Rückkehr mit neuen Regeln: Die „Theaterkitz“ von Diana Rotzinger (r.) dürfen wieder gemeinsam proben. Foto: Privat

Endlich wieder Interaktionen

Die „Theaterkitz“ sind zurück. Die privat geführte Schauspiel- und Theaterschule in Wörthsee für Kinder feiert dank der jüngsten Corona-Lockerungen nach dreieinhalb Monaten die Rückkehr auf die Bühne – beziehungsweise erst mal in den Unterricht.

Wörthsee – Denn bevor es wieder ernst werden kann, muss noch fleißig trainiert werden. Die Erleichterung und Freude darüber, dass das nun wieder möglich ist, sei groß, teilt Wörthsees Kulturbeauftragte Juliane Seeliger-von Gemmingen mit.

Lange herrschte Stillstand bei den „Theaterkitz“, die Leiterin Diana Rotzinger zuvor über einen Zeitraum von sechs Jahren zu einer festen Kulturinstitution in der Gemeinde gemacht hatte. Die Schauspielerin, Autorin und Regisseurin gibt normalerweise fast 40 Kindern ab sechs Jahren zweimal in der Woche Unterricht in der Grundschule Wörthsee. Doch wegen Corona war am 12. März erst mal Schluss.

Nach den Pfingstferien nahm Diana Rotzinger mittels Internet zumindest provisorischen Unterricht wieder auf. Das sei von einigen Kindern, vor allem von den älteren, gar nicht einmal so schlecht angenommen worden, berichtet Seeliger-von Gemmingen. Aber die Kleinen blieben auf der Strecke, sie konnten damit wohl nicht so viel anfangen. Kein Wunder, denn die Stunden konnten nicht das bieten, was das Theater ausmacht: Zusammenspiel, Interaktionen, Reaktionen. Also suchten Diana Rotzinger und die „Theaterkitz“ verzweifelt nach alternativen Proberäumen, nachdem die Grundschule für schulfremde Ereignisse noch gesperrt war. Gemeinsam mit Juliane Seeliger-von Gemmingen kontaktierten sie Kirchen, Firmen und die Gemeinde – ohne Erfolg. Zudem war das Wetter nicht stabil genug, um zuverlässig Außentermine anzubieten.

Das Unverständnis und der Unmut der Eltern über die Schulsperrung sei zunehmend groß gewesen, berichtet die Kulturbeauftragte, aber die Corona-Schutzbestimmungen der Behörden hätten eingehalten werden müssen. Umso mehr hofft sie nun, da die „Theaterkitz“ wieder in ihren gewohnten Räumen proben dürfen, dass sich die Wogen glätten. Auch wenn der Unterricht etwas anders abläuft als vor dem Lockdown. Abstandsregeln, Hygieneschutzmaßnahmen und Mundschutz auf den Begegnungsflächen sind obligatorisch, die Gruppengröße ist reduziert. Hauptsache, es kann noch vor den Sommerferien wieder geprobt werden. Schließlich steht im November eine große Aufführung an – ein von Diana Rotzinger selbst geschriebenes Stück zur Thematik Flüchtlingsgeschehen, „denn das Thema geht leider derzeit etwas unter“, sagt die Schulleiterin. mm

Informationen zu den „Theaterkitz“ gibt es auch online unter www.theaterkitz.de.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Handwerk statt Ausbeutung: Das erhoffen sich Metzger vom Tönnies-Skandal
Nach dem Tönnies-Skandal: Metzger aus dem Landkreis Starnberg hoffen auf Umdenken und mehr Qualitätsbewusstsein.
Handwerk statt Ausbeutung: Das erhoffen sich Metzger vom Tönnies-Skandal
350 Quadratmeter Artenvielfalt: Auszeichnung für naturnahen Garten
Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege hat mehrere Gärten im Rahmen von „Bayern blüht – Naturgärten“ ausgezeichnet. Wegen der Corona-Pandemie musste eine …
350 Quadratmeter Artenvielfalt: Auszeichnung für naturnahen Garten
Schnelles Internet bleibt oft nur Vision
Unzufriedenheit mit dem Breitband-Ausbau durch die Deutsche Telekom herrscht in Tutzing. Im Gemeinderat werden Rufe nach anderen Anbietern laut.
Schnelles Internet bleibt oft nur Vision
Ein großes Stück Starnberger Geschichte - für 15,5 Millionen zu haben
Die Villa Almeida, eines der berühmtesten Gebäude Starnbergs steht wieder zum Verkauf. Bei Interesse sollte man allerdings das nötige Kleingeld bereithalten.
Ein großes Stück Starnberger Geschichte - für 15,5 Millionen zu haben

Kommentare