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Es soll ein besonders schöner Supermarkt werden, der neue am Teilsrain.

Ortsplanung

Supermarkt am Teilsrain kommt

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Das war fast schon eine historische Entscheidung: Einstimmig haben Wörthsees Gemeinderäte beschlossen, in die Planung für den Bau eines Vollsortimenters am Teilsrain einzusteigen.

Steinebach – Mit im Boot bei der Entscheidung: Professor Hermann Kaufmann von der TU München sowie das Immobilienunternehmen „Quest AG“. Letzteres hat bereits mehrere interessierte Supermarkt-Betreiber an der Hand.

Die Frage, ob am Teilsrain in Steinebach ein Vollsortimenter Sinn macht, beschäftigt des Gremium schon seit Jahren. 2013 schloss der Tengelmann-Markt an der Etterschlager Straße, man hatte sich nicht auf eine größere Verkaufsfläche und mehr Parkraum an der Stelle einigen können. Seither pilgerten Supermarktbetreiber auf der Suche nach den besten Standorten für einen Vollsortimenter durch die gesamte Gemeinde. „Letztlich kamen sie immer auf die Fläche am Teilsrain zurück“, erinnert sich Bürgermeisterin Christel Muggenthal. Allerdings wollten dort alle zu viel. Denn einen riesigen Klotz mit gewaltigem Parkplatz am Waldrand, und dies direkt neben dem neuen Wohngebiet, das die Wogeno-Baugenossenschaft dort plant, das konnte sich im Gremium auch wiederum niemand vorstellen.

Es scheint tatsächlich auch anders zu gehen. Professor Kaufmann und Dr. Max von Bredow von der „Quest AG“, einem Immobilienunternehmen aus Kolbermoor, entwickelten eine Vision von einem Supermarkt in Holzbauweise mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche. Und Kaufmann, dessen Studenten bereits für das Teilsrain-Projekt Ideen entworfen hatten (wir berichteten), war auch für das Supermarkt-Gebäude noch mehr eingefallen: Unter dem etwa 65 mal 22 Meter großen Gebäude könnten Kfz-Stellplätze für Personal oder auch Mieter entstehen, die wiederum auf dem Dach des Vollsortimenters in kleinen Wohneinheiten leben. Der Parkplatz werde von der Wohnbebauung durch das Gebäude verdeckt, dieses werde optisch ansprechend gestaltet.

Sechs Supermarktbetreiber hat von Bredow für das Projekt acquiriert. „Sie würden alle gerne größer bauen. Dennoch ist die Resonanz positiv“, sagte er. Die 800 Quadratmeter Verkaufsgröße seien heutzutage ungewöhnlich. Der Standard wären 1600 Quadratmeter Nutzfläche und 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche. „Sie haben dann ein Unikum in Wörthsee.“ Er erkläre sich das Interesse der Betreiber damit, „dass sie sehen, dass sie einen sehr schönen Markt bekommen“. Dann würde sich ein Betreiber auch „trauen, kleiner zu bauen“.

Vor dem Beschluss appellierte Muggenthal an das Gremium, sich die Entscheidung gut zu überlegen. „Wir sollten daran denken, dass der Standort auf zehn bis 15 Jahre verbrannt ist, wenn wir ihn jetzt ablehnen.“ Die Gemeinde wird nun einen Bebauungsplan aufstellen. Mit einer Realisierung des Projekts ist in zwei, drei Jahren zu rechnen.

Vor der Tür des Sitzungssaals ging die Diskussion über den zukünftigen Vollsortimenter am Teilsrain weiter. Ulrike Huch vom Verein „Wohnen am Teilsrain“, war überrascht. „Da muss ich jetzt erst mal drüber schlafen.“ Kaufmann hatte Fotos einer Modellplanung gezeigt, nach der der Supermark der zukünftigen Bebauung sehr nahe kommt. Sie sei erschrocken. „Wir müssen uns jetzt überlegen, was zu tun ist.“

Muggenthal ist überzeugt davon, dass der Supermarkt gebraucht wird. „Er ist auch keine Konkurrenz zum Dorfladen“, sagte sie gestern auf Rückfrage. Dieser sei eher ein Treffpunkt und verfolge mit seinem Angebot und dem Mittagstisch ein völlig anderes Konzept. „Wir wollten immer einen Vollsortimenter im Ort, damit die Leute nicht durch den ganzen Ort fahren.“ Manchmal müsse man sich mit dem, was man habe, „auch einfach mal anfreunden“.

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