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Ausgezeichnet: Für ihr ehrenamtliches Engagement ist Dagmar Hoppe von Umweltminister Dr. Marcel Huber mit dem Grünen Engel ausgezeichnet worden. 

Auszeichnung

Grüner Engel für Dagmar Hoppe

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Dagmar Hoppe aus Wörthsee hat den Grünen Engel erhalten. Und dem Minister einen Brief mit einem feurigen Appell übergeben.

Steinebach – Sie ist streitbar und hat keine Angst, schon gar nicht vor Ministern: Dagmar Hoppe (80), langjähriges Vorstandsmitglied der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Wörthsee, hat von Umweltminister Dr. Marcel Huber den Grünen Engel für nachhaltiges ehrenamtliches Management im Umweltbereich erhalten. Dabei gab’s umgekehrt auch etwas für den Minister: nämlich ebenfalle einen Engel und einen Brief mit der Aufforderung, ihn an alle Minister weiterzureichen. Sein Inhalt: ein flammender Appell.

Dagmar Hoppe kam 1943 mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in die Gemeinde Wörthsee. Die drei waren von der Ostsee in den Süden geflohen. „Ich habe damals gelernt, keine Angst zu haben“, sagt die 80-Jährige heute, Mutter von zwei Töchtern und Großmutter zweier Enkelkinder. Sie machte einst eine Ausbildung zur Krankenschwester, arbeitete als Erzieherin. Und sie engagiert sich seit Gründung der Ortsgruppe Wörthsee 1984 beim Bund Naturschutz.

Hoppe ist der Überzeugung, dass der Einzelne nichts ausrichten kann, sondern nur ein Verein wie der BN, „der von den Regierenden gehört werden muss“, wie sie sagt. Dabei geht es Hoppe nicht nur um den Erhalt der Landschaft im Fünfseenland, sondern auch um den Amphibienschutz. Sie erwirkte mit ihren Mitstreitern Straßensperrungen, hat tausende Frösche und Kröten über Straßen getragen. Noch im Frühjahr stand sie nachts mit Taschenlampe und Eimer an der Weßlinger Umfahrung, die in ihren Augen eine der größten Bausünden überhaupt ist. Die Sorge um die Umwelt treibt sie um. Deswegen drückte sie Huber bei der Übergabe des Grünen Engels samt Urkunde den roten Stoffengel als symbolischen Kontrast und eben den Brief in die Hand.

In dem Schreiben appelliert Hoppe an die Regierung, zukünftige Aufgabenstellungen und deren Lösungen so zu bedenken, dass daraus keine weiteren negativen Folgen für die Umwelt entstehen. „Die Klimaveränderung, die wir endlich anerkennen müssen, ist durch unser bisher sorgloses Umgehen mit der Umwelt entstanden. Darum muss Schluss sein mit Wasserverschmutzung, Bodenzerstörung und Luftverpestung und dem Ignorieren der Bedürfnisse aller Lebewesen, die mit uns existieren.“ Sie bittet die Minister in dem Schreiben darum, mehr für den Klimaschutz zu tun – „auch wenn es zu einem Aufschrei der Bürger, der Wirtschaftsweisen und der Geldgierigen kommen wird“. Der Mensch sei gezwungen, andere Lebensformen zu finden, die ihn zufrieden machen. „Unser Konsumverhalten hat uns krank werden lassen“, heißt es weiter in dem Brief. „Seid bitte unbequem für uns alle. Oder tretet ab, bevor wir alle abtreten.“ Den Hinweis auf einen Sketch des 2013 verstorbenen Kabarettisten Dieter Hildebrandt hat sie gleich noch angefügt. „Der hat mich immer sehr beeindruckt.“

Auch Kinder sind für Hoppe wichtige Multiplikatoren bei der Arbeit des Bund Naturschutz. „Die Arbeit mit ihnen ist wichtig, Kinder müssen Natur und Umwelt haptisch erfahren.“ Gerade in der Stadt gebe es immer mehr Menschen, die ihre Verbindung zur Natur verloren hätten. „Viele wissen nicht, wie der Wald riecht, wie sich der Boden anfühlt.“ Was der Mensch nicht kennt und liebt, das schützt er nicht.

Als nächstes möchte sie mit Landrat Karl Roth sprechen. Er habe sie offensichtlich für den Grünen Engel vorgeschlagen, berichtet Hoppe. „Ich will mit ihm über den Straßenbau reden.“ Der Landkreis dürfe nicht überall neue Straßen bauen. „Das können wir uns nicht mehr leisten.“

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