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Wieder offen: die Auinger Überführung. Die wichtige Rad- und Fußgängerverbindung zwischen Hechendorf, Auing und Meiling war für mehrere Monate gesperrt. Einige Radler und Wanderer kletterten daraufhin über den Bahndamm. 

Grundsatzentscheidung für einen Radweg

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Wie wird die S-Bahn-Unterführung in Auing ausgebaut und in welchem Rahmen beteiligt sich daran die Gemeinde Wörthsee? Mit dieser Grundsatzentscheidung befassen sich die Gemeinderäte in ihrer nächsten Sitzung. Die gute Nachricht: Die Überführung über die Gleise wenige hundert Meter weiter ist wieder offen.

Auing – Der geplante zweigleisige Ausbau der S-Bahn-Strecke zwischen Steinebach und Seefeld-Hechendorf betrifft auch die Unterführung in Auing. Diese ist bisher ein Nadelöhr. Die von Auing kommenden Autofahrer müssen den Gegenverkehr durchlassen. Ein Fahrbahnteiler schützt seit August 2019 die Fußgänger und Radler, die aber nicht wirklich viel Platz haben in dem alten Bauwerk. Dessen Tage sind aber ohnehin gezählt. Denn mit dem Ausbau der Bahnlinie muss die Unterführung verbreitert werden. Die Kosten dafür tragen die Bahn, der Freistaat Bayern und das Staatliche Bauamt Weilheim. Letztere finanzieren auch einen Gehweg. Die Gemeinde Wörthsee steht nun vor der Frage, ob die Unterführung so breit wird, dass auch noch ein Radweg in ihr Platz findet.

„Es ist ja möglich, dass wir dort eines Tages einen Radweg wollen“, sagt Bürgermeisterin Christel Muggenthal im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Damit es dann nicht zu spät sei, müsse sich die Gemeinde jetzt entscheiden. Die Kosten dafür, im Raum stehen um die 300 000 Euro netto, müsste allerdings die Gemeinde tragen. Der Freistaat finanziere nur Radwege, die Lücken schließen, sagt Muggenthal. Das ist hier nicht der Fall.

Für sich genommen wären die 300 000 Euro vielleicht nicht unbedingt das Problem. Allerdings steckt die Gemeinde schon in den Ausbau der Auinger Überführung, die sich wenige hundert Meter weiter südlich befindet und vor allem von Landwirten, Spaziergängern und Radlern genutzt wird, schon knapp 700 000 Euro. Noch dazu ist sie am Bau einer Unterführung beteiligt, die den Ortsteil Auing mit dem Bahnhof verbindet und der in den Augen der Gemeinde breiter werden soll als von der Bahn vorgesehen. „Dazu kommen Radabstellplätze, möglicherweise auch welche, die man absperren kann“, erläutert Muggenthal. Auch dies sei eine aufwendige Angelegenheit, „technisch und finanziell“.

Zwar soll mit dem zweigleisigen Ausbau erst in sieben Jahren begonnen werden. Um aber ins Planfeststellungsverfahren gehen zu können, will die Bahn eine Entscheidung. „Wenn wir jetzt Nein sagen, ist es möglich, dass uns das eines Tages leid tut“, sagt Muggenthal und gibt zu, dass sie selber schwankt.

Festhalten wird die Gemeinde bis dahin, egal wofür sie sich entscheidet, an dem Fahrbahnteiler. Die Landwirte waren anfangs nicht begeistert, zweimal wurden die Baken beschädigt. „Mittlerweile haben sich alle daran gewöhnt“, stellt Muggenthal fest. Der leicht ramponierte Teiler entschleunige die Situation, „und es hat doch auch seinen Charme, wenn nicht alles perfekt ist“. Dennoch wünsche sich die Mehrheit des Gemeinderats den ordentlichen Ausbau.

Eine gute Nachricht gibt es indessen von der Auinger Überführung. Diese war, wie berichtet, wegen Schäden am Geländer und Rissen im Beton im Herbst gesperrt worden. Seit wenigen Tagen dürfen Fußgänger und Radler die Brücke wieder passieren. Das Geländer und die Schäden im Beton sind abgesperrt. „Ein Statiker hat die Brücke überprüft“, sagt Muggenthal. Nach dessen Okay handelte der Bauhof sehr schnell. Denn immer wieder waren Radler und Fußgänger dabei beobachtet worden, wie sie wegen der gesperrten Brücke über den Bahndamm kletterten, um einen Umweg zu vermeiden. „Sogar Familien mit Kindern waren dabei“, sagt die Bürgermeisterin entsetzt. Nun ist die Brücke wieder offen.

Die Sitzung des Wörthseer Gemeinderats findet am kommenden Mittwoch, 27. Mai, in der Aula der Grundschule statt. Beginn ist um 19 Uhr.

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