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Kostbar: Trinkwasser aus der Leitung.

Trinkwasser

Chlorung des Wassers bis 23. November nötig

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Die AWA-Ammersee vermutet hinter der Verunreinigung des Trinkwassers Arbeiten am Leitungsnetz. Das Abkochgebot gilt weiter.

Wörthsee – Mindestens bis zum 23. November wird das Wasser im Versorgungsgebiet Wörthsee mit den Ortsteilen Auing, Etterschlag, Steinebach und Walchstadt vorsorglich gechlort. Das hat das Landratsamt Starnberg am Montag in einem Bescheid an die AWA-Ammersee festgelegt (wir berichteten). Was die Gründe für die Verunreinigung durch coliforme Bakterien und E.coli betrifft, so sind diese noch nicht gefunden. Thomas Tinne, technischer Leiter von der AWA-Ammersee, ist aber ziemlich sicher dass sie mit Arbeiten am Leitungsnetz zu tun haben: „Der Brunnen Walchstadt war völlig in Ordnung. Und das gilt auch für das Grundwasser.“ Dass das Ausbringen von Gülle Schuld ist, schließt Tinnes aus: „Dazu war es in den vergangenen Tagen viel zu trocken.“

Bereits am 2. November hatte das Ingenieurbüro Blasy und Busse am Auslauf des Hochbehälters in Walchstadt coliforme Bakterien und E.coli gefunden. Letztere weisen als Indikatorkeim auf fäkale Verunreinigungen hin. „Das heißt immer sofortige Chlorung“, erklärt Tinnes. Diese und ein Abkochverbot wurden sofort für Walchstadt erlassen. Weil das Ingenieurbüro am 6. November an der Leitungsentnahmestelle in der Feuerwehr Etterschlag ebenfalls die Bakterien und den Keim E.coli fanden, wenn auch in geringerer Konzentration, erweiterte das Gesundheitsamt Starnberg die Chlormaßnahme und das Abkochgebot auf die gesamte Gemeinde Wörthsee aus.

Gemessen werden die Bakterien in kolonienbildenden Einheiten. Diese betrugen beim Feuerwehrhaus Etterschlag jeweils eins, beim Brunnen in Walchstadt fünf (coliforme Bakterien) und drei (E.coli). Zum Vergleich: In als ausgezeichnet geltenden Badegewässern liegt der Grenzwert bei jeweils 500.

„Unsere Standards sind sehr hoch“, erklärt Tinnes. Das läge aber auch im hohen Risiko begründet: „Wenn etwas mit dem Leitungswasser nicht stimmt, sind gleich tausende Bürger betroffen.“

Für die AWA, die ein insgesamt 300 Kilometer langes Leitungsnetz unterhält, bringt die Sicherheitsmaßnahme hohen Aufwand mit sich. Das Chlorungsgerät wird im Schluifelder Brunnen installiert, von da an müssen regelmäßig Proben im gesamten Gebiet genommen werden. „Da sind in den nächsten Wochen zwei Leute mit beschäftigt“, so Tinnes.

Das Abkochgebot gilt, bis die Chlorung auch noch im letzten Winkel messbar ist und das Gesundheitsamt Entwarnung gibt. Manchmal bleibt es aber auch bestehen. „Ich kann das auch nur empfehlen, weil der Geruch davon schwächer wird“, sagt Tinnes.

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