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Haben den Architektenwettbewerb eröffnet: Dr. Joachim Muffler (l.) von der Kirchenstiftung, Bürgermeisterin Christel Muggenthal und Immobilienökonom Florian Graf von Deym mit einem Modell des Kirchenareals.

Ortsentwicklung

Die Stunde der Architekten

  • Hanna von Prittwitz
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Wer hat den besten Entwurf für eine Senioren-Wohnanlage auf dem Kirchenareal „Zum Heiligen Abendmahl“ in Wörthsee? Die Antwort soll ein Architektenwettbewerb mit zwölf Büros bringen, den die Gemeinde nun gestartet hat.

Wörthsee – Geleitet wird der Wettbewerb vom Münchner Stadtplanungsbüro Hummel/Kraus, unterstützt von der Kirchenstiftung und der Graf von Deym’schen Immobilien GmbH. Die Wettbewerbsaufgabe: die Planung der Wohnanlage, eines Quartiersplatzes, der Freianlagen und der angrenzenden Verkehrs- und Parkflächen.

Seit vielen Jahren machen sich Kirchenstiftung und Gemeinde Gedanken über die Zukunft des Kirchenareals an der Etterschlager Straße. „Das war schon ein Thema, als ich Bürgermeister wurde“, erinnert sich Christel Muggenthal. Also schon 2014. Zwischenzeitlich wollte der Malteser Hilfsdienst ein Seniorenzentrum realisieren. Doch das Projekt schien zu massiv, der Gemeinderat kippte im Sommer 2018 seine Beschlüsse. Das mit dem städtebaulichen Gesamtprojekt (ISEK) beauftragte Planungsbüro und Sabine Wenng, Leiterin der Koordinationsstelle „Wohnen im Alter“ entwickelten ein neues Konzept. Sehr bald fand sich mit Florian Graf von Deym ein Investor. Die Deym’sche Immobilien GmbH betreibt seit drei Generationen Wohnungsbau, die zugleich einen gesellschaftlichen Mehrwert bieten und wirtschaftlich sind. Im Mai 2019 stellten von Deym, Wenng und Dr. Joachim Muffler von der Kirchenstiftung das Projekt den Bürgern vor. Laut Muggenthal soll es schon einige Bewerbungen für die Zwei- und Dreizimmerwohnungen geben. Sie ist überzeugt von dem Konzept. „Die Menschen möchten nicht in ein Heim. Aber eine kleine Wohnung in ihrem Heimatort, die barrierefrei ist und in der sie versorgt werden, das ist für viele eine Lösung.“

Die Architekturbüros haben nun die Aufgabe, ein Gebäudekomplex für 40 Wohnungen samt einer betreuten ambulanten Wohngemeinschaft für acht bis zehn Menschen mit Demenz zu entwickeln. Ziel ist, so die Gemeinde in einer Mitteilung, „eine Bebauung, die die vorherrschende Baukultur aufgreift und qualitätsvoll weiterentwickelt. Der Quartiersplatz soll identitätsstiftend für den wachsenden Ortsteil und ein lebendiger Treffpunkt werden und dabei die umliegenden Gebäude – Kirche, Pfarrsaal, Kindergarten und den zukünftigen Wohnungsbau am Teilsrain – zusammenhalten“. Durch passende Maßnahmen soll die Barrierewirkung der Etterschlager Straße gemildert und das sichere Queren der Staatsstraße deutlich verbessert werden.

Im Laufe des Novembers wird ein Gremium mit Fachleuten aus Architektur, Landschaftsplanung und Städtebau sowie Vertretern von Gemeinde, Kirche, dem Vorhabenträger, der Regierung von Oberbayern und Beratungsbüros die Entwürfe diskutieren und über den Preisträger abstimmen. Kurz darauf ist eine Infoveranstaltung für die Bürger geplant. Muggenthal kann sich vorstellen, dass schon im Herbst 2021 mit dem Bau begonnen werden kann, da die Architekten einen Bebauungsplan entwickeln müssen. „Ich bin da sehr optimistisch.“

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