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Ein schwieriger Hund landet bei einer unerfahrenen Familie. (Symbolbild)

Frau gebissen

Tier an Familie verkauft: Labrador entpuppt sich als Problemhund - jetzt lebt er in Tierpension

Ein schwieriger Labrador landet bei einer unerfahrenen Familie. Das hat Folgen für eine Hundetrainerin aus Wörthsee.

Wörthsee – Dem Welpenalter kaum entwachsen, ging Labrador Mailo bereits durch viele Hände. Die bewegte Geschichte des jungen Rüden beschäftigte jetzt auch das Starnberger Amtsgericht. Dort musste sich eine Hundetrainerin (36) wegen Betruges verantworten.

Hundetrainerin aus Wörthsee verkauft Hund an Familie - doch der beißt neue Besitzerin

Trotz besseren Wissens hatte sie den ungestümen Hund im Juli 2018 an eine Familie weiterverkauft. Als die Familienmutter (53) aus Sontheim an der Brenz die angeklagte Hundetrainerin in der Gemeinde Wörthsee aufsuchte, brachte sie kaum Erfahrungen mit Hunden mit. Im Vertrauen auf den Sachverstand der Angeklagten kaufte sie Labrador Mailo Mitte Juli 2018 für 2000 Euro. Daheim entpuppte sich Mailo binnen weniger Tage als Problemhund. „Er hat die Zähne gefletscht und meine Tochter angebellt. 

Problemhund an Familie verkauft: Besitzer wollen Labrador zurückgeben

Zwei Tage später hat er mich dann zweimal gebissen, in Arm und Oberschenkel“, so die unerfahrene Hundebesitzerin. Der Versuch, den Hund an die Angeklagte zurückzugeben, scheiterte. Die Hundetrainerin, die heute in Tutzing wohnt, zeigte sich zwar bereit, das Tier zurückzunehmen. Allerdings frühestens Mitte August 2018 und nur gegen partielle Kaufpreiserstattung von 800 Euro. Mailo landete in einer Tierpension, wo er bis heute sein Dasein fristet. Die Tagespauschale von 12 Euro zahlt nach wie vor die Sontheimerin.

Hund beißt Vorbesitzer, die ihn zur „Resozialisierung“ an Trainerin abgeben

Für Aufklärung im Sitzungssaal sorgten vor allem Mailos Vorbesitzer, die den Hund als Welpen von einer 42-jährigen Hundezüchterin erworben hatten. Die vierköpfige Familie aus Geretsried versuchte alles, um Mailo zu erziehen. Hundeschule, Hundepsychologe, Ernährungsumstellung – nichts fruchtete. Ein Jahr lang verzichteten Mailos Erstbesitzer zudem auf Besucher im eigenen Haus. Als die verzweifelten Geretsrieder das Tier samt Maulkorb Mitte Juni 2018 schließlich unentgeltlich bei der angeklagten Hundetrainerin zur „Resozialisierung“ abgaben, zeigten sie der 36-Jährigen auch ihre Blessuren. „Wir haben der Angeklagten gesagt, dass Mailo beißt, ihr unsere Bisswunden gezeigt“, so die Geretsriederin (43). Umso erstaunter war der Geretsrieder Elektrotechniker, als er nur eine Woche nach Abgabe das Tier im Internet zum Online-Verkauf entdeckte.

Täuschung bei Kauf? Gericht entscheidet

„Die Vorbesitzer waren mit der Erziehung überfordert. Der Hund ist bei mir zu keinem Zeitpunkt gefährlich geworden. Ich hatte keine Ahnung davon, dass er vorher gebissen hat“, verteidigte sich die Angeklagte. Der Zivilrechtsprozess vor dem Dillinger Amtsgericht geht demnächst in die zweite Instanz. Im Strafprozess fielen jetzt die Würfel. Richter Franz von Hunoltstein setzte die Geldstrafe bei 40 Tagessätzen à 60 Euro fest, ordnete die Einziehung von 1800 Euro Wertersatz an und betonte: „Die Täuschung hat dazu geführt, dass die Sontheimer Familie den Problemhund gekauft hat und auf den Kosten sitzen geblieben ist.“ 

Nilda Höhlein

Ein Drama um einen beliebten Hund ereignete sich im Februar in Starnberg: „Bonnie“ ist in Starnberg von einem Transporter überfahren worden. Statt sich um das verletzte Tier zu kümmern, fuhr der Fahrer weiter, berichtet Merkur.de*. Ein alter Schäferhund wurde im Januar nachts vor dem Starnberger Tierheim angebunden (Merkur.de*).

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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