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So ähnlich könnte es eines Tages aussehen: das Kirchenwirt-Areal in Steinebach. 

Kirchenwirt in Steinebach

Meilenstein für einen schönen Ortskern

Gute fünf Jahre brütete die Gemeinde Wörthsee am Bebauungsplan für einen attraktiven Steinebacher Ortskern. In ihrer Sitzung am Mittwochabend machten die Räte nun Nägel mit Köpfen. Sie billigten den Bebauungsplanentwurf für das Areal Kirchenwirt.

Steinebach – Die Neugestaltung des Ortskerns rund um den Kirchenwirt hat sich die Gemeinde nicht leicht gemacht. Der von Planerin Judith Praxenthaler vorgelegte Bebauungsplanentwurf soll den Ort beleben, Anrainerinteressen berücksichtigen und Wohnraum schaffen. Über der sanierten Gastwirtschaft sollen kleinere Wohnungen entstehen. „Eventuell für die Pächter oder die Angestellten – oder auch junge Leute“, sagt Bürgermeisterin Christel Muggenthal. Dort und in den beiden angrenzenden Neubauten sollen insgesamt rund 20 neue Wohneinheiten geschaffen werden.

Haus Nummer zwei sieht im Erdgeschoss zudem eine Gewerbeeinheit mit versetzbaren Wänden vor. Die Tiefgarage mit 24 geplanten Stellplätzen liegt genau genommen überirdisch unter den Wohngebäuden. „Sie ist ebenerdig anzufahren“, so Muggenthal. Sowohl das Tiefgaragendach als auch das anschließende Dach des Kulturraums sollen als „Gründach“ Gemeinschaftsflächen zum Aufenthalt im Freien anbieten. Die Wohnungen sehen französische Balkons mit Geländer, jedoch ohne Terrassen vor.

Die Gesamtversiegelung von 90 Prozent erklärt sich vor allem durch die notwendigen Rückhaltemaßnahmen zur Entwässerung. Drainagen und Sickerschächte treiben die Gesamtversiegelung ebenso in die Höhe wie Wege oder der bekieste Dorfplatz. Laut Planerin machen die Hauptgebäude lediglich 60 Prozent der Versiegelung aus.

Augenmerk legt die Gemeinde auf den Schallschutz. „Keine geräuschintensive Nutzung, keine Musikdarbietungen“, betont Muggenthal und fügt an: „Wir werden kein Kulturzentrum haben wie die Pöckinger. Dafür ist es zu eng. Das ist lärmtechnisch nicht zumutbar.“

Rücksicht will die Gemeinde auch auf zwei angrenzende Grundstücke nehmen. Der zunächst eingeplante Spielplatz überlagerte das im Grundbuch eingetragene Geh- und Fahrtrecht des östlichen Nachbargrundstücks. Aus Sicht von Dirk Bödicker (WA) kein gangbarer Weg: „Das ist wie eine klassische Enteignung. Da muss eben der Spielplatz woanders hin.“ Philip Fleischmann (CSU) schloss sich an: „Wir können dieses Recht nicht einfach überplanen.“ Letztlich kam der Rat überein, den Spielplatz zunächst aus dem Umgriff des Bebauungsplanes herauszunehmen. Es bleibt das Bestreben, sich mit dem Eigentümer des östlichen Grundstücks in Sachen Spielplatz noch zu einigen. „Ich hätte Bauschmerzen, ihn wegzulassen“, erklärte Florian Tyroller (Grüne).

Im Hinblick auf das nördlich gelegene Nachbargrundstück sorgte die Überschreitung der Abstandsflächen um sechs Meter für Unmut bei Harald Lossau (FW): „Der breite Riegel ist eine Zumutung“, sagte er. Nach Auskunft von Planerin Praxenthaler befindet sich die Gemeinde in Sachen Abstandsflächen im legalen Bereich: „Im verdichteten Innenbereich ist das rechtlich in Ordnung.“ Nach gut fünf Jahren Werdegang geht der Bebauungsplanentwurf nun in die verkürzte Auslegung.

Nilda Höhlein

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