zu protokollieren. Die wegen Beleidigung angeklagte Scholastika (Johanna Woloski, 13) und die ebenso schlagfertige Eustasia (Veronika Schwindt, 14) liefern sich ein herrlich aberwitziges Scharmützel, das freilich in jäher Versöhnung mündet, als sich eine preußische Zugereiste (Franziska Gäch) einmischt.

Heiratsmuffel Flori bekommt ein Happy End

Ein Happy End gibt’s auch im Dreiakter rund um Heiratsmuffel Flori. Zwar kann Flori (Roland Freymann) als möglicher Hofnachfolger seines verstorbenen Erbonkels Leopold weder mit der kecken Jessy (Marie zur Linden), noch mit der resolut-berechnenden Mathilde (Sabine Bayer) etwas anfangen. Auch das brave Mädel von nebenan, die schüchtern verliebte Rosl mit der Zahnlücke, vermag den Jungbauern nicht sehr zu reizen. In die Herzen des Publikums spielte sich die grazile Charlotte zur Linden (22) mit geschwärztem Zahn jedoch allemal: „Ich tät ihn so sehr lieben. G’scheid tät ich ihn lieben.“ Für derlei Romantik hat Altknecht Wastl alias Uli Wischnewski keinen Sinn und erklärt in unverblümter Urgestein-Manier: „Liebe vergeht – Hektar besteht.“ Ein Denkmal der besonderen Art setzt die Bauernbühne dem verstorbenen Gründer Fritz Schöpf, der als Erbonkel Leopold in Form eines in der Kulisse platzierten Porträtfotos dem Stück beiwohnt.

Zwei Monate haben Barbara Gäch und ihre Schüler geprobt

Schöpfs Tochter und Regisseurin Barbara Gäch hat mit ihren Schützlingen zwei Monate Proben hinter sich: „Einmal wöchentlich die Jugend, zweimal wöchentlich die Erwachsenen.“ Gächs Wahl fiel heuer auf Stücke aus den 1980er Jahren: „Das war ja so die Zeit, wo die Disco auf das Land gekommen sind.“ Bayerische Nostalgie also und dennoch frischer Wind, wenn etwa Floris fescher Freund Wolfi (Maximilian Gäch, 17) im Manta vorbeirauscht. Warum der allzu schmächtige „Stallbursche Sigi“ alias Annette zur Linden (18) schlussendlich für einen bleibenden Eindruck am Hof sorgt – und ob oder besser, wen der Flori am Ende doch noch lieben lernt, sei hier nicht verraten.

Erben ist gar nicht so leicht

ist noch am 2./3./9. und 10. November zu sehen. Beginn: samstags um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr im „Augustiner“.

von Nilda Höhlein

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