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Sonnenuntergang am Wörthsee

Umweltschutz

Interessengemeinschaft sorgt sich um die Wasserqualität 

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Eine neue Interessengemeinschaft in Wörthsee sorgt sich um die Wasserqualität - und sucht Mitstreiter. Eine der Fragen ist, ob im Seebereich weniger Düngung möglich ist. Die Landwirte zeigen sich kooperativ.

Wörthsee – „Wir sorgen uns vor allem um unser Wasser“, sagt Peter Steinhöfel, ehemaliger Grünen-Gemeinderat in Wörthsee. Aus diesem Grund hat eine kleine Gruppe Wörthseer die Interessengemeinschaft Wörthsee Wasserschutz (IGW) gegründet. Mitstreiter sind willkommen.

„Wir haben entschieden, genauer auf das Thema Wasser zu schauen“, erzählt Steinhöfel. Wir, das sind bisher sieben Bürgerinnen und Bürger, unter ihnen auch ein ehemaliger Landwirt. Die IGW setzt sich dafür ein, den Nitrateintrag ins Grund- und Seewasser zu reduzieren, „da heute eingebrachte Gülle und Kunstdünger in den nächsten zehn bis 20 Jahren die Grundwasserreserven unserer Tiefenbrunnen erreichen wird“, so die Initiative in einer Pressemitteilung. Dies werde eine Verschlechterung der Wasserqualität und steigende Wasserpreise aufgrund kostenintensiver Wasseraufbereitungsmaßnahmen zur Folge haben.

Zeitgleich mit der Gründung der IGW ist auch Bewegung in die Kommunikation zwischen Bürgern, Gemeinde und Landwirten gekommen. Schon im Sommer fand eine erste Gesprächsrunde statt. „Zustandegekommen ist das Treffen, weil sich viele Bürger bei mir beschwert haben“, sagt Wörthsees Bürgermeisterin Christel Muggenthal und berichtet sogar von lautstarken Attacken gegen Landwirte auf den Feldwegen. Ergebnisse aus der Gesprächsrunde werden in nächster Zeit auch Gegenstand einer Gemeinderatssitzung sein, so Muggenthal gestern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie und ob sich Gülleeintrag in Seenähe vermeiden oder reduzieren lässt.

Die Gemeinde Wörthsee wird unter anderem aus einem Brunnen bei Schluifeld mit Trinkwasser versorgt. Mit den dortigen Landwirten konnte die Gemeinde eine Einigung erzielen, nach der in dem Bereich von intensiver Bewirtschaftung der Flächen abgesehen wird. Moderiert wird dies von den AWA-Ammersee Wasser- und Abwasserbetrieben. In der Versammlung im Sommer, an der neben Landwirten auch Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes, der AWA und des Amts für Landwirtschaft und Forsten teilnahmen, sei diese Möglichkeit auch für Bereiche rund um den Wörthsee angesprochen worden. Gespräche in dieser Hinsicht sind vorgesehen. „Die Landwirte waren und sind sehr kooperativ“, betont Muggenthal.

Das bestätigt auch Steinhöfel. Was die Geruchsbelästigung angehe, so habe sich die Situation in Wörthsee in diesem Sommer verbessert. Zuvor hatte es Beschwerden gegeben, weil offensichtlich auch bei Wind Gülle aufgetragen worden war. „Dafür haben sich die Landwirte entschuldigt“, berichtet Steinhöfel. Damals sei das Ausbringen der Gülle wohl an einen Fremdbetrieb vergeben worden. Außerdem haben die Landwirte angekündigt, Kontaktmänner zu benennen, die von Bürgern gemeldete Auffälligkeiten klären sollen.

Grundsätzlich habe die Gemeinde noch Glück, „denn bei uns gibt es keine Viehbetriebe in der Größe wie im Norden“, sagt Steinhöfel. Dennoch habe beispielsweise der Bullach-Brunnen in Walchstadt wegen zu hoher Nitratwerte schon vor Jahren aufgegeben werden müssen, und Maisfelder gebe es auch hierzulande zuhauf. Sorge macht der IGW auch die Schaumbildung im Uferbereich des Wörthsees. „Dies wurde von Fachbehörden untersucht und ist nicht auf den Einsatz von Gülle zurückzuführen“, sagt Muggenthal. Für dieses Jahr sollte nun ohnehin bald Ruhe sein: Vom 15. November bis zum 15. Januar darf keine Gülle ausgebracht werden.

Wer sich bei der Interessengemeinschaft Wörthsee Wasserschutz engagieren möchte: Diese ist per E-Mail an igw.wasserschutz@t-online.de erreichbar.

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