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Es hängt alles zusammen: ein Thermometer zeigt über 40 Grad an.

Klimaschutz

Gemeinde Wörthsee ruft den Klimanotstand aus

Als erste Gemeinde im Landkreis Starnberg ruft Wörthsee den Klimanotstand aus. Das hat Auswirkungen auf künftige Bau- und andere Maßnahmen. 

Wörthsee – Die Gemeinde Wörthsee erklärt den Klimanotstand. Auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen setzte sich am Mittwochabend eine knappe Ratsmehrheit für den entschlossen formulierten Beschluss durch.

Den Begriff Klimanotstand verwendete erstmals der Club of Rome im Jahr 2018. „Seine wichtigste Forderung ist das Ende der Subventionen für Fossile Brennstoffe bis 2020 und die Verdoppelung der Kapazitäten erneuerbarer Energien alle vier Jahre“, hieß es im Sachvortrag der Grünen. Erst im Mai 2019 habe Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, den Klimanotstand erklärt und ihn als Problem unserer Gegenwart und Zukunft bezeichnet.

Die Wörthseer Grünen stehen mit ihrer Forderung auch auf kommunaler Ebene nicht alleine da. Konstanz am Bodensee, Erlangen sowie der Landkreis Ebersberg haben bereits entsprechende Erklärungen abgegeben. Der Landkreis hatte die Forderung in dieser Woche abgelehnt (wir berichteten). Der Antrag beinhaltet, dass die Gemeinde Wörthsee künftig bei Bau- und anderen Maßnahmen die Kohlendioxyd-Reduzierung prüft und entsprechend beschließt. Schlichtweg solle die Erklärung Klimanotstand dem Klimaschutz die Priorität in der Gemeindepolitik einräumen, die ihm gebühre, heißt es.

Obwohl die Grünen durchaus anerkennen, dass Wörthsee sich in der Vergangenheit mit der Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, ökologischen Bauprojekten oder zwei Elektrofahrzeugen für den Bauhof durchaus für Umweltbelange stark machte, reiche das mitnichten aus. „Im bundesweiten Vergleich hinken wir hinterher. Unser Anteil an regenerativen Energien ist bei 15 Prozent – bundesweit liegt er bei 40 Prozent. Es wird höchste Zeit, dass wir als Gemeinde mit gutem Beispiel voran gehen“, sagte Florian Tyroller (Grüne) und ergänzte: „Die jüngsten Wetterereignisse sind sehr eindrücklich. Ein Ortsansässiger musste 70 Solaranlagen reparieren.“

Während Josef Kraus (CSU) sich einklinkte und betonte, man könne in Sachen Klima nicht genug machen, befand Thomas Bernhard (Freie Wähler) den Begriff Klimanotstand als zu übertrieben. Auch Vizebürgermeister Konrad Gritschneder (CSU) sprach sich gegen große Phrasen aus: „Ich bin dagegen, dass die Gemeinde den Klimanotstand erklärt. Wir haben schon viele gute Dinge auf den Weg gebracht.“

Bürgermeisterin Christel Muggenthal stolperte zwar zunächst über den Begriff Klimanotstand, bewertete ihn letztlich aber positiv: „Zwar nicht hier – aber in vielen Teilen der Welt ist es so.“ Sie sprach sich deshalb dafür aus, ein Zeichen zu setzten: „Wir haben zwar schon viel getan, sind auf einem guten Weg. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns nicht noch verbessern können. Aber dann mit konkreten Maßnahmen, die wir durchführen können und müssen“, so Muggenthal, die den Antrag der Grünen als zu vage kritisierte. Letztlich fielen die Würfel mit acht Befürwortern für die Klimanotstandserklärung. Die knappe Minderheit von sechs Gemeinderäten stimmte dagegen. 

Nilda Höhlein 

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