Gutgelaunt am Wörthsee: (v.l.) Gastredner Beppo Brem, Landtagsabgeordnete Anne Franke, Gastgeberin Rowitha Gahn und Kreissprech erin Kerstin Täubner-Benicke. Foto: Svj

Politischer Aschermittwoch

Von Schnarchzapfen und Zufällen

An die 60 Zuhörer besuchten den politischen Aschermittwoch der Grünen in Wörthsee. 

Steinebach – Kein Aschermittwoch ohne Fastenpredigt und Fischessen, das gilt auch für die Grünen des Landkreises Starnberg. Sie hatten in den Augustiner am Wörthsee geladen. Kerstin Täubner-Benicke (Kreisgrüne) und Roswitha Gahn (Wörthsee) begrüßten an die 60 Zuhörer, die im Anschluss einer kurzen Predigt der Landtagsabgeordneten Anne Franke lauschten, und einer längeren von Hermann „Beppo“ Brem aus München, Sprecher des Aktionsbündnisses „Saubere Luft“.

Fasten und den Gürtel enger schnallen – unter diesem Motto holte Franke zum kleinen Rundumschlag aus. Die Freihamer zum Beispiel. „Die kommen immer hier hin und parken alles voll.“ Die sollten sich gefälligst entweder selbst einen See bauen, oder aber in den Badebus steigen. Auch das Herrschinger Bürgerbegehren geriet in die Schusslinie: „Das sind solche Schnarchzapfen. Da planen wir acht Jahre lang, und dann das.“ Und schließlich der Tunnel in Starnberg: Weil es ja so viele E-SUVs und E-Porsches gebe, mache es nichts aus, dass das Staatliche Bauamt in Weilheim keinen Abgas-Filter einbauen wolle. „Dabei befindet sich die Firma, die das weltweit einbaut wo? In Starnberg.“ Und zum Schluss die Bauern und das Volksbegehren „Rettet die Bienen“: „Der Bauer sagt, dass es keine Förderungen für Blühstreifen mehr gibt. Dass man sich schon noch Förderungen holen kann, sagt er nicht.“

Beppo Brem nahm die Politik auf Landesebene ins Visier. Er erklärte das Fünf-Phasen-Modell im Zusammenhang mit Aktionsbündnissen am Beispiel von „Saubere Luft“. Kurz gefasst: Ignorieren, nicht mal mehr ignorieren, aufwachen, übernehmen und sich brüsten und schließlich zurück auf Anfang. „Das ist leider die Blaupause für unser Land.“ Vieles werde ausgesessen. Derzeit aber entdecke immerhin der Münchner Bürgermeister sein grünes Herz. „Es ist natürlich reiner Zufall, dass das vor den Kommunalwahlen 2020 ist.“ Symbolpolitik, wohin man schaue, sei das. „Und das ist nicht gut.“

Verkehrswende, Klimaschutz, Söder und Aiwanger, die Groko, ein verunsichertes Deutschland, Merkel und Europa: Brem turnte einmal quer durch die großen Themen, um schließlich zurückzuschwingen zu der Stärke der Demokratie in den Kommunen. Und der Kraft der Grünen: „Grün ist kein Hype, sondern eine Jahrhundertaufgabe“, sagte er. „Seien wir mutig.“ 

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